ESOPHAGUS    BASTARD    BLOODFEAST   
09.07.2000 @ Zu-Ga-Be

Sommer und Sonntag, das ist eine gefährliche Kombination, die schon oft daran schuld war, daß Veranstaltungen nicht gerade von Massen gesegnet waren, und leider war es auch bei diesem Konzert so. Warum das so ist, diese Frage kann glaube ich niemand genau beantworten. Spielen Bands im Sommer und Sonntags etwa schlechter? BLOODFEAST, BASTARD und ESOPHAGUS traten den Beweis an, daß dem nicht so ist...
Als erstes machten sich die, aus der Steiermark stammenden BLOODFEAST ans Werk. Schon einmal hatte ich das Vergnügen, den Ergüssen dieser Band zu lauschen und wie beim 1. Mal überzeugten mich die Herren mit ihren saftigen midtempo Riffs, den variationsreichen Vocals und der expressionistischen Bühnenshow, und genau so wie beim 1. Mal zog sich bei mir alles zusammen, als die Band einen Gang runter schaltete und der Sänger mit cleaner (!) Stimme eine balladenähnliche Nummer anstimmte! Bei diesem besagten 1. Mal dachte ich noch an einen Ausrutscher oder so eine Stilfindungsgeschichte. Aber nein, dieser Stilbruch ist reine Absicht und verfehlt meiner Meinung nach seine Wirkung nicht. Diese Provokation an das typische Death-Klischee zieht sich durch sämtliche ihrer Nummern und ist auch in der Mimik des Sängers wiederzufinden. Dabei ist aber nochmals darauf hinzuweisen, daß der überwiegende Teil des Programmes purer Death ist, dem es live zwar ab und zu an Power fehlte (nur eine Gitarre!), aber durchaus diese Bezeichnung verdient. Weiters präsentierten Bloodfeast ihre neue CD, über die ihr bei den "Reviews" nachlesen könnt. Also insgesamt eine Band, die nicht wirklich zu definieren ist. Hier gilt es sich selbst eine Meinung zu bilden und zu urteilen.
Danach betraten BASTARD, eine junge Band aus Wien, die sich eher der dunklen Seite des Metals verschrieben hat, die Bühne. Es war Black Metal der direkteren Sorte, der einem aufgetischt wurde, ganz ohne Keyboard und all zu aufwendigen musikalischen Spielereien. Sie knallten einem eine Nummer nach der anderen um die Ohren und das mit einer Professionalität, die man sich von dieser eher unbekannten Band nicht erwartet hätte. Nur an der mageren Bühnenperformance merkte man doch noch etwas die fehlende Routine. Trotzdem eine Band, die man im Auge behalten sollte!
Zu guter Letzt waren ESOPHAGUS an der Reihe, die zurecht der Hauptact dieses Gigs waren, denn in gewohnter Manier stampften sie alles in Grund und Boden, was sich innerhalb der ZU-GA-BE befand. Jeglicher Versuch sich zu erheben scheiterte an der schier endlosen Wucht dieser Band, die sich durch mächtige und brutal tiefe Riffs und häufige Blast Intermezzos auszeichnet, sowie von extrem tiefen Vocals und wahnsinnig schnellen Drums geprägt ist. Also eine Brutal-Death Salve mit der man halb Wien dem Erdboden gleich machen könnte! Der Umstand, daß Esophagus nur noch mit einer Gitarre spielen, machte sich kaum am Druck ihrer Nummern bemerkbar, wobei dieses "kaum" dem nicht optimal abgemischten Sound zuzuschreiben war, der die Saiteninstrumente, vor allem aber den Baß etwas zu sehr in den Hintergrund rückte. Stellt sich nur noch die Frage, wann die erste Esophagus CD erscheinen wird, denn an gutem Material und Routine sollte es nicht mangeln!
Fazit: Ein gelungenes Event mit drei absolut guten Bands, die wirklich mehr Publikum verdient hätten!


Martin
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Beitrag vom 09.09.2000
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