DARK DECEPTION    ORKRIST   LURCH    SUNTERRA  
26.04.2003 @ Zu-Ga-Be

Um es gleich vorweg zu sagen, allzuviele Leute haben sich an diesem Samstag nicht in die ZuGaBe verirrt. Das mag vielleicht auch daran gelegen sein, dass zeitgleich am anderen Ende von Wien ein weiteres Konzert stattgefunden hat.

Dementsprechend spärlich war dann auch die Kulisse als um 20:45 DARK DECEPTION als erste Band des Abends die Bühne betraten. Die sechs Melodic-Black-Metaller waren aufgrund der leeren Räumlichkeiten auch gleich etwas demotiviert ans Werk gegangen. Auf der Bühne tat sich, trotz des recht ordentlich dargebrachten Materials, denkbar wenig. Ebenso hatten die Niederösterreicher mit einem teilweise miserablen Sound zu kämpfen. Trotzdem gab man sich bemüht, der Bassist poste was das Zeug hielt und auch das recht dominante Keyboard wurde gut in Szene gesetzt. Mir persönlich machten die Burschen aber auch den Eindruck, dass sie noch nicht allzuviel Bühnenerfahrung haben. Wie Kollege Corniger im Review der aktuellen Demo CD "Six Gates To The Unknown" geschrieben hat, DARK DECEPTION werden sicherlich noch von sich hören lassen, vielleicht auch mit musikalischen Erungenschaften die weniger von DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH beeinflußt sein werden. www.darkdeception.at

Nach einer guten Dreiviertelstunde stand auch schon die nächste Partie auf dem Programm. Die Slowaken von ORKRIST waren inzwischen vor das auf ungefähr sechzig Besucher angewachsene Publikumauf getreten. Viel Show gab es von den drei Burschen und der feschen Vokalistin eigentlich nicht zu sehen. Sehenswert war lediglich die doch recht unkonventionelle Block- bzw. Altblockflöte von Frontfrau Lydia. Sie hatte auch gleich zu Beginn ein wenig mit dem Bühnensound zu kämpfen. Musikalisch bewegen sich ORKRIST in den Gefilden von epischem Blackmetal vermengt mit melodiösen Instrumentalparts. Auch doomige Einflüße lassen sich heraus hören. Sänger und Keyboarder "Crom" ist ein fantastischer Stimmakrobat, er beherrscht alle Höhen- und Grunzlagen recht gut. Dargeboten wurden vorrangig Songs von dem Debutalbum "Reginae Mysterium", welches international sehr gute Kritiken bekommen hat. Was mich an dem Auftritt gestört hat war die Tatsache, dass die Band ohne Bass auskommen mußte. Und da die eine Gitarre eben öfters auch Melodien spielt, klingt das ganze dann doch eher drucklos. Man versuchte zwar mit dem Synthesizer den fehlenden Viersaiter zu ersetzen, aber wirklich gelungen ist es nicht. Schade! ORKRIST sollte man aber definitiv im Auge behalten. orkrist.nfo.sk

Nach einer weiteren kurzen Umbauphase war es dann für die drei Jungs und das Mädl von LURCH soweit. Die noch relativ unbekannte Gruppe existiert schon seit einiger Zeit, ich muß jedoch gestehen, dass ich sie bisher nicht live erleben durfte. Um so gespannter war ich also auf die Dinge die da kommen würden. Musikalisch bewegen sich LURCH im Bereich des "Durchschnitts-Midtempo-Death Metals" mit Einflüssen diverser Metallica Riffs. Gitarrist und Frontman Dave, der durch sein Mitwirken bei den Parade Deathmetallern von SEEDS OF SORROW in der Szene ja einigermaßen bekannt sein dürfte, hat sich an diesem Abend besonders hübsch gemacht. Geschminkt und mit aufgesteckten Haaren erinnerte er fast schon ein wenig an eine Symbiose aus MANSON und KORN. Sehr kultig! Das Publikum dankte dem Kurzauftritt der Wiener, die ebenfalls ihr selbstbetiteltes Demo "Lurch" im Programm hatten, mit reichlich Applaus. Ich für meine Seite kann nur sagen, dass ich LURCH gerne an anderer Stelle wieder sehen möchte. Dann vielleicht mit einem etwas engagierteren Auftreten und einem besseren Sound. Zwischen dem solide gespielten Set fiel nämlich immer wieder eine Hälfte der PA Anlage aus und dementsprechend klang es dann auch im Zuschauerraum!

Noch schlimmer kam es dann für die eigentlichen Headliner des Abends SUNTERRA.
Schon nach der zweiten Nummer der sechs Gothic Metaller aus Wien war Sänger Carlos vereinzelt nicht mehr zu vernehmen. Ratlose Blicke auf der Bühne folgten. Durch die späte Beginnzeit SUNTERRAs um 23:30 war ohnehin Hektik angesagt, denn man hatte nur mehr eine halbe Stunde Speielzeit zur Verfügung. So spielte man sich energisch durch alte und neue Hits mit dem besten Bühnensound des Abends. Die geniale Stimmgewalt von männlichen und weiblichen Vocals zog die Aufmerksamkeit des Publikums in ihren Bann. Auch die obligatorische Querflöte kam erneut zum Einsatz, sie ist mittlerweile zum Markenzeichen von SUNTERRA mutiert. Den krönenden Abschluß des Gigs lieferte das allseits bekannte FALCO Cover "Out Of The Dark". www.sunterra.org

Abschließend eine angenehme Show, die mit ihren Pannen zwar nicht für die ZuGaBe spricht, aber sich trotzdem etwas mehr Publikum verdient hätte.
www.clubatrium.at

Peter

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Beitrag vom 29.04.2003
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