SOULFLY   INFERNAL   CANITRASHCAN?  
22.02.2003 @ Posthof

Als Hutti und ich beim Posthof Linz ankamen, war eines sofort klar: Es würde sehr, sehr eng und geladen werden. Das Konzert war schon seit längerem ausverkauft, wahre Menschenmassen um einen herum, die beiden Vorbands CANITRASHCAN? und INFERNAL konnten jeweils schon vor ziemlich zahlreichen Leute spielen. CANITRASHCAN? boten eine Mischung aus Metal, Hardcore-Elementen, jedoch mit einem äußerst melodischen Sänger. Ihr 30-minütiges Set ging durchaus ins Ohr, erinnerte mich leicht an LIFE OF AGONY, bezogen auf die Vocals im musikalischem Umfeld. Bei INFERNAL tobte die Halle schon, was man durch den Rumhüpf-Groove erklären kann. Obwohl ich die Band schon zig Male live gesehen habe, handelte es sich trotzdem um eine Art Premiere, da nach einigen Line-up-Wechseln nicht nur die Mitglieder gingen, sondern auch die Musik in einem anderen Gewand ertönt bzw. man eben nur neue Songs spielte. INFERNAL kamen beim Publikum richtig gut an - die vordersten Reihen sprangen um die Wette.

CAMERAN fiel seltsamerweise aus, so ging es nach einer ca. 30-minütigen Umbaupause um Punkt 21:30 schon mit SOULFLY weiter. Max live zu sehen ist immer wieder ein besonderes Ereignis, der Posthof war zum Bersten voll, und SOULFLY spielen ja nicht als SOULFLY, sondern durch den Sänger und schon Kultfrontmann auch als SEPULTURA bzw. NAILBOMB. Es ging mit "Downstroy" und "Seek & strike" los und von Anfang an war der SOULFLY-Tribe nicht mehr zu halten. Von vorne bis hinten wurde gemosht, gesprungen und gebangt, was das Zeug hielt, sogar hinten beim Mischpult knisterte die Liveenergie und war extrem spürbar. Nach einigen weiteren Nummern (darunter auch ein Song von Max' Nebenband NAILBOMB) ging es nach "Last of the Mohicans" mit einem Ausflug in alte SEPULTURA-Zeiten weiter, aber dieses Mal Schlag auf Schlag. Das Remix "Chaos B.C." erklang, welches auf der Special-Edition der "Chaos A.D." zu finden ist (ob der Song sonstwo noch auf CD inkludiert ist, weiß ich nicht), und wie könnte es auch anders sein, ging es mit "Refuse/Resist" weiter. Kultgetrommle, Freude explodierte in mir, das musste "Territory" sein. Doch dabei blieb es nicht, nochmal wurde mit SEPULTURA nachgeladen, nämlich mit "Inner Self". Anschließend bot man wieder SOULFLY-Songs, z.B. "Tribe" oder "Back to the primitive", ehe der Knaller schlechthin kam, den sowohl neue SOULFLY-Fans als auch altgesottene SEPULTURA-Banger erwarten, nämlich "Roots bloody roots". Dass diese Songs in Wien nicht gespielt wurden, erfüllt mich umso mehr mit Freude, dass ich sie eben schon live hören konnte. Wahrscheinlich lag es an verschiedenen Setlists, da "Spit" z.B. nicht gespielt wurde. Der einzige Wehmutstropfen war das Fehlen von "No hope = no fear", sonst passte alles, nach einer Pause beendete eine Coverversion von NIRVANA, "Territorial Pissings" und "Eye for an Eye" das genau 60-minütige Set. Ein Manko stellte auch noch der nicht sooo tolle Sound dar, die Gitarren waren meist viel zu leise, außer bei den SEPULTURA-Songs, wo sie wieder nach oben geschraubt wurden. Die Stimmung war durchwegs der Wahnsinn, bei den älteren Songs von Max Cavaleras Ex-Band sprangen nicht 100%, sondern nur 60%, dafür bangten umso mehr der älteren Leute im Publikum. Ja, ich mit meinen 23 Jahren kam mir verdammt alt vor, ca. 80% der Leute waren 15 oder 16. Nach dem Report von Wien bin ich echt froh, in Linz gewesen zu sein, gute Setlist und der Preis war auch ok, nicht (angeblich) 25€ musste ich zahlen, wie in Wien, sondern 16 bei der Bank Austria, bzw. sonst 18, was für eine Stunde SOULFLY akzeptabel ist. Sehr schönes Erlebnis.


Leander
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Beitrag vom 23.02.2003
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