WATERDOWN   INSECURE    DOWN THE LINE  
25.04.2003 @ Bertholdsaal Weyer

Beim Betreten des Bertholsaals empfängt mich ein sehr glücklicher Veranstalter. „Das Frikulum-Team ist stolz, dass man es geschafft hat, eine Band wie WATERDOWN nach Weyer zu holen“. Man kann es wirklich als Sensation betrachten, dass die fünf Deutschen einen Bogen um größere Städte wie Linz, Wels oder Steyr machen, und ausgerechnet den Weg hier ins Ennstal finden. Den Kulturverein Frikulum gibt es übrigens schon seit 1986, damals noch in Sachen Umwelt aktiv, organisieren sie nun kulturelle Events abseits des Mainstream. Highlight ist jedes Jahr das Seewiesenfest in Kleinreiling, bei dem heuer u.A. Acts wie WIR SIND HELDEN, FAVEZ oder TOMTE auftreten werden. Als ich um 21:15 ankomme stehen gerade mal 30 Leute an der Bar.
Schätzungsweise 150 Besucher schafft der Bertholdsaal bei voller Belastung. Ich blicke mich ein wenig um und sehe die halbe WATERDOWN-Fraktion am bandeigenen Merchandise-Stand herumlungern. Gitarrist Axel, der vor kurzem von seinem Gastspiel bei THUMB zu seiner Stammband heimgekehrt ist, erzählt mir von anstrengenden Autofahrten und langem Touren. Kein Wunder, gilt es doch am nächsten Tag schon wieder ein Konzert in München zu geben. Sehr sympathische Jungs, die sich allesamt schon auf den Gig freuen.

DOWN THE LINE sind kurzerhand für die Kanadier von SOMEHOW HOLLOW eingesprungen. Sie eröffnen den Abend um 21:25 und geben gleich mächtig Gas. Mit ihrer Mischung aus melodischem Nu-Metal und aggressiven Gitarrenparts erzeugen sie richtig viel Druck. Der Vierer aus dem Aschacher Raum vergisst dabei nicht auf die Melodien und zeichnet sich durch Spielfreude und Professionalität aus. Eine wackelnde Bühnenbox sorgt kurzerhand für etwas Verwirrung, beeinflusst den Sound aber in keiner Weise. So wird das ganze eine ziemlich souveräne Angelegenheit. Gegen Ende gibt´s „be quiet and drive“ von den DEFTONES, das lt. Eigenaussage „lang, lang nicht mehr gespielt wurde“! Ein toller Gig der Semifinalisten vom Yamaha Band-contests dieses Jahres.

Kurz nach 22:30 geht’s mit INSECURE weiter. Eine Band aus Scheibbs, welche ebenso schon beim Yamaha Band-contest abräumen konnte, und zwar mit einem 2.Gesamtplatz im Jahr 2001/02. Im März nahmen sie ihr 2. Demo auf. Darauf werden 2 Studio- sowie 2 Akkustic-Tracks enthalten sein. Mit ihrem Crossover-mix kommen sie von Anfang an gut an. Ihr Ersatzbasser hat keinerlei Probleme, und harmoniert gut mit dem Rest der Band. Der Gesang ist ergreifend, fängt das Publikum sofort ein. Eine kurzer Umbau ist für die anstehende Akkustik- Performance von Nöten. Währenddessen versammelt sich eine 20- Seelen-Gemeinde vor der Bühne und wartet gespannt auf die Unplugged-session. Das Warten lohnt sich, denn die stromlose Viertelstunde geht richtig unter die Haut. Nach 45 Minuten ist dann Schluss. Diese Band wird ihren Weg machen und sicher schon bald über den Status eines „local Hero´s“ hinauswachsen. Hier bahnt sich was Grosses an.


Es ist jetzt 23:45. Stage-entry von WATERDOWN, dem Headliner des heutigen Abends. Eine Band die eigentlich aus dem Hardcore-Bereich kommt. Sie verstehen es, durch ihre 2 charismatischen Sänger zu bestechen. Hardcore- Shouts artikulieren sich mit melodischen Gesangslinien. Nach ein bis zwei Songs merkt man schon dass sie locker mit internationalen EMO-Größen wie GLASSJAW oder HUNDRED REASONS mithalten können. Die Rythmusfraktion läuft wie ein Uhrwerk, und die Gitarren komplettieren mit den 2 Frontern das tolle Gesamtwerk. Nicht zuletzt wurde „Never kill the boy on the first date“, das Debütalbum der Osnabrücker, vom Musikmagazin VISIONS in den höchsten Tönen gelobt. Die fünf geben alles und der Schweißpegel steigt sowohl bei Band, als auch beim Publikum rapide an. Sie treiben die Audienz von einem Höhepunkt zum nächsten. Auch viele Songs des hierzulande gerade erschienenen 2. Longplayers „The files you have on me“, finden ihren Weg auf die Setlist. Mittlerweile ist die Stimmung am Siedepunkt, und die Stagediver geben ebenfalls ihr Bestes. Munteres Treiben vor der Bühne und schallender Beifall nach jedem Song. Nach 2 Zugaben ist der Abend um 1:00 zuende und 150 strahlende Gesichter marschieren ab. Ein großes Lob an das Frikulum-Team für einen Abend der Sonderklasse.


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matl
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Beitrag vom 05.05.2003
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