PEKARI    EYE OF BETRAYER    GOATSKIN   
08.02.2003 @ Fred Sega

Anlässlich des fünften Geburtstages des Welser Kultlokales (zumindest für Welser *G*) Fred Sega fand am 8. Februar ein Konzert mit drei Bands statt, davon zwei gebürtige. Den Anfang machten GOATSKIN aus Traun, die vor einem für die kleinen Verhältnisse ganz gut besuchten Lokal loslegten. Die Band, die demnächst zwei Auftritte in Deutschland absolvieren wird, könnte man als eingängigen Nu Metal bezeichnen, der schon einige Zuhörer/Innen zum Abrocken bewegen konnte, wobei aber die Mehrzahl noch nicht anwesend war, oder am Boden rumhockte. Musikalisch wurde ein Song vom Album "Last Sunbeam", das schon 2000 rauskam, zum Besten gegeben, aber auch viele neue Songs wurden vorgestellt.

Anschließend war es wieder einmal Zeit für die Welser EYE OF BETRAYER, die mir immer besser gefallen. Ein Album kann das Dark-Gothic-Black Metal Sextett rund um Oliver (Grunzkreisch), Kerstin (Lalala), Jürgen (dröööhn), Stefan (wummer), Budi (Klimper) und Clemens (Bummtschack) zwar noch vorweisen, aber dies sollte laut Bandaussagen nicht mehr allzulange dauern. Mittlerweile hat man zahlreiche Songs auf Lager, um auch eine volle Stunde spielen zu können, was man auch mit einer Glanzleistung tat. Die eigentlich noch jungen EYE OF BETRAYER zeichnet nicht nur die mitreißende Musik aus, die von variablen Grunz- und Kreischvocals von Oliver, dem Sopran von Kerstin und dem virtuosen Keyboardgeklimper von Budi geprägt wird, sondern sie können mit einer Performance punkten, die bei den meisten Bands zu wünschen übrig lässt - das Stageacting wirkt professionell und fast sogar perfekt einstudiert. Die Setlist beinhaltete folgende Songs: "There ain't no sunbeams when you're dead", "Weeping at an empty grave" (das man schon als Mp3 runterladen könnte, nur funktioniert es nicht, bitte ändert das mal!), "Call to arms", bei dem Oliver immer auf die Titelgleichheit mit MANOWAR hinweist, "Reflection of despair", "Ikare" (ja, er ist abgestürtzt), "Katharsis", "The warlock's brave bride" und einen brandneuer Song namens "Toadstool".
Die Band verfügt über jede Menge Potential, Sänger Oliver, dessen optische Ähnlichkeit mit dem EISREGEN-Frontmann man nicht leugnen kann, versprüht jede Menge Charisma und meistert seine Vocals mit einer spielerischen Leichtigkeit, Budi spielt seit über einem Jahrzehnt Klavier/Keyboard und Clemens sieht wohl sein Drumkit als Spielwiese an, auf der er sich voll und ganz austoben kann. Der erste Platz in der Vorrunde zum Yamaha Band Contest im Schl8hof wurde nicht per Zufall gewonnen, sondern ist schon ein Wink auf die Qualität von EYE OF BETRAYER. Zusätzlich staunte ich bei dem....argh...meinen Traumkeyboard, welches direkt vor meiner Nase stand, ein regelrechtes Schlachtschiff, Budis unteres Keyboard, ein Korg Triton Pro X! *lechz* Aber damit war ich nicht der einzige, Phillip von ESCHATON war seinerseits von Stefans Bass angetan.

Nach feucht-fröhlichen Sektrumspritz-Einlagen (das Fred Sega hatte ja Geburtstag!), bei der ich so richtig nass wurde, ging es mit den Death/Grindern PEKARI weiter. Oliver und Clemens blieben auf der Bühne, da sie auch in dieser Band mitwirken, wobei sich Clemens beim PEKARI-Geboller ordentlich austoben und seine Klasse beweisen kann. Das Bandplüschschwein wurde hervorgeholt, wobei so ein Viech alles andere als niedlich und harmlos ist, real handelt es sich dabei um ein aggressives Killerschwein, das irgendwo im südamerikanischen Urwald haust und größere Tiere bzw. sogar Menschen anfällt. Mit PEKARI ist es so eine Sache, live erzeuten sie ordentlich Dampf und Druck, Sux an der Klampfe rifft meist technisches Gedonner runter, doch auf CD wäre ihre Musik nicht so meine Sache, da es mir zu monoton wäre. Die Coverversion von MALEVOLANT CREATION ("Eve of the Apocalypse") durfte dieses Mal wieder nicht fehlen und auch "Guts pave my Way", das auch am Earshotsampler zu hören ist, wurde gespielt. Ich sage nur "-Tssss pave my Way" (Insider).

Positiv waren nicht nur die für das Lokal vielen Zuhörer/Innen, sondern auch die Tatsache, dass es keinen Eintritt gab, die Bands spielen gratis. Ob dies von den Bands selber ausging, oder es mit dem Geburtstag des Fred Segas zusammenhing, ist mir allerdings nicht bekannt.

Photos vom Konzert gibt es übrigens auf der Seite vom Metalforum-Linz zu sehen:
www.metalforum-linz.at/bilder/album38
Der headbangende Typ mit dem Dornenreich-Shirt bin ich :-)


Leander
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Beitrag vom 12.02.2003
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