FESTIVAL DER SPIELLEUTE  
21.10.2000 @ Planet Music

Das Mittelalter-Festival ging in die zweite Runde und so machte man sich froher Erwartung auf in Richtung Planet. Diesmal animierte kein Barde vor dem Konzerthaus zu mittelalterlichen Schreittänzen, aber bei den Temperaturen ist das ja verständlich. Enttäuschend klein war die Ansammlung von Leuten , die sich zum Festival bequemt hatten, und die auch im Laufe des Abends nicht anwachsen sollte. Seltsam, beim ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass sich die meisten sehr gut unterhalten fühlten. Auf der Bühne waren keine Verkaufs- und Schaubühnen mehr aufgebaut, was der Gemütlichkeit etwas schadete, weil man nicht mehr darauf herumbummeln konnte. Dafür residierte aber ein Wahrsager, oder, wie es in seinem geschmackvollen Infoblatt steht, "der Seher Erec Lingam aus dem Reich Vadjra" (hm?). Neu im Programm war eine Sängerin aus Norwegen, die mit ihrer bezauberden Stimme norwegische (Volks-)lieder vortrug. Begleitet wurde sie leise und monoton von einem Trommler; ausserdem zupfte sie noch die Akkustikgitarre, die aber leider noch schlechter zu hören war als sie selbst. Wenn es keine "Action" gibt kann das Publikum halt nicht den Mund halten. Einen anderen Neuzugang stellten "PRIMA NOCTIS" dar, bei denen meist Flöten im Mittelpunkt standen. War zwar manchmal nicht ganz sauber gespielt, da kommt es aber nicht so drauf an, solange das Ganze gut klingt-und das tat es schließlich. Die Flöten wurden dann mal gegen andere Instrumente getauscht, worauf meine Begleiter und ich eines davon sachkundig als "Waschrumpel" identifizierten. Richtig Stimmung kam dann bei den schon bekannteren "DIUVELSMINNE" auf, die mit ihren Dudelsäcken einmal mehr zum tanzen animierten-allerdigs leider nur ca. 4 Leute, der Rest hatte wieder mal entweder zuwenig oder zuviel Met getrunken. Klassiker wie das "Jerusalemlied", wobei Arnulf seine tiefe Stimme ertönen ließ, durften natürlich auch nicht fehlen. Zwei Schwertkämpfer machten dann die Bühne unsicher. Nachdem sie eimal die Klingen gekreuzt hatten, fielen sie zu Boden und taten dem Publikum von dort aus kund, dass sie tot seien und nur durch Met zum Leben erweckt werden könnten. Schließlich erbarmte sich der Metschenk und so konnte der Kampf beginnen. Die Schwerter erklangen (also echt aus Metall) und die Funken sprühten, sodass so manche holde Jungfrau im Publikum zu atmen vergaß. Darauf erfreuten uns "SICUT ERAT" mit einer Mischung aus Scherzchen, Dudelsäcken und einem monströsen slowakischen (soweit ich mich recht erinnere) Blasinstrument aus Holz, das etwas nach Didgeridoo klingt und aus dem Nomalsterbliche keinen geraden Ton herausbringen (ich hab`s versucht). Da ich früher wegmusste, verpasste ich die Harfinistin und sicher noch einige feucht-fröhliche Stunden. Nächstes Mal wieder Pflicht!


Lisi

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Beitrag vom 06.12.2000
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