HEAVEN SHALL BURN   PUNISHMENT    TRUE ILLUSION  
10.05.2002 @ Tüwi

Dieses Konzert im Tüwi stand ganz im Zeichen des Arsches – lest weiter, Ihr werdet sehen!

Eigentlich war es einer der Tage, an dem man nach getaner Arbeit gemütlich mit ausgestreckten Patschen und einem Bier vor der Fernsehkiste sitzen sollte (oder vielleicht doch 3 oder 4 damit der Kopfschmerz auch sicher verschwindet), aber dann ritt mich doch noch der Teufel und ich bewegte meinen Arsch auf meinem Bike gen Tüwi, wo nämlich Jan von Capeet-Records (www.capeet.com) zu einem Hardcore/Death-Event eingeladen hatte. Eine halbe Stunde nach offiziellem Beginn war ich dann auch bei besagter Location und stellte erfreulicherweise fest, daß ich noch nichts versäumt hatte. Da hätte ich mir wirklich viel Zeit lassen können, denn erst um 21:30 Uhr war es wirklich so weit und TRUE ILLUSION legten mit ihrem Set los! Die ersten beiden Nummern der Jungs aus Gleisdorf (Stmk) tendierten eher in die Hardcore/Punk/Noize Richtung – nicht ganz meins aber dafür sehr sick! Leute die FRESNEL (ex CAUTERY) kennen wissen was ich mit „sick“ meine! Danach ging es aber mit deutlichen Metal Core Tendenzen weiter, was den Schlag in die Fresse gleich noch heftiger ausfallen ließ. Leider war der Sound naja - eher na als ja. Die Vocals und die Gitarre gingen bei einem übermäßig dominierenden Baß nämlich mehr als unter und somit sehr viel an Druck verloren. Trotzdem schafften es TRUE ILLUSION in ihrer 30-minütigen Spielzeit ein paar Undergroundärsche zum Moshen zu bringen, was sicher dem Talent der Band zuzuschreiben ist! Teilweise waren da echt kranke Vocals dabei, bei denen noch einiges herauszuholen wäre... Bereitet Eure Ärsche für das CD-Review in der nächsten Ausgabe vor!

Um 22:15 Uhr betraten dann die Wiener PUNISHMENT die Tüwi-Bühne und sollten diese dann auch die nächsten 40 Minuten nicht verlassen. Ich war wirklich gespannt, denn ich hatte diese Partie schon länger nicht mehr aufgeigen gesehen und wollte wissen wie sich der neue Drummer Lugi so schlägt und ob Punisher, der Mann am Mikro, auch ohne seiner Mähne noch ordentliche Grunts zusammen bringt – Ihr kennt ja die Geschichte von Samson, dem man die Haare abschnitt woraufhin dieser seine Manneskraft verlor?! Zu Lugi ist zu sagen – er paßt zu PUNISHMENT wie die sprichwörtliche Faust aufs Aug’ und Punisher grunzte wie eh und je – sogar besser weil aggressiver und variationsreicher, als ich ihn in Erinnerung gehabt hatte. Geboten wurden alte Classics wie „Bulldog 44“ oder „The Pain I Know“, bei denen sogar ehemalige Band-Member an die Instrumente durften. Doch bei der anschließenden neuen Nummer („Bullet Time“) blieb mir die Spucke weg, den plötzlich gabs nicht mehr den Metalcore-lastigen Ass Kicking Death Metal (arschtretend, also auch ganz dem Motto dieses Konzertes entsprechend) sondern knallharten brutal Death! Nicht mal bei den schnellsten CRUSADE-Nummern (CRUSADE war Lugis Deathcore Band vor PUNISHMENT) hatte ich Lugi jemals so blasten gesehen! Auch der Sound war bei PUNISHMENT schon wesentlich besser, was an dem Mehr an Druck&Power deutlich zu erkennen war. Diesem Druck gab kein Kopf nach – jeder beugte sich den treibenden Rhythmen und viele moshten ganz in Hardcore-Manier. Ich dachte schon, daß dies der Höhepunkt des Abends gewesen sei, aber ich irrte gewaltig!

HEAVEN SHALL BURN verwandelte den Tüwi in einen brodelnden Hexenkessel! Die 100% Aggression und 100% perfekte Technik sprangen auf das Publikum über und ergaben 100% Killermoshing. Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Tüwi schon jemals so auseinander genommen wurde. Da sollte doch der Name der Band besser ASS SHALL BURN heißen, denn hier wurde echt vollgas in Arsche getreten – teilweise sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Obwohl ich am Rand und nicht einmal all zu weit vorne stand, kam ich nicht ohne Schrammen davon. Warum sich diese Band der Hardcore-Scene zuschreibt ist mir ein Rätsel, wo doch deutliche parallelen zu BOLT THROWER oder teilweise auch MONSTROSITY nicht von der Hand zu weisen sind – für mich handelte es sich um astreinen Death Metal der allerfeinsten Sorte! Okay, sie huldigen ihren Roots, die aus dieser Szene stammen, gut! Auch der Sound war mittlerweile der beste, den ich jemals im Tüwi gehört hatte! Besonders bewunderte ich die Kondition des Vokalisten! Er verbrachte mehr Zeit vor der Bühne als darauf und rannte umher wie ein Irrer – ob ihm der Arsch brannte? Wann auch immer er eine kurze Gesangspause hatte moshte er mit der Menge mit, frönte dem Crowd-Surfing oder tackelte im American Football Style die erste Reihe. Nach knapp einer dreiviertel Stunde wollten HEAVEN SHALL BURN aus Deutschland ihre Show beenden, jedoch gelang es dem Publikum sie zu einer Zugabe zu überreden und das Spektakel ging weiter und der nächste Tritt ins Schienbein folgte so sicher wie das Amen im Gebet... Auch von dieser Band gibts in der nächsten Ausgabe ein CD-Review - watch out!

Fazit: Ein wahnsinns Event mit tollen Bands, die einem wirklich den Arsch gehörig aufrissen. Auch die 6 Euro Eintritt gingen voll okay und ich denke die geschätzten 60-70 anwesenden Freaks kamen allesamt auf ihre Kosten! Um beim Motto dieses Konzerts zu bleiben: Da soll sich jeder in den Arsch beißen der nicht dort war!


Martin
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Beitrag vom 23.05.2002
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