NO MERCY FESTIVAL 2003: TESTAMENT   MARDUK   DEATH ANGEL   DIE APOKALYPTISCHEN REITER   PRO-PAIN   MALEVOLENT CREATION   NUCLEAR ASSAULT   DARKANE  
11.04.2003 @ Alter Schl8hof

Neben den X-Mas-Festivals ist das No Mercy ein fixer Bestandteil der österreichischen Metalkonzertkultur geworden. Auch dieses Mal hielten einige hochkarätige Bands Einzug in den Welser Schl8hof. Verglichen mit dem X-Mas war zwar auch volles Haus, aber im positiven Sinne - eine Bombenstimmung im Publikum, wobei man nicht erdrückt wurde sich eben durch wahre Menschenmassen pflügen musste.

Die Schweden DARKANE begannen ihren kurzen, aber energetischen Gig um ca. 17:20, vor einigen Leuten, welche aber im Laufe des Gigs immer mehr wurden - es dauert halt eine Zeit, bis die Meute den Weg von draußen an der Kassa vorbei in den Schl8hof findet. Von der Stimmung her waren DARKANE sowas wie die kleinen Helden des Tages, da sie für etliche Fans den geheimen, persönlichen Höhepunkt darstellten. Eine Mischung aus maschinell-kalten Thrash Metal, herkömmlichen Metal und den einen oder anderen Syntheinspielungen sorgte für einen gelungenen Warm-Up. Einige Male erinnerten mich die Schweden an FEAR FACTORY, bezüglich der maschinellen Ebene gepaart mit Synthselementen. Vor dem Schlussong gab es noch eine kleine Panne, da die Fußmaschine des Drumkits den Geist aufgab und ersetzt werden musste. Der Sänger hatte auch öfters mit seiner umfallenden Monitorbox zu kämpfen, wenn er einen Fuß darauf setzen wollte.

Weiter ging es mit NUCLEAR ASSAULT, welche die ohnehin gute Stimmung noch anheben konnten. Dass die Band über zahlreiche Fans verfügt, dürfte wohl jedem klar sein. Mir fehlte aber ein bisschen die Power, die Musik war mir fast zu rockig, sodass mir der Gig zwar gefiel, aber ich nicht wirklich vom Hocker gerissen wurde.

MALEVOLANT CREATION enterten die Bühne und verströmten eine ungeheure Liveenergie, wie eh und je. Songs wie "Killzone" der "Envenomed" sind live einfach der Wahnsinn, wobei mir die Band wegen ihrer Abwechslung gefällt: Es wird nicht nur gebrettert, sondern auch mal gegroovt. Der neue Sänger mit Mütze brachte leider nicht die gewohnte Power seines Vorgängers Bret Hoffman, was mich schon einiges vermissen ließ. Dennoch flogen im Publikum gehörig die Haare!

Es folgten die Hardcore/Metal-Propheten von PRO PAIN, die live so dermaßen wüten, dass man die "Pain" im Moshpit am besten an seinen eigenen Knochen fühlte. Von den Hits waren auch ziemlich alle vertreten und der Schl8hof verwandelte sich in einen kochenden Pit. Persönlich bin ich nicht unbedingt Fan der Band, da sie mir irgendwie zu einseitig sind, aber die Energie, die PRO PAIN versprühen, kann man sich live kaum entziehen.

Endlich spielten DIE APOKALYPTISCHEN REITER auf, auf die ich mich schon enorm freute. Mit meiner Begeisterung war ich alles andere als allein - die Halle erdröhnte zwischen den Songs mit "Reiter!"-Sprechchören, was nicht nur an der vielseitigen, durchgeknallten Musik lag, sondern auch an der Sympathie der Band. Mich erinnert der REITER-Sänger ja nicht nur wegen der cleanen, ruhigeren Vocals, wie z.B. am Anfang von "Sehnsucht" an Eric Fish von SUBWAY TO SALLY, sondern auch bezüglich Liveperformance, wie Herumtanzen und -Springen. Geboten wurden Songs des neuen Albums "Have a nice trip", wie eben "Sehnsucht", dem Opener des Gigs "Vier Reiter stehen bereit", "Ride on" oder der Metalhymne "We will never die". Natürlich durften auch "Reitermania", "Erhelle meine Seele" oder "Metal will never die" nicht fehlen - mit letzterem wurde der grandiose Gig beendet. Genial!

DEATH ANGEL sorgten für weitere Begeisterungsstürme, vor allem bei Metallern der älteren Generation, aber nicht nur. Manche waren regelrecht aus dem Häuschen, die Legende hautnah miterleben zu können. So taten sich die Herren auf der Bühne auch nicht schwer, sie kamen, sahen und siegten, sozusagen. Den ganzen Gig konnte ich leider nicht sehen, da mich ein ziemlicher Hunger plagte und ich meinem Magen was Gutes tun musste.

Nun kam es zu einer Band, mit der wohl keiner gerechnet hatte und die schon lange nicht mehr live zu sehen war...harhar...MARDUK! Da ich, wie schon mehrmals gesagt, mit ihrer Musik nichts anfangen kann, freute ich mich auch nicht wie ein kleines Kind, dass sie quasi im Halbjahrestakt den Schl8hof unsicher machten. So beobachtete ich das Treiben aus einiger Entfernung...doch auch wenn einige schon sich bei den Black Metallern langweiligen, so waren doch andere wiederum vom Gig begeistert, z.B. auch welche, die mit der "Panzer Division" oder auch mit einer "Nightwing" nichts anfangen können, aber die neue "World Funeral" gut finden.

Mit TESTAMENT erklommen die Headliner des mittlerweile schon lange dauernden No Mercy-Festivals die Bretter, die die Welt bedeuten und ein Wort würde eigentlich reichen, um die Thrash-Legende zu beschreiben: Kult! Bei Songs wie "Into the Pit" kommen vielleicht sogar bei den härtesten Metallern sowas wie kleine Tränen der Freude oder Rührung. Von Anfang bis Ende krachten TESTAMENT, was das Zeug hielt und ließen das Publikum noch mal alles geben. Ein Wahnsinnsgig, den man intensiv genießen musste, denn so bald werden TESTAMENT wohl nicht mehr in den Schl8hof kommen.

Summa summarum ein gutes Billing, eine optimale Besucheranzahl, Stimmung, Spaß, Party, Metal!



Leander
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Beitrag vom 16.04.2003
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