ANTI CHRISTMAS 2001 MIT VOMITORY   KRISIUN   DARK FUNERAL   NILE   MARDUK   CANNIBAL CORPSE  
21.12.2001 @ Arena

Liebe Kinder - der Weihnachtsmann ist tot. Er hat zwar alles nur erdenkliche versucht, um noch rechtzeitig eure beschissenen Pokemon-Figuren und Harry Potter-Bücher zu euch zu bringen, doch schlussendlich blieb nur ein Haufen Fleischklumpen von ihm über... Aber, es ist besser so - Alex "Satan Claus" Wank sorgte für ein ziemlich gutes Billing am diesjährigen Anti Christmas Festival: VOMITORY, KRISIUN, DARK FUNERAL, NILE, MARDUK und CANNIBAL CORPSE sollten dieses Jahr alles daran setzen, Weihnachten zu versauen.
Da ich mit einer guten Freundin pünktlich zum Einlass (17.30) bei der Arena war, hatten wir noch etwa 1 1/2 Stunden Zeit, bis wir auch tatsächlich eingelassen wurden. Aber wenigstens lief mir dann gleich das "Energiebündel" Jack Owen (guitar / CANNIBAL CORPSE) über den Weg, den ich gleich um ein Interview mit den Kannibalen anschnorrte - seine Antwort: "Urm ... erm ... yeah, of course ... hm, it's possible. Sure. I don't do that, gotta ask Paul ... or Alex ... George ... or maybe Pat ... huh ... I'm so fuckin' tired u know? Erm ... yeah ... ask these guys ... I'm sure it's nor problem..." Amüsant, der Typ!
Die Opener VOMITORY verpasste ich leider, da sich beim eh schon verspäteten Einlass insofern Probleme auftaten, da die Arena ausverkauft war, dies aber weder auf der Website von der Arena oder Totem, noch irgendwo anders bekannt gegeben wurde... Naja, kleinere Probleme mit der Organisation hatte Mr. Stench schon öfters, aber was solls - immerhin bringt er die Bands nach Wien, die ich sehen will!
KRISIUN hingegen konnte ich dann das erste Mal live bewundern und - verdammt! - die netten Brasilianer um Fronter Alex polieren dir die Fresse! Mit einem Killersound (der beste heute Abend) holzte sich das Trio über eine gute halbe Stunde durch ihr Set, wobei sich Alex - überglücklich über die tobende Meute - mehrmals überschwänglich für die Unterstützung bedankte und betont, dass "Metaller zusammen halten müssen, da sie nur gemeinsam stark sind" - weise Worte, wie ich finde, nur sollten sie auch in die Tat umgesetzt werden... Wer KRISIUN bereits von ihren Alben her kennt, weiß, dass die Partie technisch absolut versiert ist, und nicht eine "bloße Knüppelpartie unter vielen" ist. Das bewiesen sie auch heute Abend, wobei hierbei besonders Moyses' wahnwitzigen Soli und Max' pfeilschnelles, technisch auf höchstem Niveau befindende Drumming hervorzuheben wären. Das Publikum ging jedenfalls voll mit und Master Sathanus / Supercow himself, evil Mephisto von der Nocturnal Hall - Konkurrenz, ließ es sich nicht nehmen, Moyses per Luftgitarre den ganzen Gig hindurch tatkräftig zu unterstützen.
Von den nachfolgenden DARK FUNERAL kann und will ich nicht viel sagen, da ich mir nur ihren ersten Song geben konnte. Im Vergleich zu ihrem Auftritt am Hell On Earth Festival, auf dem ich sie zum ersten Mal bewundern konnte, brachten sie mir nicht einmal ein einziges Haar zum Zucken. So etwas ödes, langweiliges und lasches habe ich schon lang nicht mehr gesehen, da tritt jede gottverdammte Demoband bei ihrem ersten Auftritt mehr Arsch! Also verzog ich mich mit ein paar Freunden / Freundinnen auf ein Bier / Glühwein...
NILE war dann wieder Pflicht, diesmal mit einem neuen Vokalisten / Bassisten am Start. Natürlich dauerte es wieder seeeeehr lange, bis Karl (guitar, vocals, Idiot) mit dem Sound, Aufbau und dem technischen Equipment zufrieden war - nun, ich hab mir dann Besseres erwartet. Abgesehen davon, dass der neue Vokalist wie eine Krähe krächzte (und somit seinen Vorgänger Chief nur in Punkto Mimik und Bassspiel das Wasser reichen konnte), gingen einerseits Karls Vokalparts vollkommen unter, als auch andererseits das Drumming Karls Soli teilweise unterdrückte. Lustig hingegen war, dass Karl EXAKT die selbe Hose und auch EXAKT das selbe Shirt wie bei ihrem letzten Auftritt in Wien an hatte... Insgesamt gesehen waren NILE sehr gut, allerdings schlechter als beim letzten Mal, was aber am neuen Vokalisten liegt, Chief hat mir einfach mehr getaugt.
Nach etwas längerer Umbaupause eröffneten dann MARDUK ihr Set vor gedroschen voller Halle - es war so voll, dass man sich nirgends wo mehr rühren konnte. Nach der selben (oder ähnlichen) Ansage wie bei all ihren Konzerten, die ich bisher mehr oder weniger aufmerksam mitverfolgt habe und "Österrrrreiiiiich, jetzt geht's looooos!" prügelten sie wieder einmal ihr typisches Programm runter - also mich kotzen die Typen live schon so an, dass ich mich nach den ersten paar Minuten zur Bar begab. Auf ihren Alben taugen mir die Schweden noch teilweise ("Dark endless", "Opus nocturne", "Heaven shall burn..." und "Panzerdivision", aber live packe ich die "schirchste Band der Welt" (O-Ton einer guten Freundin von mir, sehr treffend wie ich finde) einfach nicht mehr... Sathunus, buh!
Während Marduk nun also ihre Hassparolen brüllten amüsierte ich mich mit dem "Baume" / "Oraliver" von den steirischen Alkis DELETE über die auf "ich - bin - so - böse - dass - ich - jeden - Tag - das - Blut - eines - englischen - Rindviechs - trinken - könnte" geschminkten Trolle (oder auch Teufel, damit es böser klingt) und plauderte ein wenig mit Pat und Alex von CANNIBAL CORPSE sowie Dallas von NILE. Dann gesellte sich auch noch Wuschelkopf Dunja (Nocturnal Hall) samt Freund Robert (Berserk) zu uns, die für das vom Nocturnal Hall und Blackmetal.at veranstaltete DESASTER - Konzert (mit DARK FORTRESS, BERSERK, SANGUIS und RAVENHORST als Support; 08.03.2002 in der Zu-ga-be, Wien, 20.00 - VVK 7 Euro / AK 9 Euro) Werbung machten *wuschel*.
Da KREATOR von der Tour kurzfristig abgesprungen sind - kein Fan will sie ja (nach ihren eigenen Aussagen) nach 23.00 spielen sehen (Hä??!?!? Anm. d. Verf.) - enterten gegen Mitternacht die Schlächter (wie passend bei der Location) CANNIBAL CORPSE schlussendlich als Headliner die Bühne. Im Gegensatz zum prüden Deutschland können die Amis bei uns Stücke aller Alben spielen, und das taten sie dann auch - gut gelaunt, spielfreudig und hoch motiviert gaben die Mannen um Frontmade Corpsegrinder (fast) alle ihre Classicks zum Besten (Jack in ANATHEMA-Shirt, wie passend hehe), aber auch der eine oder andere selten live gespielte Song (hauptsächlich vom Debüt "Eaten back to life" und "The bleeding") fand seinen Platz in der etwa einstündigen Setlist, die zu nicht geringem Teil aus älteren Songs aus der Barnes-Ära bestand. Die zwei neuen Songs, die gespielt wurden, ließen das Publikum nach Killern wie "Gutted", "A skull full of maggots" (inklusive Duett von Corpsegrinder mit dem Publikum), "Perverse suffering", "Devoured by vermin", "Stripped, raped and strangled", "The bleeding", "I will kill you" u.v.a.m. vollkommen ausrasten und versprechen ein großartiges "Gore obsessed" für Februar. Mit dem obligatorischen "HAMMER - SMASHED - FACE!!!!!!!" beendeten die Kannibalen nach einer Stunde ihr abwechslungsreiches, ungewöhnlich aber äußerst exzellent-blutiges Set und ich verzog mich mit Alex Webster (bass) in den Backstagebereich, um ihn mit meinen Fragen zu löchern - mehr darüber in der nächsten Ausgabe (Februar).
Abschließend noch ein herzliches Danke von meiner Seite aus an:
- Alex Wank für die Karte und Support
- Alex Webster für das lustige und interessante Interview
- Lugi und Berni für die Fahrt und die Gastfreundschaft
- Ute für den Glühwein ;) - hat gut getan *g*
- und last but not least: Irena für den UUUURlustigen Abend ("Geh leck mich doch...", "Süße Trolle, gell?", "Die schirchste Band der Welt",...)



Macabre
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Beitrag vom 18.12.2001
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