ROTTING CHRIST   TRISTANIA   MADDER MORTEM   VINTERSORG   OLEMUS   
13.10.2001 @ Alter Schl8hof

Nachdem der Alte Schl8hof in Wels knapp 6 Monate nicht als Austragungsort eines größeren Metalkonzertes zum Zug kam, beendete endlich diese Veranstaltung diese lange Abstinenz. Und es war die richtig Entscheidung den Schl8hof als Veranstaltungsort auszuwählen, denn die Halle füllte sich nach und nach immer mehr. Gleich am Eingang waren zwei Neuheiten festzustellen, die als positiv gewertet werden sollten. Zum 1. wurden am Eingang Gratispackungen Ohrenstöpsel verteilt, was seit in Kraft treten der 100 DB-Regelgung im Raum OÖ wohl Pflicht sein dürfte. Das 2. Novum war die Aufhängung der "Running Order" im Kassenbereich, also der genaue Zeitplan ,wann der Gig der jeweiligen Band beginnt.

Als 1. Band dieses Abend betraten einmal mehr OLEMUS die Bretter, die bekanntlich die Welt bedeuten. Jene Mühlviertler Gothic/Trash-Formation also, die schon das eine oder andere Mal in diesen Gemäuern als Vorgruppe von erfolgreichen Gruppen (C.O.F., AGATHODAIMON, THEATRE OF TRAGEDY, SUBWAY TO SALLY etc.) agieren durfte. Ehre, wem Ehre gebührt, denn auch an diesem Samstagabend wußte die Darbietung der Mannen um Robert Bogner zu gefallen, wenngleich der Sound leider etwas bescheiden ausfiel, und das Publikum mit entsprechenden Feedback geizte. Zu hören gab`s (wie gewohnt) einige Höhepunkte der aktuellen Scheibe "PassionFall" ("Dead Heart Goddess" etc.). Well done, guys!

Es folgten MADDER MORTEM aus Norwegen, die für mich persönlich zu diesem Zeitpunkt musikalisches Neuland darstellten. Den Sound dieser Band passend zuzuordnen, ist definitiv kein leichtes Unterfangen. Die Skandinavier samt Sängerin boten den Fans eine geballte Ladung äußerst komlexen, ungewöhnlichen, und vor allem gewöhnungsbedürftigen Düstermetall, der schon fast eine Überforderung eines Teils des Publikums, der mit dem Material nicht vertraut war, darstellte. Die Performance der Sängerin erinnerte mich eher an ALANIS MORISSETTE als an Sangeskolleginen der metallischen Zunft, was aber nicht negativ gemeint ist. Weiters sorgte sie zum Teil mit A-capella-Parts zusätzlich dafür, dass die Musik der Band mit den Etiketten "schwerverdaulich" und "eigenständig" versehen werden kann.

Dann begann die Show von VINTERSORG aus Schweden, welche für ihr letztes Werk "Cosmic genesis" in den gängigen Medien viel Lob ernten durften, dementsprechend ausgezeichnet war auch die Stimmung in den vorderen Reihen, die zu den folk-lastigen Stücken, die nur mehr teilweise mit Black Metal etwas zu tun haben, begeistert ihre Häupter schüttelten, was die Gruppe natürlich noch mehr motivierte.

Danach begaben sich ROTTING CHRIST auf die Bühne, die lichttechnisch in ein feuriges Rot gehüllt war, und konfrontierten die Menge mit ihrer Variante des Dark Metals. Ursprünglich war die Gruppe aus dem sonnigen Griechenland ja eher dem Schwarzmetall-Genre zuzuzählen, woran noch heute der provokante Namen erinnert, aber nach und nach wurde eine Entwicklung eben in Richtung Dark Metal vollzogen. Insgesamt schien die Darbietung für die anwesenden Fans jedenfalls zufriedenstellend ausgefallen zu sein.

Dann war der Zeitpunkt gekommen, um TRISTANIA zu ihrem 3. Gastspiel im Welser Schl8hof willkommen zu heißen. Und es handelte sich um ein ansprechendes Erlebnis, das die Nordländer der Audienz verabreichten, das Eindrücke aus allen 3 bisherigen Alben ("World of glass"; "Aphelion" etc.) wiedergab. Der Name TRISTANIA steht nunmal für gut in Szene gesetzten, facettenreichen Gothic Metal, der neben Übermittlung großartiger, bombastischer Melodien, auch Freiraum für agressive Parts aufweist. Unterstützt wird die bezaubernde Neo-Blondine am Mikro, Vibeke Stene, daher von 2 zusätzlichen Vokalisten, die den vor ein paar Monaten ausgestiegen Morten Veland ersetzen, wobei deren Aufgabengebiet so aufgeteilt wurde, dass sich einer eher für die rohen Gesangsparts ("Grunts"), der andere eher für die melodische Gesangsarbeit verantwortlich zeichnet. Insgesamt wurden die Fans wohl vom Gig ihrer Lieblinge ausreichend befriedigt, wenngleich die Dauer des Konzertes (für eine Headlinershow) außerordentlich kurz ausfiel, und nicht einmal eine Zugabe gewährt wurde. Okay, die Stimmung während des Gigs war nicht unbedingt als sensationell zu bezeichnen, aber mit Sicherheit auch nicht als grottenschlecht, so dass die Forderung nach einer Zugabe wohl mehr als gerechtfertigt war. Für etwas Verwirrung sorgte im Anschluß an den Gig die Tatsache, dass es zum einen zu einer längeren Verzögerung kam, bis das Saallicht eingeschaltet wurde, und zum anderen das Licht auf der Bühne kurzfristig abgedreht wurde, was zur Folge hatte, dass bei so manchem Fan falsche Emotionen geweckt wurden, da dadurch vermutet wurde, TRISTANIA würden doch noch einen weiteren Song zum Besten geben. Alles in allem konnte jedenfalls von einer guten und sicherlich auch ganz erfolgreichen Veranstaltung die Rede sein.



Hutti
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Beitrag vom 18.12.2001
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