LANDMINE SPRING   MASSIVE WEIGHT GAIN    LOW CAPACITY  
25.10.2002 @ Ann and Pat

Nach mehr als einem halben Jahr Abstinenz empfand ich es wieder einmal an der Zeit, dem JUZ Ann & Pat in Urfahr einen Besucht abzustatten. Grund dafür war u.a., dass die Musik des Headliners, LANDMINE SPRING, auf der Homepage des Veranstaltungsortes in höchsten Tönen gelobt worden war, aber auch die Tatsache, dass mir der MASSIVE WEIGHT GAIN-Gig in Wels im Mai dieses Jahre ausgesprochen zugesagt hatte.
Als Opener fungierten LOW CAPACITY, die als Linzer Band ein lupenreines Heimspiel absolvieren durften, und stilistisch zusammengefasst eine Verschmelzung von Hardcore/Crossover-Klängen inkl. aggressiver, roher Gesangsparts seitens des Sängers darboten. Zwar erwies sich die Show insgesamt sicherlich noch als verbesserungswürdig, und man wir so schnell keinen Innovationspreis gewinnen, allerdings muss man in Betracht ziehen, dass es sich hierbei um das Bühnendebut von LOW CAPACITY handelte, und so gesehen ging der Gig durchaus in Ordnung, was auch an der Stimmung im Publikum abzulesen war.

Es folgte mit MASSIVE WEIGHT GAIN jene fünfköpfige Formation aus dem Großraum Oberösterreich, die zwar musikalisch, wenn am sich auf einen Stil festlegen muss, am ehesten im Stoner Rock-Bereich anzusiedeln ist, aber hörbar beim Songwriting ein Augenmerk darauf gerichtet hat, auch andersartige Einflüsse in ihren Sound einzubetten. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass hie und da so manche Passage an Bands wie u.a. TOOL oder MELVINS erinnert, und stellenweise auch mal eine härtere Gangart forciert werden darf. Auch einen emotionalen Beigeschmack kann den Stücken der Band attestieren werden, der vielleicht wesentlich dazu beiträgt, dass diese wirklich hörenswert ausfallen. Insgesamt bestimmt ein akzeptabler Gig, wenngleich sie mit einem großen Manko zu kämpfen hatten: Sie verfügten wohl über keinerlei Monitorsound, ließen sich aber von dieser negativen Begleiterscheinung keineswegs aus dem Konzept bringen, und machten das Beste daraus, was merkbar auch von der Audienz gebührend honoriert wurde.

Als letzte Band bestiegen LANDMINE SPRING aus Tschechien die Bühne. Eine Formation, die schon mehrmals in Linz gastiert hatte, und dadurch auf eine beachtliche Schar von loyalen Fans aufbauen konnte. (Aber auch der Sänger brachte seine Sympathie für diese Location und die dortigen Fans bei einer Ansage zum Ausdruck.) Und diese galt es natürlich nicht zu enttäuschen. Auch durch wohl gute Soundverhältnisse begünstigt, schaffte es tschechische Band den Erwartungen gerecht zu werden. LANDMINE SPRING zelebrierten wirklich famosen melodischen Emo-Hardcore (a la QUICKSAND und Co.) , der die Zuseher von der ersten Sekunde an mitriss. Was beim Sound der Band als außergewöhnlich gewertet werden kann, ist die Tatsache, dass das Songmaterial bei aller Nachdenklichkeit auch positive Vibes zu versprühen vermag, was in diesem Genre nicht unbedingt gang und gäbe ist. Irgendwie sind LANDMINE SPRING zu jener Gattung von (HC-) Bands zu zählen, die geschickt beim Komponieren für ein notweniges Gleichgewicht von Härte- und Melodieanteilen schaffen können, und bewusst ihren Gefühlen dabei freien Lauf lassen. Selbstverständlich wurde auch der Wunsch nach Zugaben erfüllt, ehe so mancher (begeisterter) Fan den Merchandisingstand aufsuchte, um einen Tonträger der Band sein Eigen nennen zu dürften.




Hutti
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Beitrag vom 17.11.2002
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