Interview mit CTULU - Die Musik für sich sprechen lassen


Seit dem Kaltenbach Open Air sind die Deutschen Nordlichter CTULU auch dem heimischen Publikum ein Begriff. Die Metaller der düsteren Sorte konnten das Publikum mitreißen, und vor nicht allzu langer Zeit erschien auch der bereits vierte Longplayer mit dem Titel "Ctulu". Nun hatten wir die Gelegenheit der Band ein paar Fragen zu stellen, und die wurden vom Gitarristen und Vocalisten mit den Pseudonymen A. und M. mehr oder weniger beantwortet.



Zuerst einmal möchte ich euch darum bitten, dass ihr euch ein bisschen vorstellt und vielleicht auch etwas zu eurem Bandnamen erzählt?


A: Unsere Namen tun nichts zur Sache. Alles andere findet man mit zwei Minuten Recherche raus.

M.: Ctulu ist die Antwort, Lösung und einzig logische Konsequenz auf alle Fragen in unserem nichtigen Dasein.




Ihr habt vor zwölf Jahren begonnen. Was hat sich seither für euch verändert?


A: Die Besetzung hat mehr als einmal heftige Wechsel erfahren, aber auch das tut mittlerweile nicht mehr viel zur Sache. Rolf ist bei ABSORBER gut untergekommen und Jan macht bei KAWIR und RELEASED ANGER weiter seinen Weg. Der Rest ist musikalisch mittlerweile weitestgehend inaktiv, soweit ich weiß. Für die Übriggebliebenen hat sich nicht viel verändert. Wir machen weiter mit dem, was wir am besten können. Oder wie ich gern sage: mit dem Einzigen, was ich kann.


Ich hab euch ja zuletzt am Kaltenbach Open Air gesehen. Wie hat es euch da gefallen?


M.: Ausgesprochen gut. Tolle Lage, super Organisation, ein klasse Publikum. Großes Lob an Thomas Spiwak, das KOA ist absolut empfehlenswert.


Ihr hattet ja eine extrem weite Anreise zum Kaltenbach – einmal quer durch Deutschland. Hat sich die weite Fahrerei für euch gelohnt?


M: Definitiv, ja. Wobei man dazu sagen muss, dass wir in den zwölf Jahren unseres Bestehens auch schon mal länger unterwegs und wesentlich weiter weg waren; von daher sind wir allmählich daran gewöhnt, weite Strecken auf uns zu nehmen.


Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eure Gesichter unter schwarz/weißen Stoffmasken zu verbergen?


A: Wir wollen die persönliche Note so weit wie möglich eliminieren. Nicht, weil wir uns für das schämen, was wir tun, oder irgendeinem Zwang von außen unterliegen. Sondern, weil man damit die Musik selbst viel weiter in den Vordergrund rücken kann, als uns zu Beginn der Idee klar war. Und da gehört sie hin. Und alles andere sollte untergeordnet werden.




Nun zu eurem neuen Album „Ctulu“. Es ist ja schon das vierte Werk – warum habt ihr diesmal euren Bandnamen als Albumtitel gewählt?


M.: Haben wir gar nicht, das Album hat keinen Titel. Der Vertrieb brauchte nur etwas, worunter er das Album führen kann und deswegen kommt bei vielen der Trugschluss zustande, das Album würde den Bandnamen als Titel tragen. Wir wollten die Musik für sich sprechen lassen. Da die Stücke auf der Scheibe doch recht unterschiedlich sind, haben wir es uns diesmal einfach erspart, das Album zu kategorisieren.


Wie lange habt ihr an diesem Album gearbeitet und sind da immer alle Bandmitglieder beteiligt oder ist das nur die Arbeit von einem?


A: Das älteste Riff ist um die 18 Jahre alt, das erste vollständige Stück mittlerweile fast vier. Meist kommt einer von uns Gitarristen mit einem groben Konstrukt an, das dann in gemeinsamer Arbeit entsprechend sinnvoll ausgearbeitet wird. Manche Stücke sind aber auch komplett aus einer Hand. Das lässt sich so pauschal nicht sagen. In der Regel hat jedoch jeder von uns relativ große Freiheit über sein eigenes Instrument und wie er damit Kompositionen beeinflusst.


Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Titel in Polnisch zu präsentieren? Habt ihr Beziehungen zu Polen?


A: Ich habe schon seit Jahren darauf herumgedacht, Fremdsprachen mit einzubauen. Als ich dann bei der Lektüre von Tadeusz Miciski angefangen habe, Akkorde über die Zeilen zu legen, ist das Ganze im Grunde von selbst passiert. „Serce krwawe“ ist das erste Stück unseres Schaffens, bei dem der Text vor der Musik entstanden ist. Nachdem es anfing, sich ganz natürlich anzufühlen, Texte in Fremdsprachen zu benutzen, war es kein weiter Weg mehr, bis ich dann selbst einen verfasst habe.


Wie waren die Reaktionen auf das Album?


A: Ein bisschen überwältigt waren wir schon, als wir gegen Ende des Jahres auf einmal in diversen Jahresbestlisten oben mit dabei waren. Auch scheint mir, dass das das erste Album ist, das wirklich genau die Wirkung entfaltet, die intendiert war.




Gibt es einen besonderen Ort wo ihr gerne einmal ein Konzert spielen möchtet?


M.: Im Hörsaal der Miskatonic University of Arkham vielleicht.


Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?


M.: Es sind auf jeden Fall weitere Veröffentlichungen und Konzerte geplant. Mal sehen, was 2017 so zu bieten hat.


Und zum Abschluss noch ein paar Worte an unsere Leser?


M: …descend into the darkness and join the Arkham Militia!


Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche euch das Allerbeste!







www.ctulu.de

Autor: Metalmama

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Beitrag vom 14.02.2017
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