UNHOLD   NASH  
05.04.2002 @
An einem relativ kalten Freitagabend entschloss ich mich wieder einmal das JUZ Ann & Pat mit einem Besuch zu beglücken. Allerdings war es das 1. Mal, dass ich komplett unvoreingenommen den Ort des Geschehens im Linzer Stadtteil Urfahr betrat, denn die beiden auftretenden Gruppen waren mir vorher gänzlich unbekannt. Leider stellt sich alsbald heraus, dass sich die Besucherzahl an diesem Abend doch stark in Grenzen halten sollte. Als Opener dieser Show waren NASH aus Schärding auserkoren worden, die das Publikum mit ihrem intensiven, aggressiven sowie brutalen Hardcore-Sound wachzurütteln versuchten. Bedauerlicherweise mussten die Innviertler an diesem Tag auf die Dienste ihres 2. Gitarristen verzichten, was zur Folge hatte, dass die Länge des Gigs drastisch reduziert werden musste. Dennoch gaben die Jungs Vollgas, und der vielzitierte Funke sprang durchaus auf die Zuseherschar über, woran der Sänger einen Löwenanteil hatte, denn dieser lebte die verabreichten akustischen Emotionsausbrüche geradezu aus, indem er von der Bühne sprang und die Fans energisch animierte und sich teils auf dem Boden wälzte, ehe er sich für kurze Zeit gar unter der Bühne verkroch. Dass solcherlei Aktionen die Audienz sichtlich amüsierte, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Insgesamt war die Darbietung von NASH im grünen Bereich anzusiedeln, wenngleich man mit nicht gerade als spektakuläre zu bezeichnende Songs konfrontiert wurden. Es folgte mit UNHOLD eine Schweizer Kombo, die schon einige Jahre in der Szene aktiv ist, und im letzten Jahr in ihrem Heimatland eine Show für CROWBAR eröffnen durfte. Anfangs sollen sich die Jungs (unter einem anderen Bandnamen) gar todesmetallischen Sounds gewidmet haben. Damit hat der heutige Sound der Eidgenossen aber nicht mehr viel gemein. UNHOLD stehen heutzutage vielmehr für kraftvollen, leicht metallisch angehauchten Hardcore, der live ausgezeichnet zu Geltung kommt. Wobei die nicht allzu virtuos eingesetzte Stimme des Frontmanns richtiggehend verzweifelt wirkt, und es rechtfertigt, dass man der Musik der Jungs die Etikette „emotionell und schwermütig“ aufkleben kann. Wie bereits angedeutet, bot das Quartett eine grundsolide und mitreißende Performance, welche eine Teil es Publikums durchaus zu entsprechenden Bewegungen veranlasste, so dass UNHOLD ihren Gig natürlich nicht ohne Zugabe beenden durften.


Hutti
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Beitrag vom 21.04.2002
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