KAMINARI    CYBERYA  
17.04.2003 @ Amber, Villingen

Um einen Plattenvertrag zu bekommen, muss eine Band in allen Bereichen eine Portion Talent besitzen: Gute Lieder schreiben, diese so auf CD umsetzen können und vor allem auf der Bühne den Draht zum Publikum haben. Viel Arbeit steckt dahinter. Zwei Bands stellten dieses Können am Samstag im Rockhouse Amber in Marbach bei Villingen-Schwenningen unter Beweise: KAMINARI und CYBERYA.
Die eine Heavy-Rock-Band ist auf dem Weg zum Plattenvertrag, die andere hat ihn schon in der Tasche. Das größte Anliegen einer Musikgruppe aus dem Untergrund ist es, so häufig wie möglich vor Publikum zu spielen. Nicht nur, um die eigene Musik zu vermarkten, sondern um Erfahrungen zu zusammeln. Live kommt jede Note roh aus den Boxen, als auf CD durch die moderne Technik korrigiert. Die süddeutsche Band KAMINARI war großteils zufrieden mit ihrer Show im voll besetzten Rockhouse in Marbach. Da zeigt es sich wieder, was das Üben auf der Bühne ausmacht. Im Vergleich zu einem ihrer ersten Auftritte hat die Band ihr Potenzial nach oben geschraubt. Die fünf Musiker um Sänger Roland Seidel sind um einiges professioneller geworden. Sie haben ihre Sache im Griff, vor allem Gitarrist Bernd Wick ist sicherer geworden was die Riffs und Soli betrifft. Treibende Kraft bleibt aber Roland Seidel am Mikrofon. Kraftvoll hält er den Ton beim Vorzeigestück "My Black Colors", kann seinen Ausdruck aber auch zur gefühlvoll-melancholisch Stimmlage dämmen. Von Anachronismus ist hier keine Spur, obwohl der Heavy-Rock bei vielen Kritikern als Tot gesagt gilt. KAMINARI scheinen aber ihre Chance zu erhalten. Mit ihrer in Eigenregie aufgenommenen CD belieferten die Musiker Plattenfirmen und Medien. Gute Kritiken einerseits, vielversprechende Aussichten auf Plattenverträge anderereits.
Einen Schritt weiter ist CYBERYA, eine Band aus dem Wuppertal. Die Gruppe wusste im Amber zu überzeugen, sie liebt die Überraschungseffekte. Ihre Musik ist alles andere als vorrausschaubar, mehrere Stile fügen sich gekonnt aneinander. Deshalb fällt die Einordnung in eine Schublade schwer.
Am einfachsten ist es, sie schlicht als Heavy Metal mit starker Keyboarduntermalung und Drumcomputerle zu bezeichnen. Vor allem die Keyboards haben es in sich - gehen in Richtung Cyber, welche Wortverwandtschaft - und erinnern an Evereve, Deutschlands Vorzeigeband im Gothic-Bereich. Sänger Paul Dahlmann findet erstklassig den Draht zum Publikum. Wobei er in seiner Arbeit stark von Gitarrist Oliver Lux unterstützt wird. Wenn der ins Mikro singt, wird CYBERYA noch um einen Tick interessanter. Auf der Bühne lassen sie keine Wünsche offen. Was vielleicht daran liegt, dass sie eben einen Schritt weiter sind als KAMINARI.
www.kaminari-music.de

Philipp
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Beitrag vom 20.04.2003
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