666 - WEEKENDER IN HELL  
21.03.2003 @ Mautners

Freitag:

Als wir am Freitag Abend in der neuen Location des 666 - dem Mautner’s - eintrafen, war schon einiges los. Zuerst wurde natürlich alles erkundet, Garderobe, Toiletten, beide Floors, und natürlich auch die Bar, die etwas genauer inspiziert wurde. Wenn man bedenkt, dass einem für eine Tageskarte an der Abendkassa bereits 14 Euro abgenommen wurden, waren die Preise wohl etwas übertrieben. Und wenn man weiters bedenkt, dass die Becher teilweise nicht mal bis zu den Markierungen aufgefüllt wurden, erst recht nicht. Als ich allerdings sah, wie mein Cola-Rot zubereitet wurde, war es endgültig vorbei. Mein Becher wurde mit einem bereits fertig gemischten Cola-Rot ca. 2 cm befüllt und der Rest dann mit Cola aufgefüllt, was man wohl nur mehr als reine Verarsche bezeichnen kann. Nicht gerade glücklich über dieses Erlebnis wanderten wir zur am Flyer als „groß“ angekündigten Händlermeile, die sich auch dieses Mal nur aus einigen wenigen Ständen zusammensetzte, an denen man Kleidung, CDs oder auch unter anderem neonfarbene Wasserpfeifen erstehen konnte. Weiter ging’s zum kleineren Floor, wo an diesem Abend die Freunde der härteren Musik zu Hause waren. Nachdem dort anfangs noch nicht so viel los war, beschlossen wir, uns lieber einen Sitzplatz zu suchen, von denen im Chill-Out-Bereich positiverweise genügend vorhanden waren, allerdings wurde man dort mit der Musik von Floor II beschallt: Klänge von Bands wie PAIN, NINE INCH NAILS und ähnlichen waren öfter zu hören, zu späterer Stunde ging es jedoch eher in Richtung Industrial und EBM und im dichten Nebel fanden sich auch immer mehr Tanzwütige ein. Auch im Metal-Floor konnte man später ebenso schon den einen oder anderen Headbanger ausmachen.
Alles in allem ein ganz lustiger, aber nicht gerade billiger Abend. Sicher, es war klar, dass das Mautner’s teurer als der alte Schacht 6 ist, und dass man demzufolge weiter mit den Preisen hinaufgehen würde, doch irgendwie stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ganz. Obwohl der Locationwechsel sehr wohl auch einige recht positive Veränderungen wie Heizung, Lüftung, mehr Sitzplätze, kein Bonsystem, relativ kurze Wartezeiten an der Bar, und endlich saubere Toiletten, mit sich brachte, wurde einiges größer angekündigt, als es im Endeffekt wirklich war.
Auch wenn sich das alles sehr negativ anhören mag, war es insgesamt doch recht nett, auch wenn einem die Preise den Gang zur Bar nicht gerade leicht machten. Trotzdem ist das 666 immer eine brauchbare Abwechslung, und ein- oder zweimal im Jahr bringt es einen nicht um, ein bisschen mehr für die Getränke zu zahlen, nur bei oben erwähnten Cola-Rot-Aktion hört sich dann allerdings wirklich der Spaß auf.
Ab ca. 3 bis 4 Uhr wurden die Leute langsam weniger, und auch wir machten uns langsam auf zur ersten U-Bahn. Vielleicht trieb es auch noch einige verlorene Seelen zur Afterhour ins Megiddo, bei der man um weitere 3 Euro mit Frühstück bis Mittag weiterfeiern konnte.
-Anita


Samstag:

An der, im Freien gelegenen, kalten...aehm...Keltenbar vorbei ging es auch schon in die neue 666-Location, auf die ich schon äußerst gespannt war. Vorher mussten die dunklen Ankömmlinge noch einen sehr ausgiebigen Security-Check über sich ergehen lassen. „Aber das haben’s trotzdem nicht gefunden“, meinte ein Bekannter und zeigte mir ein kleines Messer. Keine Ahnung für was man das beim 666 braucht, aber der Check ist da natürlich schon in Frage zu stellen. Außerdem waren viele Besucher mit Nietenarmbändern unterwegs, während manchen weiblichen Besuchern sogar Kajal und Haarspray abgenommen wurde. Mir schien das irgendwie unverhältnismäßig und vor allem auch sehr willkürlich. Natürlich gilt es auch zu bedenken, dass vielleicht das Mauter’s die überzogenen Anforderungen stellte.
Ansonsten war auch ich von der Location sehr angetan, wenngleich das Mauter’s nicht ganz an die obskure, geheimnisvolle Atmosphäre des Schacht 6 herankam. Der große Saal mit den zahlreichen Arkaden, der langen Bar, der Händlermeile und den zahlreichen Sitzgelegenheiten stellte das Zentrum dar, von dem aus sich in beide Richtungen jeweils ein Floor erstreckte. Da ich schon länger nicht mehr auf einer 666-Party war, hatte ich lange Wartezeiten an der Bar, sowie ein aufwendiges Bon-System befürchtet, aber von beidem war nichts zu finden, was die 666-Besucher dankend zur Kenntnis nahmen. Genau so verhielt es sich beim Gang auf die Toiletten: Keine Wartezeiten und vor allem sauber, was vor allem die weiblichen Besucher sehr zu schätzen wussten. Die Preise sind wie bei vergleichbaren Events/Locations wie Flex, CAO usw. nach wie vor nicht gerade billig angesetzt, aber dafür ist die 666-Party auch auf ihre Weise einzigartig und verströmt trotz sehr breitem Besucherspektrum noch immer einen Hauch der alten Dance or Die’s. Ein für viele wesentlicher Punkt fehlte jedoch: War das 666 früher der Szenetreff, bei dem unzählige bekannte Gesichter gesehen und Kontakte gepflegt wurden, konnte man das diesmal nicht mehr behaupten, was einerseits daran lag, dass einfach weniger Leute anwesend waren und sich andererseits diese „bekannten Gesichter“ nun auf 2 Tage aufteilten. Schade. Apropos Aufteilung – Floor II, der direkt dem großen Bereich entsprang, bediente die Leute mit moderneren metallischen Sounds wie FEAR FACTORY, KORN, SLIPKNOT, STATIC X usw, jedoch gab es auch ein paar Hoppalas wie RED HOT CHILI PEPPERS, aber auch Ausrutscher der positiven Art wie PANTERA („Walk“ rulez!) oder METALLICA „Master of Puppets“. Hier fanden sich eigentlich permanent Musikjunkies, die sich, oder auch nur ihren Kopf zur Musik bewegten. Der Bass übersteuerte leider ordentlich. Floor I stand ganz im Zeichen der dunklen Klänge von Gothic, Dark Wave, um nur ein paar Schlagwörter in den Raum zu stellen, wobei das Feedback bei DJ Jyrki69 (Sänger von 69 EYES) am größten gewesen zu sein schien. Wenn ich vorher von dem Dance or Die-Hauch sprach, dann war dieser in diesem Floor selbstverständlich am intensivsten wahrzunehmen – es war für mich immer schon faszinierend, den unkonventionell gestylten, dunklen Gestalten, deren tanzende Silhouette die Nebelschwaden förmlich zu durchschneiden schienen zuzusehen.
Die Stimmung kann alles in allem getrost als recht gut und vor allem sehr friedlich bezeichnet werden, weshalb ich auch den zahlreichen, „patrouillierenden“ Securitys nichts abgewinnen konnte.
Draußen wurde es schön langsam hell und die neue Location spielte ihr nächstes Ass aus – die einfache und direkte Anbindung an die Öffis.
Trotz der Kritik bezüglich der Preise und Securitys sind auch 666-Skeptiker der Meinung, dass die 666-Partys ein Unikat in der österreichischen Szene sind und mehr als nur eine Alternative, sondern sogar eine Bereicherung darstellen, die nach wie vor die verschiedensten Leute in ihren Bann zieht.
- Martin
www.from666hell.com

Anita & Martin
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Beitrag vom 23.03.2003
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