DISGORGE   SANATORIUM   BASTARD    ESOPHAGUS   
22.04.2001 @ Arena

Gleich nach der ersten Band wagten sich 2/3 von BASTARD auf die Bühne. 2/3 deshalb, weil sich der Bassist irgendwo verfahren hatte und erst nach ein paar Liedern, die die restlichen Jungs inzwischen bravourös "alleine" spielten, die Bühne betrat. Man merkte zwar schon, dass irgendwas fehlte, auch rein optisch, aber den Jungs zeige ich einen erhobenen Daumen für den Mut zu zweit aufzugeigen. Nicht jede Band hätte das gemacht. BASTARD sind ja sehr kurzfristig für GOREOPSY eingesprungen, konnten aber trotzdem mit ihrem sehr schnellen Black-Metal die leider nur spärlich erschienenen Besucher überzeugen. Damit wäre ich schon beim Kritikpunkt dieses Abends. Der gilt aber nicht dem Veranstalter oder den Bands, sondern denjenigen, die einfach auf so ein tolles Konzert verzichten. Da gab es vor kurzer Zeit eine Sitzung, bei der sich viele Musiker/Musikinteressierte aus der Wiener Metalszene getroffen haben und kräftig mit dem Kopf genickt haben, als es darum gegangen ist, dass jeder den Underground unterstützen sollte. Und was ist, natürlich nur wieder die üblichen Verdächtigen bei so einem tollen Konzert. Aber egal, hat sich ja eh nur der Veranstalter den Arsch aufgerissen!

Weiter ging es mit SANATORIUM aus der Slowakei, die äußerst brachial an die Materie herangingen. Brutal Death Grind war das Motto und der Sänger machte den Anschein direkt aus dem Sanatorium zu kommen. Wild gestikulierend grunzte er sich in den tiefsten Frequenzen die Seele aus dem Leib und nebenbei quieckte er so, als würde eine Sau abgestochen werden. Einfach ein Wahnsinn.

Dachte ich noch, dass der "Tornado" von SANATORIUM der "Härte"-Höhepunkt des Abends war, so belehrten mich DISGORGE aus Mexiko, die erstmals das europäische Grind-Publikum beglückten, eines Besseren. Ich habe schon viel gesehen und gehört, aber was da die drei Jungs durch die PA jagten war der Hammer. Absolut kultiger, brachialer, aggressiver, atemberaubender GrindDeath. Da es das letzte Konzert auf ihrer Europatour war, liegt die Vermutung nahe, dass die Tequila-Entzugserscheinungen schon so akut waren, dass sie einfach alles akustisch plattwalzen mussten. Soll jetzt natürlich nicht heißen, dass es nur Lärm war! Nein, es war genialer Lärm. Und dafür bedankte sich nicht nur das Publikum mit Applaus sondern auch der Sänger/Bassist bedankte sich ca. 1000 Mal für das tolle Wiener Publikum, das leider wie gesagt nur spärlich war!
Fazit: Ein genialer, kurzweiliger Abend!



Lugi
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Beitrag vom 06.05.2001
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