SIX FEET UNDER   MARDUK   IMMOLATION   KATAKLYSM  
14.12.2002 @ Alter Schl8hof

"Stille Nacht, heilige Nacht", so singt man unterm Weihnachtsbaum, Jahr ein, Jahr aus. Doch nicht nur frommes Trallalla kommt alle Jahre wieder, sondern auch das X-MAS-Festival.
Von den ganzen Bands konnte ich aus zeitlichen Gründen nur mehr die letzten vier sehen.
So kam ich also beim Alten Schl8hof an und nichts ging mehr, wahre Menschenmassen drängten sich überall, wohin man auch blickte. So viele Leute auf einem Konzert hatte ich noch nie erlebt, egal, wo man war, Bühnenbereich, Bar, Klo, mittendrin, draußen, überall lauter kleine Menschlein, die dann von den bösen, bösen Metalbands gefressen wurden.

Als erstes betraten die Kanadier KATAKLYSM die Bühne, von der Publikumsreaktion her waren sie die heimlichen Headliner des Abends. Durch den guten Sound unterstützt knallten sie ihre Mischung an Härte und Melodie den Fans entgegen, waren selbst überwältigt von der Begeisterung der Leute. Den Anfang machte "Shadows & Dust" vom gleichnamigen Album, sofort flogen die Köpfe im Takt. Weiters erkannte ich noch "Astral Empire", "1999 6661 2000", "Manipulator of Souls", sogar ganz altes Material wurde gespielt, nämlich "The Awekener". Der Bühnenbereich war zum Bersten voll, mitgegangen wurde von vorne bis hinten, Wahnsinn! Für mich sind KATAKLYSM eine der grandiosesten Bands im Death Metal-Genre.

IMMOLATION kamen danach, die Stimmung legte sich merkbar, was nicht nur am "Hello Australia" des Sängers lag. Musikmäßig derber und vom Sound schlechter langweilten sie mich eher. Ein Fan stellte irgendwas vorne an (sah ich nicht, bei all den Massen), was einen Regen an Beschimpfungen des Sängers mit sich brachte. Sehr klischeehaft, muss ich schon sagen, bzw. zeugt das nicht von Intelligenz, wenn man dann minutenlang "fucking asshole, motherfucker, pussy" usw. vom Stapel lässt und den Schl8hof wörtlich auffordert, man solle den Typen zusammenschlagen. Natürlich ist es nicht ok, wenn sich einer aufführt und den anderen den Spaß verdirbt, aber solche Kommentare von der Bühne müssen auch nicht sein.

MARDUK, MARDUK, was gibt es da zu sagen. Viele Fans regen sich wegen ihrer Darbietung auf, doch dieses Mal war nichts davon zu bemerken. Einige Leute waren nur wegen den schwedischen Black Metallern gekommen, die Stimmung war spitze, die Halle voll, aber mich interessierte es nicht, MARDUK mit ihrem kriegsverherrlichendem Gewüte finde ich einfach nur lächerlich und nervig. Wären die Böslinge im zweiten Weltkrieg an der Front gewesen, würden sie nicht solche Musik und solche Texte schreiben.

SIX FEET UNDER aus den USA gelten als Deathmetal-Götter, werden aber ebenso verlacht, wegen langweiligen Songs. Meiner Meinung nach sind ihre CDs beides, halb gut, halb zum Vergessen. Die Setlist war ähnlich der in Bochum, wo ich sie schon mal sehen konnte. Es gab "No Warning Shot", "Night Visions", "Vicitm of the Paranoid", "Hacked to Pieces", "Feasting on the Blood of the Insane", "Torture Killer" (gääääähn), "The Day the Dead Walked"...das ebenfalls total unnötige "Snakes"...es gehört nicht viel dazu, einfach nur ein paar monotone runtergestimme Chords zu spielen und rumzugrunzen. Höhepunkt war die Coverversion von "TNT", welche sie in Deutschland nicht spielten. Chris Barnes war in Topform, sein Gegrunze halte ich für nur mehr geil und sein Gekreische, was viele störend empfinden, gefällt mir noch viel besser. Die Spielzeit war ebenso ok, sicher ein Erlebnis.


Leander
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Beitrag vom 06.01.2003
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