Interview mit NICK DOUGLAS - Never to late to start over or redefine yourself


[ENGLISH VERSION BELOW]

NICK DOUGLAS ist wahrscheinlich bisher den wenigsten Heavy Metal Fans ein Begriff, dabei zupft der Mann bereits seit Ewigkeiten bei Metal Queen DORO den Vier-Saiter. Doch jetzt hat der Amerikaner es auch endlich geschafft sein erste Solo-Album zu vollenden. Warum das so lange gedauert hat, erzählte uns der talentierte Songschreiber im Interview.


Hey Nick, gratuliere zu deinem großartigen Album, wie geht´s dir nun?


Danke! Ich bin erleichtert, dass es endlich soweit ist. Es hat so lange gedauert und ganz ehrlich, es war schwer für mich loszulassen aber nun bin ich froh, dass ich es endlich geschafft habe.




Die meisten kennen dich als Bassisten der Metal-Queen DORO, aber du hast auch schon mit vielen anderen großartigen Künstlern gearbeitet, möchtest du uns ein bisschen über dich und deine Karriere erzählen?


Tja, ich bin eigentlich aus New Jersey, USA und als ich ein Teenager war, mochte ich Drums sehr, aber meine Familie und ich lebten in einem Apartment und da war ein Drum Kit nicht erlaubt, also habe ich den Bass für mich entdeckt und mochte dieses Instrument dann genau so. Ein Bass hat einfach diesen kraftvollen und behaglichen Sound. Also kaufte ich einen gebrauchten Anfänger-Bass. Ein paar Jahre später unterzeichnete die Band in der ich spielte, DEADLY BLESSING, einen Vertrag mit New Renaissance Records und wir veröffentlichten eine EP und ein Album. Als wir dann Songs fürs nächste Album schrieben wurde der Sound der Band heavier, klang cool, aber war für mich einfach zu wenig melodisch. Ich vermisste das, also verließ ich die Band 1989 und zog nach New York, wo ich mich für DORO bewarb und zum Glück wurde ich genommen. Und seitdem, immer wenn ich zwischendurch mal Zeit hatte, spielte ich kurz bei BLAZE BAYLEY und auch CHRIS CAFFERY. Und das war alles großartig.


"Regenerations" ist jetzt seit ein paar Wochen veröffentlicht, wie waren die Reaktionen und die Kritiken bisher?


Ich hab bisher ein Review gesehen, das so okay war, aber die restlichen waren wirklich sehr gut, was mehr ist, als ich erwartet hatte. Das Album ist kein Heavy Metal, aber hat eine Menge Metal Fans erreicht. Also bin ich besonders dankbar. Und einige Kommentare, die ich auf Facebook, E-mails oder Nachrichtigen gelesen habe, waren bisher wirklich sehr positiv. Ich bin also einfach sehr zufrieden.


Wie kamst du auf den Albumtitel?


Es repräsentiert die Idee, dass es nie zu spät ist, sich neu zu erfinden. Und Dinge zu lassen, die einem vielleicht einmal wichtig erschienen und mit anderen Werten in deinem Leben zu ersetzen.


Was kannst du über das Artwork erzählen?


Ich habe vor längerer Zeit schon mit einem langjährigen Künstlerfreund von mir geredet, Marlon Dijkmeijer aus den Niederlanden, ob er für mich das Albumartwork machen würde. Ich erwähnte die Idee eines Portraits, dass vielleicht nicht ganz so menschlich aussehen sollte. Er startete mit einigen Entwürfen aber wir änderten die Idee dann doch zu einem etwas Normalerem und das schien für uns gut zu funktionieren.
Er arbeitete wirklich viel daran und war sehr geduldig zu mir, also Danke Marlon!



Das Album ist sehr durchwachsen und klingt wie eine Art Tribut an alle Rock und Metal Bands mit denen du aufgewachsen bist...


Klar. Ich mag viel Musik aus den 70ern sowie 80ern und ziehe daraus eine Menge Inspiration. Es ist also auch sehr autobiographisch und viele Sounds in den Songs sind eine direkte Reaktion auf persönliche Erfahrungen.


Du hast fast jedes Instrument sowie auch den Gesang selbst aufgenommen. Warum hast du keine Band zusammengestellt für die Aufnahmen?


Das hing größtenteils von zwei Faktoren ab: Ich konnte mir nicht leisten, Musiker zu bezahlen und ich bin sehr schlecht darin mit Worten den Sound zu beschreiben, nach dem ich suche, wobei ich das verbessern möchte. Egal, Johnny Dee spielte die Drums auf drei Songs ein und er weiß ziemlich gut, was ein Song braucht und was ich im Kopf habe. Manchmal glaube ich sogar fast, er kann meine Gedanken lesen :) Es war großartig mit ihm zu spielen.




Ich hörte, dass manche der Songs mehr als 15 Jahre auf dem Buckel haben. Warum dauerte es so lange, bis du dich durchgerungen hast, ein Album aufzunehmen und zu veröffentlichen?


Das kommt daher, weil ich einfach eine Menge davon alleine aufgenommen, produzierte und gemixt habe und viel darüber in dieser Zeit gelernt habe. Ich musste viel herumexperimentieren. Und jedes mal wenn ich etwas neues gelernt habe wollte ich es auch ausprobieren und so wurde vieles vom Album immer und immer wieder neu gemacht, bis ich für mich entschied, dass es jetzt das Beste war was ich machen konnte. Und manchmal möchte ich immer noch etwas Neues probieren, aber ich habe auch für mich gelernt, dass man es auch irgendwann einmal gut sein lassen muss, was ein wirklich wichtiger Teil beim Produzieren eines Albums ist.


Hast du Favoriten bei den Songs oder kannst du über einige der Tracks mehr erzählen?


Sie sind alle irgendwie wie meine Kinder, also ist es schwer meine Favoriten herauszupicken, haha :) Aber "Come Alive" zum Beispiel ist der letzte Song, den ich fürs Album geschrieben habe und da gibt es auch ein Video dazu. Ich wurde dazu von der Lektüre inspiriert, über eine Frau, die freiwillig den Flüchtlingen in Griechenland half. Ich war so beeindruckt von ihrer Geschichte und ihrem Mut, dass ich anfing, Lyrics darüber zu schreiben. Ich erweiterte die Geschichte dann auf eine Person, die mit einer harten Situation konfrontiert wird und nicht aufgibt. Dieser Vergleich kam mir relativ schnell.
Und auf der anderen Seite habe ich den Song "You Break" als erstes geschrieben, das war etwa 2001. Es geht darin um eine schwierige Beziehung und wie es eine Person dazu bringt, in sich selbst hineinzusehen. Es begann mit einer Basslinie und einem Drum Loop. Dann fügte ich heruntergestimmte Gitarren und Keyboards dazu und Johnny die Live Drums. Und dann wurde der Song immer wieder verändert und ich war erst 2011 damit fertig.



Hast du vor, ein paar Musiker zusammenzubringen und die Songs auch einmal auf die Bühne zu bringen?


Ich würde es lieben, die Songs live zu spielen. Aber es gibt bisher noch keine Pläne. Wir werden sehen :)




Wie ist es mit DORO zu arbeiten und zu spielen?


Wir sind wie eine Familie und DORO unsere große Schwester. Sie ist sehr mitfühlen mit uns Jungs und wir können unsere Ideen super beitragen. Wenn wir live spielen, dann fühlt man unsere gute Chemie. DORO arbeitet wirklich hart und ist ein großartiges Vorbild.


Und wie genau kamst du zu dem Job?


Ich stellte mich 1990 in einem Probestudio in New York City vor. DORO suchte damals einen Bassisten, Drummer und Gitarristen, also war die Halle voll mit Musikern. Ich glaube eigentlich nicht daran, dass ich in die Auswahl kommen könnte, aber glücklicherweise klappte es. Die Audition dauerte drei Tage. Ich war der erste, der am ersten Tag vorspielte, glaube ich und wurde die beiden nächsten Tage auch eingeladen. Und am Ende des dritten Tages fragten sie mich, ob ich mit auf Tour gehen wollte. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie überrascht und glücklich ich war!




Hast du im Moment noch andere Projekte in Planung?


Ich arbeite an einem zweiten Hörbuch, mit dem ich letztes Jahr angefangen habe. Es ist eine Geschichte geschrieben von einem indianischen Autor Craig Strete über drei junge Indianer, die in den frühen 70ern in einem Reservat leben.


Dann möchte ich mich für deine Zeit bedanken, möchtest du noch etwas loswerden?


Danke für das Gespräch! Und danke an alle, die so geduldig auf den Release meines Albums gewartet haben und die so tolle Sachen darüber sagen. Ich hoffe, dass ich euch einmal auf einer Show sehe!





-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
[ENGLISH VERSION]


Hey Nick, congratulations to your great record. How do you feel with it now?


Thank You! I’m relieved that it is finally out there. It took so long to make and truthfully, it was hard to let go of it but I’m happy that I finally did.


Most people may know you as bassist of Metal-Queen DORO, but already worked with other great musicians, can you tell us a little bit about you and your career?


Well, I’m originally from New Jersey, USA and when I was a young teen, I liked the drums but my family and I lived in an apartment and I wasn’t allowed to have a drum kit so I discovered the bass and liked that as well. It has this powerful but comforting sound. So I bought a used, beginner’s bass. A few years later, a band I was in called Deadly Blessing, signed a record contract with New Renaissance Records and we released one EP and one album. As we were writing for the next album, the overall sound of the band was getting heavier which sounded cool but it was also sounding less melodic to me. I was missing that so I left the band in late 1989 and moved to New York where I auditioned for Doro and Thankfully, I passed it. Since then, when I had time in between playing with Doro, I played for a short time with Blaze Bayley and also Chris Caffery. It’s been great, all of it.


“Regenerations” is out since a few weeks, how where the reactions and critics so far?


I saw one ok review but all of the others have so far been really good, which is more than I expected. The album is not heavy metal but it’s being received by a lot of metal fans. So I’m especially Thankful! And some of the comments I’ve read on Facebook, emails and texts that I received have been very positive. I’m just really happy about that.


How came the idea of the title?


It represents the idea that it isn’t too late to start over or redefine oneself. And letting go of things that may have once seemed important and replacing them with better values to your life.


What can you tell us about the artwork?


I spoke with a long time artist friend of mine from The Netherlands named Marlon Dijkmeijer about the idea of doing artwork for the album. I mentioned the idea of a portrait to Marlon but maybe making me look a little non-human. He started some drafts but we then changed the idea to it looking more normal and it just seemed to work.
He worked a lot on it and was very patient with me. Thanks Marlon!



The record is very diverse, is it some kind of tribute to all Rock and Metal bands you like or grown up with?


Sure. I like a lot of music from the 70s and the 80s and there is a lot of that inspiration in there. It’s also autobiographical and some of the sounds in the songs are direct responses from personal experiences.


You recorded almost every instrument and also the vocals by yourself. Why didn´t you built a band for the recordings?


It mostly came down to two things: I could not afford to pay musicians and I am not very good at expressing in words a sound that I’m looking for (but I am trying to improve that). However, Johnny Dee played drums on three of the songs and he’s very good at knowing what a song needs and what I have in mind. It’s almost like he could read my mind :)! It was great to have him play.


I heard, some of the songs are more than 15 years old. Why did it take so long to record and release them?


It was mostly because I was recording, producing and mixing a lot of it alone and I was learning about those three elements through this time. There was a lot of experimenting. Every time I’d learn something new, I’d try it out so a lot of the album was redone over and over until it felt, what I thought, was the best that I could do. And sometimes I still wanted to try out more things but I also had to learn to let it go, which I discovered is a very important part of making an album.


Do you have favourites and maybe can you please explain some of the songs and it´s development in detail?


They are all sort of like my children so it is hard to pick favorites, ha ha :). But I’ll mention Come Alive since it is the last song written for the album and there is a video for it. It was first inspired by a lecture I attended from a woman who was a volunteer helping refugees coming into Greece. I was impressed with her story and courage and I started writing lyrics about it. Then I broadened the lyrics into being about anyone who is faced with a hard situation and not giving up. The instrumentation came about pretty quickly.

And on the other end of the spectrum, You Break was the first song I wrote for the album back in 2001. It’s about a difficult relationship and how it can cause a person to look into themselves. It started with the bass line in the beginning and a drum loop. Then I added tuned down guitars, keyboards and Johnny on live drums. It’s been through a lot of changes and I didn’t finish recording it until about 2011.



Will you try to get some musicians together, to play the material live some day?


I would love to play live. There is nothing planned yet though. We’ll see :).


How is it actually to work and play live with DORO?


It’s like a family and Doro is our big sister. She’s very compassionate to us guys and we can all offer ideas. When we play live, I feel like we have a good chemistry. Doro is a very hard worker and a good role model.


And how did you get the job?


I auditioned at a rehearsal studio in New York City in the summer of 1990. Doro was looking for a bass player, drummer and guitarist so the halls were crowded with musicians. I didn’t think that I would be considered but fortunately I was. The auditions lasted three days. I was the first to play on the first day (I think) and got called back on the next two. At the end of the third day, I was asked if I wanted to go on tour. I still remember how surprised and happy I felt!


Do you have other projects planned at the moment?


I’m working on a second audiobook narration that I started last year. It’s a story written by Native American author Craig Strete about three young Native American friends at a reservation in the early 70s.


Thank you for your time, is there anything left to say?


Thank You for this talk! And Thank You to those who patiently waited for my album to be released and for the nice things said about it. I hope to see you at a show someday.



Autor: maxomer

Weitere Beiträge von maxomer


Zurück

Beitrag vom 14.04.2017
War dieses Interview
interessant?

0 Stimmen
Diesen Beitrag bewerten:
  
Diesen Beitrag per E - Mail verschicken:
An:
Von:
Kommentar: