ALEC EMPIRE  
15.09.2002 @ New Backstage, München

Derzeit ist ALEC EMPIRE auf Tour mit seiner neuen CD „Intelligence & Sacrifice“, welche in der Alternative-Szene für großes Aufsehen sorgt. Im September und Oktober tourt er mit seiner Band durch fast ganz Westeuropa; Stationen sind unter anderem Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien – Österreich ist leider nicht dabei (siehe Interview).

Am 15. September startete ALEC EMPIRE seine Tour im Münchner Backstage. Bei dieser Location handelt sich um eine Konzerthalle, welche ca. 1.500 Leute fasst. Daneben gibt es noch einige andere kleine Hallen und einen größeren Gastgarten. Jeden September gibt das Backstage in den ersten zwei Wochen ein Event, an dem jeden Tag andere Künstler auftreten – und das ohne Eintritt (!). Falls es jemanden einmal nach München verschlägt, so sei ihm das Backstage wärmstens empfohlen.

Nach einer lokalen Support Band startete das ALEC EMPIRE-Konzert pünktlich um 22:30. Allerdings gab es zuerst noch ein ca. 20minütiges Intro, bei dem bei unbeleuchteter Bühne typische „Digitalhardcore“-Klänge aus den Boxen schallten. Die Stimmung im Publikum war sehr neugierig und angespannt. Die Konzerthalle war zum Bersten voll. Es waren aber sicher auch viele dabei, die nur wegen des freien Eintritts anwesend waren und nun nicht wussten, was sie erwarten würde.
Schließlich versammelte sich die Band, welche ALEC mitgebracht hatte, auf der Bühne. Dabei handelte es sich um einen Schlagzeuger, einen Gitarristen und um einen noch ziemlich jung aussehenden Asiaten, welcher das Mischpult bediente. Schlussendlich stürmte ALEC EMPIRE selber auf die Bühne. Die Band legte gleich von 0 auf 100 los mit dem ersten Track der neuen CD „Intelligence & Sacrifice“, wobei das kurze ruhige Intro weggelassen wurde. Von Anfang an war klar, dass es sich um ein Konzert der härteren Gangart handeln würde. Durch die Band kamen die Songs noch um einiges metaliger rüber als auf der CD. In den vorderen Reihen ging es wirklich sehr wild zu, jeder ließ seiner Energie freien Lauf und nach nur wenigen Minuten ist schon ein ganz ordentlicher Moshpit entstanden. Allerdings schienen auch einige Leute etwas enttäuscht, für sie war das Konzert offensichtlich zu „hart“. Sie verließen schleunigst wieder die Halle. Doch der Rest schien sehr begeistert zu sein.
ALEC versuchte immer wieder die Stimmung anzuheizen, indem er herausfordernd in das Publikum starrte oder den Mikrofonständer über die Köpfe des Publikums hielt. Auch der Gitarrist verausgabte sich sehr. Er sprang immer wieder hoch in Luft und ließ sich dann stampfend auf die Bühne prallen.
Beim nächsten Track handelte es sich um „The Ride“, welcher am 7. Oktober als Single ausgekoppelt wurde. Danach wurden alle restlichen Lieder der CD „Intelligence & Sacrifice“ gespielt, sogar in derselben Reihenfolge wie auf der CD. Nur zwei andere Tracks standen auch auf dem Programm: „Df02“ vom Album „Miss Black America“ und „Machine survives“.
Beim vorletzten Track „…And never to be found“ begann ALEC zu „Posen“: Er entledigte sich seiner fingerlosen Handschuhe und seines T-Shirts, ließ sich immer wieder erschöpft auf die Bühne fallen und sprang dann schließlich beim letzten Track „New World Order“ ins Publikum. Dieser letzte Track soll den Kampf von Maschinen darstellen; entsprechend wurde weniger gesungen und die Musik hörte sich immer mehr nach einem Durcheinander an. Der Gitarrist rieb seine Gitarre unkontrolliert an den Verstärkern, wobei der Lärm noch nervöser herüberkam. ALEC stellte sich schließlich mit ausgebreiteten Armen auf eine der höheren Boxen, wo er eine ganze Weile wie erstarrt stehen blieb. Schließlich verließ er und anschließend auch die restlichen Bandmitglieder die Bühne. Trotz lauter „Zugabe“-Rufen kam die Band nicht mehr zum Vorschein.

Insgesamt hatte das Konzert ungefähr eineinhalb Stunden gedauert, ohne Intro und Outro allerdings vielleicht nur so 50 Minuten, die hatten es allerdings wirklich in sich.Für uns hatte sich die weite Reise nach München auf alle Fälle ausgezahlt. Es bleibt nur zu hoffen, dass uns ALEC EMPIRE auch in Österreich einmal beehren wird.


FOTOS + E-CARDS
www.alecempire.com

Christian

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Beitrag vom 20.10.2002
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