WOLFSHEIM  
03.05.2003 @ Planet Music

Restlos ausverkauft war das erste WOLFSHEIM-Konzert in Wien. Dementsprechend eng wurde es für die Fans, sodaß Drängeleien entstanden wenn sich jemand ein Bier oder was anderes holen wollte.
Abgesehen davon nutzen einige gleich die Gelegenheit, um ihre Stehnachbarn als lebenden Aschenbecher zu benutzen. Natürlich war es sehr warm, wenn nicht heiß da unten im Planet Music, die Stimmung wurde aber auch durch jubelnde Zurufe angeheizt, nachdem das erste Stück aus dem Repertoire von WOLFSHEIM erklungen war. Ohne Bühnenpräsenz, es war "In Time", eine Instrumentalnummer aus dem aktuellen WOLFSHEIM-Album "Casting Shadows".
Nachdem Sänger Peter Heppner und Soundmann Markus Reinhardt die Bühne betraten wurde mir schnell klar, daß die beiden total locker und entspannt die Sache angehen würden. Peter Heppner begrüßte die Menge höflich und bescheiden mit: "Hallo Wien, wir sind WOLFSHEIM."
In der Art hatte ich das noch nie gehört. Sympathisch.

Was ich wirklich cool fand, ist, daß Markus einen Virus-Synth mit der Hardware der Kreativen, einem Apple Power-Book verbunden hatte. Jeder Musiker der etwas auf sich hält, sollte seinen Apple herzeigen, sofern er einen hat.
Auf jeden Fall machte das grell hintergrundbeleutete Logo oft auf sich aufmerksam.

Die ersten paar Songs waren aus dem aktuellen Album, jedoch leider sehr nach Vorlage. Auch gesanglich gab es eigentlich keine Variationen, sodaß schon jemand im Publikum meinte, ob das nicht Playback sei. Das war es definitiv nicht, das konnte man schon merken, aber etwas Abänderung hätte vielleicht doch interessanter gewirkt.

Ab der zweiten Hälfte kam ein Schlagzeuger auf die Bühne, der für die nächsten paar Songs die synthetischen Drums ablöste. Außerdem kam noch ein Gitarrist dazu, der abwechseld die E-und die akustische Gitarre zupfte.
Beide Gastmusiker ebenfalls sehr natürlich und entspannt.
Bei Peter Heppner wirkte das so wie wenn er sich andauernd denken würde: "Gibts ja nicht, so viele Fans und die hören uns alle zu und bestaunen uns. Glaub ich nicht." Naja, so in etwa....

WOLFSHEIM beherrschen auch perfekt die vortragende Seite des Musik-machens. Auf einem Pult war ein Heft, was darin stand wußte ich nicht, aber auf jeden Fall sollte es so wirken, als ob Peter aus diesem vortrug, deshalb schlug er bei jedem neuen Song eine neue Seite auf.

"The Sparrows & The Nightingales" durfte natürlich genauso wenig fehlen, wie die aktuelle Single "Kein Zurück". Bei "Kein Zurück" schafften sie es gut, aus einem Intro das eher zaghaft begann die Gitarre einsetzen zu lassen, und zwar überraschend.
Ein paar Effekte ergänzten die Bühnenpräsenz. Wie etwa bei "The Sparrows & The Nightingales", nämlich glitzerndes Konfetti auf einen Teil des Publikums zu feuern.

Nachdem WOLFSHEIM die Bühne verließen und meinten, dass es das für heute war, meinte das Publikum, das kanns ja noch nicht gewesen sein. Immerhin fehlte noch "Once In A Lifetime" und das gehörte natürlich unbedingt auch noch vorgetragen.
Während der Zugaben wechselten sich fette Bässe mit coolen Beats ab und verschmolzen zu einem typischen WOLFSHEIM-Gewand.
Als letzter Song, als Höhepunkt, der ja bekanntlich oft ganz zum Schluß kommt, folgte natürlich "Once In A Lifetime".
Die Version war ziemlich anders, mit dominaten fetten Dance-Beats unterlegt, machte aber viel Spaß.
Genauso entspannt verließen WOLFSHEIM nach der zweiten Zugaben-Serie die Bühne, und Peter schüttelte wieder den Kopf.
Ob er es wirklich nicht glauben konnte, daß so viele Fans in Wien WOLFSHEIM bejubelten?


FOTOS + E-CARDS von:
[ WOLFSHEIM ]
[ PUBLIKUM ]


Rene
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Beitrag vom 07.05.2003
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