U.S. BOMBS   AGENT ORANGE   ONE MAN ARMY   DISCONTENT  
30.04.2003 @ Arena

Diesmal war es die Westcoast Punk Invasion Tour, die in die Arena lockte. Dass das nicht für jeden Besucher klar war bezeugt folgender Dialog:
A: Wer spüt heite? One Man Army?
B: Keine Ahnung!
Nichtsdestotrotz, das Set begann relativ pünktlich mit DISCONTENT als erster Band.
Die grosse Halle war anfangs noch schlecht besucht, was sich im Laufe des Konzertes aber ändern sollte, vielleicht war dafür auch der Sound der Band zuständig, der stark an die Headliner dieses Abends erinnert. Erste pogende Menschen waren schnell gesichtet, wenn auch der proklamatische Song "Rock'n'Roll Rebel" zumindest musikalisch die tatsächliche Umsetzung vermissen ließ.
Nach erfreulich kurzer Umbauphase (die auch bei den restlichen Konzerten nicht wesentlich länger wurde), kam die ONE MAN ARMY an die Reihe. Was soll mensch also von einer Band halten, die vom Sänger von Green Day entdeckt wurde und flugs auch bei dessen hauseigenen Label Adeline Records einen Vertrag in der Tasche hatte? In der Arena bewiesen sie jedenfalls ihre Live-Qualitäten mit einem relativ schnellen und eingängigen Set, das mit den Studioaufnahmen durchaus mithalten kann.
Der erste wirkliche Höhepunkt des Abends waren dennoch AGENT ORANGE, deren Legendenstatus mit dem der U.S. BOMBS vergleichbar ist. Zwar ist von der Originalbesetzung nicht mehr viel übrig, ihre älteren Songs, von denen sie einige einstreuten, wirkten dafür moderner als so manches Stück der vorigen Bands. Die mitreißenden Melodien setzten noch eines drauf und führten dazu, dass die pogende Menge sich exponentiell vergrößerte, und ja, "Joe Strummer died too early", wie der Sänger richtig feststellte.
Mittlerweile war die Halle voll, denn schließlich waren nun die Headliner, die U.S. BOMBS an der Reihe. Dass die Menge nicht enttäuscht wurde, dafür sorgte Sänger, Muskelpaket mit Ansatz zum Bierbauch und Hobbyderwisch Duane Peters. Durch seine Performance wurde nun endlich die Bühne gehörig geentert. Die Mitgröhlrefrains nutzte auch der Roadie, um das Mikro kurz an sich zu reissen. Erwähnenswert noch die Geburtstagseinlage für den Gitarristen, die obligatorische Torte landete in Teilen natürlich auch in Peters' Gesicht. Dennoch blieben die einzelnen Songs kaum unterscheidbar, sondern verschmolzen mit Fortschreiten des Abends zu einer breiigen Masse, aus der die Stücke vom neuen Album auch nicht sonderlich herausragten. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass dies ein Monstertour durch Europa mit nur wenigen Pausen ist. Dass den U.S. BOMBS (und teilweise auch den anderen Bands) trotzdem ein durch und durch energetscher Auftritt gelungen ist, muss also bewundert werden.
Schlussendlich bleibt mir nur ein Rätsel, wieso bei solchen Veranstaltungen immer mehrere Buttons vom Rucksack fehlen müssen.


Doris
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Beitrag vom 02.05.2003
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