WACKEN OPEN AIR 2002 - SAMSTAG  
03.08.2002 @ Wacken, Deutschland

SAMSTAG

In der Nacht von Freitag auf Samstag verschonten uns unsere Nachbarn glücklicherwese vor lieblichen Rasierapparatblackmetalsounds, Techno, ABBA und ähnlichen beim Schlafen unerwünschten Unarten von untermalender Gräuschkulisse. Somit stand einer etwas erholsameren Nacht nichts im Wege. Sicher? Aaaaalso, nachdem es auf einem Open Air ohnehin nicht möglich ist, im trauten Schlafe länger als bis 8 Uhr morgens von Lärm verschont zu bleiben, tat der BLIND GUARDIAN Soundcheck, der etwa zur genannten Zeit begann, seinen Teil dazu uns (diesmal etwas sanfter als in der Nacht zuvor) aus einem todähnlichen Tiefschlaf zu holen. Dümmliche Kommentare, die über die P.A. an den Soundmenschen gerichtet wurden und eine Instrumentalversion von "Welcome To Dying" sollten der heutige Wecker sein. So sei es... Ich glaube, ich habe mir (auf den Schreck LOL) ein Guten Morgen Bier aufgemacht und bin dann mit den anderen ein letztes Mal einkaufen gegangen. Der letzte Festivaltag hatte also begonnen .... - Gore

EVERGREY
Eigentlich eine Schande, dass eine Band wie EVERGREY so früh spielen muß – und zwar gegen 11 Uhr. Andererseits, das war wirklich ein schöner Morgen. Los ging`s mit „The Encounter“ und natürlich auch gleich ordentlichen Soundproblemen, die ja auf der Party Stage schon längst nichts neues mehr waren. Doch selbst dann, als später auch noch der Sequenzer den Geist aufgab, boten die Schweden eine tolle Show mit unverminderter Spielfreude. Gespielt wurden „Rulers Of The Mind“, „Nosferatu”, “Solitude within”, “Watching the skies”, “Deep Waters“ und zu guter letzt das allerbeste, nämlich „The Masterplan“. Evergrey waren für mich eindeutig unter den Top 3 in Wacken – das Publikum war begeistert, die Band trotz aller Probleme guter Laune und allein Tom’s hingebungsvoller Gesang, der bei mir eine Gänsehaut verursachte, machte den Gig zu einem der Besten in Wacken. – Anita

AMON AMARTH
Energiegeladen und gutgelaunt stürmten die Wikinger auf die Bühne und legten gleich voll los. Die Playlist war wie immer ein Streifzug durch alle möglichen Alben, neben „The Last With Pagan Blood“, „Ride For Vengeance“, „Victorious march“, „Masters Of War“, „Bleed For Ancient Gods“ war auch ein neues Lied namens „Death In Fire“ (ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit“ vertreten. AMON AMARTH live zu sehen, ist jedes mal wieder ein Vergnügen, die gute Laune steckt an, für Stimmung ist gesorgt, und die Spielfreude, die den Nordmännern ins Gesicht geschrieben ist, macht es jedes mal wieder zu etwas besonderem. – Anita

THUNDERSTONE
Mein Besuch bei THUNDERSTONE war nur von kurzer Dauer. Sie spielten typischen finnischen Power Metal, nichts besonderes, einfach guter Durchschnitt. Nichts spektakuläres würde ich sagen, allerdings kannte ich keinen einzigen Song – Fans hat es sicher gefallen. Da es auch auf der Bühne keine besonderen Ereignisse gab, wendete ich meine Aufmerksamkeit den CD-Ständen zu. - Anita

KALMAH
KALMAH durften trotz ihrer beiden genialen Alben und ihrem steigenden Bekanntheitsgrad „nur“ als Newcomer auf der WET-Stage spielen. Dass sie eigentlich besseres verdient hätten, bewies das erwartungsvolle Publikum, das schon vor Konzertbeginn das ganze Zelt aufgefüllt hatte – trotz unmenschlicher Hitze und einer Luftfeuchtigkeit von fast schon 100 %. Da ich ja CHILDREN OF BODOM am Freitag leider verpasst hatte, war die Vorfreude auf KALMAH umso größer. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Stimmung war großartig, und die Finnen spielten ihre Landsmänner vom Lake Bodom, verglichen mit deren letzen Konzert in Wien, richtig in Grund und Boden. KALMAH haben einfach noch die Härte, die CHILDREN OF BODOM zugunsten von mehr Herumgefidel, sei es auf Gitarre oder Synthie, aufgegeben haben. Das schönste an solchen Konzerten ist immer wieder die unverfälschte Freude über die Reaktionen des Publikums und die Spielfreude, die bei CHILDREN OF BODOM meiner Meinung nach einfach nicht mehr so wie am Anfang vorhanden ist, viel mehr kam es bei den letzten Konzerten eher schon als Pflicht rüber. Wie auch immer, die Playlist war super zwischen „They Will Return“ und „Swamplord“ ausbalanciert, besonders gut kamen „Evil In You“ und „Hades“ an. Hoffentlich kann man KALMAH in Zukunft auch mal unter humaneren Bedingungen erleben – bei den letzten Songs verließ ich aufgrund der immer noch steigenden Temperaturen das Zelt und hörte mir das Konzert draußen im Schatten an. - Anita

MACABRE
Genial gestört, das sind die zwei Worte, die MACABRE treffend beschreiben. In den gewohnten, sicken Ansagen beschrieb Frontgrunzer Corporate Death den Inhalt der darauffolgenden Songs. Geschichten über alle möglich Massenmörder wurden hier wie in Tante Emmas Märchenstunde erzählt. Gleich zu Beginn intonierte man nach dem Opener „Zodiac“ Songs vom kommenden Album „Murder Metal“. Besonders verrückt wirkte ein Nummer über einen zur Abwechslung deutschen Massenmörder, in der man zwischen MACABRE-typischem Geprügel und einem Polka / Bierzelt artigen Refrain hin und her wechselte. Refrain: „Mit dem Hackebeil .... Ha Ha Hackebeil ...” Typisch für die Burschen und einfach nur cool! Aber auch alte Songs kamen nicht zu kurz. Zum Abschluss wurde „Vampire Of Dusseldorf“ geboten. Der Refrain wurde vom Großteil der Anwesenden mitgebrüllt. Das hatte einen durchaus makabren Beigeschmack, als tausende Zuseher die Zeilen „I´m gonna kill, just because I want to...“ gröhlten. D.E.F.I.N.I.T.I.V. makaber! So einfach ließ man die Band jedoch nicht gehen und so kamen die Burschen noch für eine Zugabe zurück. Fazit: Genial wie immer [stimmt, ich bin seither MACABRE Fan !!!!! -Corniger], gestört – ja, Unterhaltungswert 100! - Gore

NUCLEAR ASSAULT
Bis zum Beginn des Gigs von NUCLEAR ASSAULT trieb ich mich backstage herum, duschender und nach festem Boden suchender Weise.... In der Früh hatte es wieder heftig geregnet und teilweise war es doch noch recht schlammig.... Besonders geil fand ich, dass die gesamte Pisse vom Klowagen neben der Black Stage über das Gelände abwärts floss, was sich in meinen Stiefeln sehr positiv bemerkbar machte ! Hatte man das nicht bemerkt, oder konnte/wollte man das nicht ?? Hmmmm....
Stefan von MYSTIC CIRCLE begann den Tag hier mit einem Dusch – Marathon, bei dem er mit mir wieder fleißig Wienerisch trainierte, hehehe, wo ich auch gleich den nagelneuen STORMWARRIOR Bassisten kennen lernte – tja, Sauberkeit zahlt sich doch aus hehehe.... Das Duschen war doch sehr erholsam, allerdings begannen bei mir nun schon in der Früh Kreuzschmerzen vom Gehen, Stehen, kaum Sitzen und wenig schlafen, die sich noch fatal auswirken sollten...
Nun, und so sah ich sie dann, meine alten, verehrten Thrash Götter NUCLEAR ASSAULT – jedoch wurde der Sound vom Wind derart verblasen, dass kaum etwas zu hören war, und die alten Herren wirkten auf der gigantischen Bühne, auf der DORO so schön aufgeräumt hatte, recht verloren und müde, was mir lediglich einen Impuls gab – weg hier !! - Corniger

HOLLENTHON
Als ich nun zu HOLLENTHON in das Zelt wollte, musste ich feststellen, dass dieses bereits restlos überfüllt war – faule Luft quoll mir über den Köpfen der Crowd entgegen, so dick wie der Matsch am Boden, somit entschloss ich mich, fürs erste das Feld zu räumen, nachdem ich keine Lust mehr hatte, weiter wie eine Filzlaus zerquetscht zu werden... - Corniger

Als wir kurz vor Konzertbeginn zur WET-Stage kamen, war das ganze Zelt schon zum Platzen voll, immer mehr Leute versuchten, sich hineinzudrängen und ständig strömten mehr Fans herbei. Dass HOLLENTHON so beliebt oder bekannt sind, war mir zuvor eigentlich nicht klar.
HOLLENTHON sind an sich eine ziemlich geile Live Band, die orchestralen Parts kommen immer recht mächtig rüber. Da es allerdings noch heißer als bei KALMAH war, und sowieso keine Chance mehr bestand, ins Zelt zu kommen, änderten wir unseren Plan und wanderten wir weiter zu FALCONER. – Anita

FALCONER
FALCONER wollte ich mir eigentlich nur wegen eines Songs - „The Mindtraveller“ – anschauen – den Rest vom alten Album hatte ich noch nie gehört, das neue Material einmal kurz angecheckt, aber es sprach mich nicht wirklich an. Aus diesem Grund hielten wir uns auch nicht recht lange bei FALCONER auf, da wir den Ohrwurm „The Mindtraveller“ schon verpasst hatten, und der Rest auch nicht so aufregend war. Allerdings war das Zusehen recht interessant, da der Sänger nicht aus dem Metal-Bereich kommt, sondern eigentlich Musicalsänger ist. Dementsprechend verhielt er sich auch ganz anders auf der Bühne. Ansonsten gibt’s nicht viel darüber zu sagen, mir wäre lieber gewesen, Gitarist Stefan Weinerhall hätte mit seiner alten Band MITHOTYN gespielt. Nach einer kurzen Pause ging’s dann weiter zu Immortal. - Anita

IMMORTAL
Der Sound bei IMMORTAL wurde wieder mal ein Opfer des Winds. Dieser machte allerdings die starke Hitze erträglich, weshalb ich mich nicht daran störte hehe. Trotz meiner festen Meinung, dass IMMORTAL nach „Battles In The North“ gestorben sind, nahm ich mir aber vor mir den Gig anzusehen, um mich möglicherweise eines besseren zu belehren. Jedoch weit gefehlt: die Burschen wanderten routiniert bis gelangweilt auf der Bühne herum und ich wurde den Eindruck nicht los, dass Abbath und Co definitiv nicht das spielten, was ihnen Spaß macht, sondern das, was sich verkauft. Deshalb wirkte die gesamte Performance einfach fad. Der Schwerpunkt lag, wie nicht anders zu erwarten auf den beiden letzten Alben. Unter anderem bei „Damned In Black“ war gut zu hören, dass die Gitarre ähnlich unsauber gespielt war wie auf dem Album (komisch auch hehe) .... Mit „Unsilent Storms In The North Abyss“, bei dem Abbath das Publikum mit gewissermaßen kasperlartigen Gesten anzuheizen versuchte, war lediglich ein Klassiker vertreten. Dieser konnte den schalen Geschmack, den das neue Material bei mir hinterließ auch nicht wett machen. Einzig erfreulich war, dass die Zugabe nicht zum 748. mal „Blashyrk“ war, sondern „Withstand The Fall Of Time“. Vielen Leuten dürfte es gefallen haben, mir (leider?) nicht. - Gore

EXODUS
Das selbe wie bei NUCLEAR ASSAULT musste ich auch bei den Herren von EXODUS denken..... und das dachte sich auch ein guter Teil des Publikums, da die Reaktionen doch eher spärlich ausfielen... ich hatte mir wiedereinmal eindeutig zuviel erwartet. Außer dass man sich offenbar wieder für den Ersatz des verstorbenen Sängers Paul Baloff entschuldigen musste, passierte nicht allzu viel, die Show und die Musik kamen ohne jeglichen Biss, ohne Aggression und die nötige alte Härte daher. Schade. – Corniger

HYPOCRISY
Mit einer ähnlichen Einstellung wie bei IMMORTAL erwartete ich den Gig von HYPOCRISY [die ich mir nach Wacken 2000 gar nicht mehr erst anschauen wollte, denn wie ein besoffener Volksschüler kann sogar der Macabre Gitarre spielen.. – Corniger ]. Ich kann gleich Eingangs sagen, ich wurde eines besseren belehrt. Auch, wenn mir das letzte Album „Catch 22“ im Vergleich zu den Vorgängeralben wieder recht gut gefallen hat, waren jedoch die letzten Konzerte von Tägtgren und Co. relativlangweilig. Nicht jedoch an diesem Nachmittag. Ich blicke mal über den Opener „Roswell 47“, der von der Menge frenetisch jubelnd aufgenommen wurde, hinweg - für mich ist die Nummer ähnlich abgenutzt wie IMMORTALs „Blashyrk“, METALLICAs „Enter Sandman“ und DISSCECTIONs „Where Dead Angels Lie“ ... wie dem auch sei, egal. Es folten fünf Songs am Stück, die ohne Ansagen in einander übergingen: „Pleasure Of Molestation“ (immer noch die beste Nummer), „Osculum Obscenum“, „Apocalypse“, „The Fourth Dimension“ und „Fire In The Sky“. Der Sound im Vergleich mit den vorangehenden Bands ziemlich gut. Die Gitarren waren etwas verwaschen, aber die Drums knallten umso mehr. Mit den Worten „Wacken, we love you!“ begrüßte Peter das enorm große Publikum. Man wirkte äußerst fit und mit den Worten „No alcohol today“ wurde mein Eindruck bestätigt - die Performance war mit am 2000er W:O:A, auf dem die Burschen nur wie besoffen auch der Bühne herumtorkelten, absolut nicht zu vergleichen. Diese Tatsache war selbstverständlich auch einer sauberen Darbietung dienlich. Ich war zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall überzeugt und freute mich darüber nach einigen laschen Konzerten in den letzten Jahren, endlich wieder ein gutes Konzert von einer Band zu sehen, die einmal zu meinen absoluten Faves gezählt hat. Mit „Don´t Judge Me“ und „Destroyed“ wurden zwei neue Songs gespielt. „Buried“ und „Left To Rot“ wurden ebenfalls zum Besten gegeben. Nach den zwei Zugaben „The Final Chapter“ und „Fractured Millenium“ verabschiedete sich die Band und hinterließ einen Haufen zufriedene Fans. Prädikat: bestes HYPOCRISY Konzert seit dem W:O:A 98 Gig, auf dem das Live Album mit geschnitten wurde! - Gore

SINERGY
Wie eine haarige Frühlingsrolle kam Kimberly Goss [*LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL* *ROFL* Mmuhahahahahaaaa...genialst getroffen..... man könnte auch abtauchende Feuerqualle sagen – Corniger ]auf die Bühne gestürmt, es folgte eine wie immer ewig lange Begrüßung [dämliche Schwafeltante – Corniger ]. Das Publikum war von Anfang an in bester Stimmung, und Kimberly verstand es auch, die Leute noch mehr anzuheizen – allerdings war alles schon recht übertrieben, sie bedankte sich andauernd in 10 verschiedenen Sprachen, widmete allen möglichen Leuten Songs, überredete das Publikum, in die Luft zu spucken und machte – auch wie immer – Werbung für CHILDREN OF BODOM (als ob die das noch nötig hätten). Wie auch immer, die Fans waren mehr als zufrieden und flippten total aus, mir als kritischem Zuschauer war es jedenfalls etwas zuviel des Guten. Die werte Dame sollte sich weniger auf ihre Ansagen und mehr auf ihren Live-Gesang konzentrieren, der nämlich heftig zu wünschen übrig ließ. Teilweise war ich versucht, mir die Ohren aufgrund ihres Geschreis zuzuhalten, doch gottseidank versuchte sie bei den meisten höheren Parts gar nicht erst, die Töne zu treffen, sondern hoffte, das Publikum würde ihren Teil übernehmen, was allerdings meist nicht so ganz hinhaute [Für mich, als Nichtkennenwoller dieser egomanischen Psychotante mit einem Selbstdarstellungszwang, der schon nach der Zwangsjacke schreit, hörte sich das mehr wie "das peinlichste Live-Versagen der Bodom-gepushten nordisch-verpflichteten Metalgeschichte" an - *KOTZ*!!!!!! – Corniger ]. Aber trotz aller Kritik, alte Songs wie „Venomous Vixens“,“Beware The Heavens“, „Gallowmere“ und ähnliche besserten auch meine Stimmung. SINERGY sind einfach eine Partyband, und obwohl ich mir wirklich sympathischere Frontfrauen vorstellen kann, Stimmung machen kann Kimberly [Ja, kunstvoll Leute zum Saufen animieren, damit sie nicht mitkriegen, dass sie stimmlich durch jeden X-beliebigen blinden Fussgängerzonensänger ersetzbar wäre :P – Corniger ], das muß man ihr lassen. Live singen allerdings nicht. - Anita
[Und im Studio mit Autotune und 100000 Takes auch nicht – Corniger ]

SUIDAKRA
Gespannt war ich nun auch auf SUIDAKRA, von denen ich zwar einiges Hörensagen, aber nichts musikalisches vernommen hatte. Und ich wurde nicht enttäuscht – obwohl es sich mehr oder weniger um 08/15 Melodic Death/Black handelte. Die Leute fuhren auf das Gespann extrem ab, es herrschte PARTY, und die Musik kam wirklich gut rüber – bis dato für mich die beste Band des Tages, trotz katastrophalen Fehlern an der Leadgitarre, die noch lang nicht so schlimm waren, wie die ins Publikum geschissene Gülle, die bei SINERGY verzapft wurde. Definitiv des Festivals würdig ! - Corniger

CANNIBAL CORPSE
CANNIBAL CORPSE haben ja bekannterweise immer noch damit zu kämpfen, dass sie in Deutschland keiner Songs ihrer ersten drei Alben spielen dürfen. Egal, wir können uns diese Songs auf österreichischen Bühnen anhören. Folglich lag der Schwerpunkt auf neuem Material. Ein breites Spektrum aller Alben von „The Bleeding“ bis „Gore Obsessed“ war an diesem Abend Programm. Die Darbietung war gewissermaßen 100% CANNIBAL CORPSE. Soll heißen ein Frontman, der wie eine Wildsau wütete, Pat (g) und Alex (b), die fest vor sich hinbangten und Jack (g), der wie Prinz Valium aus der Wäsche blickte und in der Gegend umhertaumelte. Über die spielerischen Qualitäten der Kannibalen wurden andernorts bereits ausführlich geredte, so braucht nicht erwähnt werden, dass auch an dem Abend alles 100% auf den Punkt gespielt war. Die Songauswahl war recht ausgewogen, abgesehen vom eingangs erwähnten Fehlen einiger Klassiker. Nur irgendwie wurde ich die ganze Zeit nicht den Eindruck los, dass ich das alles schon x mal gesehen hatte. Daher fehlte irgendwie ein zündendes Moment. Fazit: Die Burschen waren wieder einmal gut. Gut, nicht mehr, nicht weniger. - Gore

MÖRK GRYNING
MÖRK GRYNING dachten, sie hätten großes Pech mit ihrer Spielzeit – parallel zu CANNIBAL CORPSE. Zu ihrer und auch meiner großen Überraschung war das Zelt der WET-Stage wieder zum Bersten gefüllt, und alle warteten schon ungeduldig. Die bösen Jungs spielten zwar hauptsächlich Songs vom neuen Album, „Maelstrom Chaos“, aber auch die alten Sachen wurden nicht vergessen: „Tusen År Har Gått“ und „Journey“ kam bei den Fans wahnsinnig gut an, man hörte auch ständig Wünsche nach mehr älteren Songs. Es war jedenfalls eine Freude, MÖRK GRYNING zuzusehen, sie schienen nur so überzugehen vor Spielfreude, und boten eine extrem energiegeladene Show, die so manch andere Band in Wacken blass aussehen ließ. Der schwedische Anteil an Zuschauern betrug ca 85 % – in gewisser Weise hatte die Band also schon fast ein Heimspiel. Schade, dass MÖRK GRYNING bei uns noch nicht bekannter sind. Die neue CD ist ein Hammer, und besonders live kommen die Songs wahnsinnig gut rüber - wie in Wacken eben (besonders die schwedischen) „Ont Blod“ , „Dödens Skald“, oder auch „My Friends“. Übrigens fällte das Publikum bei diesem Gig die Entscheidung über die Zukunft der Band: Da man eigentlich nicht mehr live spielen wollte, stand man kurz vor der Auflösung. Ein grosses Danke also an alle begeisterten Zuschauer, die die Band wieder auf den richtigen Weg, nämlich weiterzumachen, zurückgeführt haben. - Anita

MEZARKABUL
Nun, MEZARKABUL waren ja einige Male zeitlich versetzt worden, ein Horror, angesichts der Tatsache, dass sie womöglich zugleich mit BLIND GUARDIAN hätten spielen müssen. Ich hatte noch nie etwas von der türkischen Formation gehört, die in ihrem Heimatland unter dem Namen PENTAGRAM fungiert, aber das Warten und Herumstehen hat sich ausgezahlt. Ich habe somit wirklich eine geniale Band kennen gelernt, die sich aus dem Powermetalsumpf der Neuzeit angenehm heraushebt. Hier bekam ich epische, mächtige Heavy Riffs um die Ohren geknallt, in den seltensten Fällen vom Standard – Doublebassgehämmer begleitet, dafür stets mit einer Riesenportion Atmosphäre – vor allem die arabischen Einflüsse verhalfen dieser Band zu einer zuvor nicht dagewesenen düsteren Stimmung. Souverän absolvierten die Routiniers mit einer ansprechenden Show ein leider augrund der vielen Verschiebungen schwach besuchtes, aber sehr geiles Konzert – zumindest konnte ich mich ungestört in der Frontline postieren und meine Begeisterung kundtun – das einzige Interview, das ich hier geführt habe, erfolgte mit dieser viel zu unbekannten Band ! HAMMERMÄSSIG !!!!! - Corniger

BLIND GUARDIAN
Nun war es soweit. Von vielen erwartet betraten BLIND GUARDIAN, die offiziellen Headliner, die Bühne. Da ich deren Gig am W:O:A 98 in eher schlechter Erinnerung hatte, sah ich der Show mit einigen Zweifeln entgegen. Mit „Into The Storm“ enterten die Krefelder ihren Set. Das Publikum hatten sie von der ersten Sekunde an fest im Griff, denn die Menge sang jeden Ton mit. Sichtlich begeistert über die Reaktionen verlor sich Frontman Hansi Kürsch in einem Gestotter heißester Danksagungen ans Publikum. Die Lobeshymnen wirkten jedoch spätestens nach der dritten Nummer nur mehr wie ein peinliches Kasperltheater [oder wie die verzweifelte Animation am Homo-Camp – Corniger ]. Weiter ging es mit „Welcome To Dying“ und „Nightfall“. Schlussendlich wurde angekündigt, dass das Konzert mitgeschnitten würde [cool, dann werden wir endlich erleben, wie man eine Liveaufnahme mit 200 Overdubspuren entschärft hehehe – Corniger ]. Folglich war die gebotene Songauswahl auch ausgezeichnet. An dieser Stelle gibt es echt nichts zu kritisieren. Der Schwerpunkt lag auf meinem persönlichen Lieblingsalbum „Imaginations from the Other Side“. Vom dem Album wurden der Titeltrack sowie „Mordreds Song“, „Born in a Morning Hall“, „Agony is the Script...“ und „Bright Eyes” geboten. Es wurde jedoch auch sonst kaum ein Hit ausgelassen und jedes Album wurde gestreift. Vom neun Release stach vor allem das fünfzehn Minuten Epos „And Then There Was Silence“ hervor. Kurz vor Ende der Show kündigte Hansi erneut eine Sturmwarnung an. So warteten die Leute irgendwie drauf, dass das Konzert ihrer Heros abgebrochen werde. Dem war aber nicht so. Mit den Zugaben „Lost In The Twilight Hall“ und „Mirror Mirror“ verabschiedete man sich. Nun hätte ich eigentlich zufrieden sein müssen, wo liegt also das Problem? Gespielt wurde alles einwandfrei, wenngleich das Drumming von Thomen in einer energiesparenden reduzierten Version geboten wurde. WORAN ich allerdings nicht vorbeihören konnte, waren einige immense – sagen wir mal – Ungenauigkeiten beim Gesang. Konkret gesagt: Hansi lag stellenweise bis zu einem Halbton neben seiner Linie. Das darf einfach nicht passieren. Ich bin also gespannt, was da auf Live Album so alles im Studio manipuliert sein wird.... Mehr möchte ich hierzu nicht mehr sagen, außer dass sich die GUARDIANS auf jeden Fall von Bands wie SAVATAGE ein Scheibchen abschneiden sollten, was eine professionelle Show angeht. - Gore

KREATOR
Ich war zwar nach BLIND GUARDIAN mit gutem Willen ausgestattet mir schließlich noch den Set von KREATOR anzusehen. Besonders interessiert war ich an der Songauswahl, da ich die Band nach ihrer Rückbesinnung zu härteren Klängen noch nicht live erlebt hatte. Lange spielte jedoch mein, vom vielen Stehen schwer lädiertes, Kreuz nicht mehr mit. Also fasse ich meine Eindrücke kurz zusammen: die Bühnendeko stellte eine riesige Ausgabe des Schädel vom Cover des aktuellen Albums dar. Alles sonst rot beleuchtet, genauso wie das Cover. Die Atmosphäre, die allein diese Deko erzeugte, war eine recht dämonische. Mit „Violent Revolution“, dem Titelstück der letztjährigen CD legten Mille und Co los. Es folgten „Extreme Aggression“, „People Of The Lie“, „Phobia“ und „Pleasure To Kill“. Gut gelaunt gaben die vier ihr Bestes vor einer erschöpften Menge. Nach etwa sechs Songs gab ich jedoch w.o. und wanderte zum Zelt bei dem ich noch ein paar Takte plauderte, um dann zufrieden aber hundemüde ins Zelt zu fallen. – Gore

GREEN CARNATION
GREEN CARNATION waren für mich das Highlight in Wacken – und sie spielten natürlich erst spät Samstag nachts, als vorletzte Band der Party-Stage. Groß war die Vorfreude auf jene Band, die nur einen Song zum Besten geben würde. 15 min vor planmäßigem Beginn fand ich mich vor der Bühne ein, um ja noch eine gute Sicht zu haben. Allerdings wurde erst viel später begonnen, und nachdem Tchort ca 20 min seine Gitarre gestimmt hatte, trudelten der Reihe nach die beiden Keyboarder und der Rest der Band ein. Endlich gings los, und aus dem Nebel tauchte Sänger Kjetil auf. Die 7 Norweger kreierten eine schier unglaubliche Atmosphäre, wie es heuer keine Band geschafft hatte – die Zuschauer waren alle wie gebannt und verzaubert – stimmungsmäßig war dieses Ereignis höchstens mit Opeth letztes Jahr zu vergleichen. „Light Of Day, Day Of Darkness“ ist auf CD schon höchst faszinierend, aber live dargeboten war es wirklich unglaublich. Live kamen so richtig die verschiedenen Emotionen hervor, die durch die Musik ausgedrückt werden. Besonders Kjetil verlieh einerseits durch seinen wundervollen klaren Gesang und andererseits durch sein teils theatralisches Auftreten dem ganzen einen besonderen Touch, und irgendwie war da irgendetwas Vertrautes zwischen Publikum und Musikern. Und zu meiner Freude wurden genau die 2 Minuten, die mir an „Light Of Day, Day Of Darkness“ nicht gefallen - hysterisches Frauengekreische und Gegurgel untermalt vom Saxophon – wurden weggelassen. Was soll man noch sagen, es war göttlich. - Anita

U.D.O.
Bei U.D.O. kam allerdings echt Stimmung auf – ich kannte das Material überhaupt nicht, aber die Musik trat mächtig Arsch, die Lightshow machte Sinn und ich amüsierte mich wirklich prächtig !!!! Durch die vorwiegend gelb/rosa gehaltene Lightshow wirkte das ganze grell - aggressiv, genaus wie der Sänger. Wer auf alten Hardrock mit brutal hässlichen Vocals steht, die grade mal an der Grenze zwischen AC/DC und Black Metal stehen, hehehe, der sei mit dieser Band gut beraten, denn Udo Dirkschneider hat bei ACCEPT gelernt, sich in Szene zu setzen, und so brachte der Dinosaurier des Rock das Blut in Wallung !! - Corniger

Nun, der letzte Abend des Festivals war beendet, mein Kreuz war komplett im Arsch, meine Hose so dreckig, dass kaum ein Penner mithalten konnte, und ich war so fertig, dass ich um 1:00 morgens noch ein Grillhuhn essen musste, ich Armer, hehehe... Die letzte Nacht (natürlich die unwichtigste) verlief recht ruhig, und am Morgen, beim Einpacken, wurde mal wieder Gottes Blase schwach, und er bepisste uns nach Herzenslust. In einer Regenpause wurden die Zelte verpackt und ab ging´s gen Bahnhof – aber voll Zufriedenheit !!
Das heurige Wacken Open Air war, auch laut Gore, heuer eines der besten überhaupt, und es besteht kein Zweifel, dass wir nächstes Jahr wieder dabei sein werden !!!! - Corniger

Ich schließe mich Corniger an, das heurige Wacken war eines der Besten, und man sieht sich sicher nächstes Jahr wieder - mehr Leute, noch weniger Klos, juhuu!
Abgesehen vom alten Leid mit den sanitären Anlagen, dem Verlust meiner geliebten Kamera und dem Wetter war es heuer genial.
Gestärkt mit guten Vorsätzen fürs nächste Jahr - weniger Alkohol, bevor nicht alle interessanten Bands des Abends begutachtet worden sind, und einer Leine für die nächste Kamera, kann ich man wieder beginnen, die Tage zu zählen. -Anita

Den abschließenden Worten meiner Kollegen ist definitiv nichts hinzuzufügen. Ich pilgerte heuer zum sechsten Male in Serie ins Metal Mekka und muss echt sagen, dass trotz des extremen Wetters das W:O:A 2002 in meinem persönlichen Ranking fast ex aequo mit 98 auf dem ersten Platz steht. Ich freu mich auf jeden Fall schon wieder wie ein Wahnsinniger auf das W:O:A 2003 [Wieviel Tage noch ? *lol* – Corniger ]! Prostmahlzeit! - Gore


Hier geht´s zum Bericht vom W:O:A 2002 Donnerstag / Night To Remember
Hier geht´s zum Bericht vom W:O:A 2002 Freitag / Festivaltag 1

www.wacken-open-air.de

Anita

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Beitrag vom 03.09.2002
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