ROCK THE NATION FESTIVAL MIT SLAYER   IN FLAMES   ILL NINO   U.A.  
07.06.2002 @ Libro Music Hall, Wien

So war es also soweit, der Tag X war für ein Konzert angebrochen, das bereits im Vorfeld viel über sich reden gemacht hat. Über die Probleme, die diese Veranstaltung im Vorfeld ereilt haben, braucht denke ich nichts mehr geschrieben zu werden, da diese andernorts mehr als breit getreten wurden, daher stürzen wir uns gleich in Konzertberichte. Leider war es uns nicht möglich, die Opener zu sehen, da wir nicht nur durch einen ärgerlichen Stau verspätet eintrafen, sondern dann auch auf unsere Interviewpartner warteten.

ILL NINO, live in Österreich. Wurde auch allmählich Zeit, daß uns die Tribal-Nu-Metal Heroes beehren.
Das Licht ging aus und man hörte schon einige Takte vom 1. Song „God save us“. Nach ca. 15 Sekunden explodierten ILL NINO und fegten, wie der Sturm El Nino, 45 lang durch die Spark7.com Halle. Obwohl das hauptsächlich SLAYER Publikum offensichtlich nicht viel für Nu-Metal übrig hatte, kamen ILL NINO sehr gut an.
Der Sound war sehr druckvoll, allerdings konnte man die Ansagen von Sänger Christian sehr schlecht verstehen, da sein Mikro ab und zu übersteuerte.
Gespielt wurde alles von ihrem Album „Revolution/Revolucion“. Die Songs klangen live noch intensiver und luden zum Mitbangen oder Moshen ein. Zwischen den Songs heizten ILL NINO mit SLAYER Rufen, das Publikum zusätzlich ein. Nach ca. 45 Minuten war das energiegeladene Spektakel schon vorbei. ILL NINO kündigten an, uns im Herbst wieder zu besuchen. Wir sind mal gespannt. (Marin)

Endlich waren auch IN FLAMES wieder mal in Österreich.
Die Freude darüber war umso größer, da sie, wie auch die anderen Bands, aufgrund des Ausfalls von RAMMSTEIN länger als eigentlich geplant spielen konnten.
Somit war genug Zeit, sich den Alben, die sonst meist aus Zeitmangel eher vernachlässigt wurden, ein bisschen ausgiebiger zu widmen.
Obwohl der Schwerpunkt logischerweise am letzten Album „Clayman“ lag, war die Playlist sehr ausgeglichen: „Bullet Ride“, „Clayman“, „Pinball Map“, „Only For The Weak“, „Clad In Shadows“, „Ordinary Story“, „Gyroscope“, „Artifacts Of The Black Rain“, „Episode 666“, an den Rest kann ich mich wirklich nicht mehr erinnern. Als besonderes Extra spielten sie unüblicherweise auch noch „Moonshield“ – sehr cool.
Der Tontechniker schien irgendwie taub oder besoffen zu sein: Bei den gesprochenen/geflüsterten Parts war irgendwas beim Hall faul, statt einmaligem Echo hallte jedes Wort ca 20 mal extrem laut nach, so dass der weitere Gesang dadurch gestört wurde. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich direkt vor den Boxen stand.
Ansonsten war die Stimmung super, die Temperatur stieg kontinuierlich an und es flogen auch einige T-Shirts sowie eine Lederjacke (Wer war der Trottel? Ist ja schade drum...) auf die Bühne.
Verwunderlich war allerdings, dass bei „Episode 666“ keiner mitsang, das habe ich bis jetzt wirklich noch nie erlebt.
Enttäuscht war sicherlich keiner, IN FLAMES sind, wie sie auch mit ihrem Live-Album bewiesen haben, nicht nur auf CD ein Hammer. (Anita)

Nach der unerwarteten Absage von RAMMSTEIN war es also möglich, dass SLAYER ihr Set auf 90 Minuten verlängerten. Von der ersten bis zur letzten Minute zelebrierten die Herren King, Hannemann, Araya und Lombardo ein Thrash Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Geboten wurde eine breite Retrospektive, die das ganze Schaffen der Band in den letzten 20 (!) Jahren umfasste. Angefangen mit Krachern wie „Die by the Sword“ und „Chemical Warfare“ vom Debut „Show no Mercy“ über Pflichtnummern wie „Angel Of Death“, „Raining Blood“, „South Of Heaven“, „War Ensemble“ oder „Seasons In The Abyss“ bis zu neueren Tracks wie „Here Comes the Pain“ oder „Bloodline“ wurde alles geboten, was das geneigte Fanherz höher schlagen lässt. Technisch, wie nicht anders zu erwarten, 1A. Ein Ereignis besonderer Güte stellte die Tatsache dar, dass Drum Legende Dave Lombardo (GRIP INC) mit von der Partie war. Dieser prügelte auf sein Kit ein, was das Zeug hergab. Dass auch der Rest der Band absolut tight spielte, braucht wohl nicht gesondert erwähnt zu werden. Ein Drumsolo hätte dem Ganzenwohl die Krone aufgesetzt, wär aber auch wohl zuviel verlangt gewesen. Soundmäßig dröhnte eine brettharte Wand geilsten Thrash Metals aus den Boxen. Die Gitarren hätten für meinen Geschmack etwas lauter sein können, sonst war der Sound durchaus fett und transparent. Schon allein der Punch der Snaredrum hat alles gekillt. EIN WAHNSINN ! ! ! Unglaublich, was ein guter Livemischer ausmachen kann hehe. Bleibt nur die Frage, hätte noch eine Band abgesagt, hätten SLAYER dann noch länger gespielt? Mein Genick hätte es mir zwar nicht gedankt, aber eine derartig geile Show könnte wohl nicht lange genug dauern.

Ein rundum gelungenes Konzert, auch wenn es von verdammt vielen negativen Ereignissen eingeleitet wurde. RAMMSTEIN wären interessant gewesen, jedoch wurde deren Fehlen von SLAYER mehr als ausgeglichen. Die anderen Bands sollen selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben, nichtsdestotrotz war die Spielreihenfolge nicht umsonst so wie sie war. SLAYER sind und bleiben die Kings und eine der besten Metal Bands des Planeten. Ein exklusives Interview mit Kerry King ist in dieser Ausgabe zu finden. (Gore)


Gore
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Beitrag vom 11.06.2002
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