DIE HAPPY   PUKE BACKWARDS  
29.06.2002 @ Radolfzell (am Bodensee)

Was für ein Konzert. Veni, vidi, vici – DIE HAPPYkam, sah und siegte. Und das geht vor allem so: In eine kleine Stadt auf ein gerade frisch eingeführtes Open Air anzureisen, die Menschen von der ersten Sekunde an zu begeistern, danach sich noch freundlich mit den Fans zu unterhalten. „Das Publikum war super“, lobte Sängerin Marta Jandová nach dem Auftritt.
So bombastisch sie die grölende Menge von fast 3000 Menschen vor der Bühne fand, so bombastisch war auch das Konzert der Charstürmer. Eine leichte Übung für die vier Musiker aus dem süddeutschen Ulm. Sie mussten nur mit „Like a flower“ vom Debüt Supersonic Speed beginnen, schon tanzten, kreischten, schrien, jubelten, pogten, Crowd-surften und hüpfte das junge Publikum, so, wie sie es bei der Vorband PUKE BACKWARDS noch nicht taten. „Schade war nur, dass die Bühne niedrig war, ich konnte nicht so viele Menschen sehen“, beschwerte sich die Sängerin mit freundlichem Ton. Aber dennoch ließ sie es sich nicht nehmen, auf der Bühne vor dem Bodensee wie ein Wirbelwind das Konzertsegel flattern zu lassen. Sie sang noch in den schwierigsten Lagen: Kauernd, hüpfend, liegend, stehend und windend. Kein Problem für die stimmgewaltige und gebürtige Tschechin. Ihre ganze Energie ließ sie bei den turbulenten Liedern wie „Supersonic Speed“ raus. Zum Schweiß treibenden Vergnügen der Fans vor ihr, auf die der Funken übersprang. So sehr, dass die Gitter als Absperrung zur Bühne umzufallen drohten - Security-Männer als dagegen stemmendes Personal. Musikalisch gesehen gab es bei DIE HAPPY noch nie etwas auszusetzen, schon gar nicht, wenn sie live auf der Bühne stehen. Keine verzwackten Soli, keine aufwändiges Bearbeiten der Drum-Felle, keine Virtuosenleistung am Bass. Einfach nur gute Musik, die direkt in den Gehörgang geht und auch drin bleibt. Aber dennoch sauber gespielt. Ruhiger wurde Marta beim neuen Material der aktuellen Scheibe „Beautiful Morning“, das ohnehin manch leisere Passagen beinhaltet. Fehlen durfte natürlich nicht die Hitsingle „Goodbye“, bei der die fast 3000 Fans ins Schwärmen gerieten. Auch Marta war ihr begeistertes Gesicht während des Liedes anzusehen. Obwohl nach dem Amoklauf an der Erfurter Schule das Video nicht mehr im Fernsehen ausgestrahlt wird. „Die Entscheidung kam nicht von uns und ich fand es auch übertrieben, denn in unserem Video wird keine Gewalt gezeigt, geschweige noch irgendwas, was mit diesem schrecklichen Ereignis in Verbindung steht“, beschwert sich die Sängerin. Sie wisse nicht, wie es jemanden so aufregen konnte, „wenn doch den ganzen Tag im Fernseher schreckliche Sachen gezeigt werden, gegen die unser Video mehr als harmlos ist“. Dafür darf sie sich über die guten Chartplatzierungen des neuesten Silberlings freuen: „Wir haben uns sehr gefreut, haben mit Top 30 gerechnet. Aber dass es so hoch geht, war wunderschön“, kommentiert Marta. Auch in Radolfzell hatte sie ihre Fangemeinde. Etliche warteten auf sie am Eingang zum Backstage-Bereich und wollten Autogramme. Für Rockstars kein Problem. Ein Problem für sie ist es dabei eher, freundlich zu sein, und dahinter nicht das Pflichtprogramm zu sehen. Marta sieht dahinter den Kontakt zu ihren Anhängern. Überaus freundlich setzt sie den Stift an und schreibt ihren Namenszug auf die Poster, Karten, Bäuche, Ärme und Rucksäcke – und hat dabei noch die Zeit für einige Worte mit ihren Fans.
www.die-happy.net

Philipp
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Beitrag vom 04.09.2002
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