BITTERNESS    SPIT   
03.05.2003 @ Fred Sega

In den letzten Monaten konnte wahrlich festgestellt werden, dass die Fülle an Gigs im Welser Musicpub Fred Sega wieder im Begriff ist, etwas zuzunehmen, was ein wenig an die unzähligen Konzertveranstaltungen in der Frühphase des Lokales im Zeitraum 1998/99 erinnert, wo man in den Räumlichkeiten des Fred Segas unzählige Konzerte bestaunen konnte, ehe man es einige Jahren in dieser Hinsicht doch etwas ruhiger anging, aber dennoch so manches Konzerthighlight aus dem Hut zauberte. An diesem Samstagabend konnten insofern zwei Premieren mitverfolgt werden, indem beide auftretende Bands zum 1. Mal im Fred Sega beziehungsweise in Wels überhaupt gastierten.

Die Rolle des „Local Supports“ wurden den Lokalmatadoren von SPIT zuteil, die in dieser Form knapp ein Jahr existieren, und an diesem Abend erst ihren 2. Gig überhaupt darbieten durften. Die noch relativ junge Gruppe wirkte jedenfalls beachtlich motiviert und agil, und versuchten das Publikum, das freilich auch grossteil jugendendlichen Alters war mit ihrer Interpretation von New Metal/Crossover etwas aus der Reserve zu locken, was mit Fortdauer des Gigs auch ganz gut gelang. Natürlich kann man von einer Formation, die musikalisch erst so kurze Zeit aktiv ist, noch keine weltbewegenden Wunderdinge erwarten, was eben heißen soll, dass den Stücken noch so mancher Innovationsschub gut täte, aber nichtsdestotrotz rocken Tracks wie „burried“ oder „faces“ ganz ordentlich, und auch eine melodische Schlagseite kann ausgemacht werden, d.h. man ist nicht unmittelbar nur darauf fixiert, gnadenlos harte Stücke zu schreiben, um die Audienz zu Bewegung während des Gigs zu ermuntern, sondern man versucht stellenweise auch den Songs eben eine melodische Note zu verpassen, und somit auch den Gesang um eine Nuance variabler zu gestalten. Wenn man die noch kurze Bandhistory und das Alter der Akteure beim Fällen eines Urteils mit einbezieht, kann von einer ganz passablen und noch ausbaufähigen Show gesprochen werden, die mit einer passenden groovigen Version des EURYTHMICS-Klassikers „Sweet dreams“ und dem Song „Breakdown!“, der ob der wohlwollenden Resonanz des Publikums ein weiteres Mal zum Besten gegeben wurde.
-Hutti-

Danach war es an der Zeit für BITTERNESS, die aus ähm...sind. Ich habe sie schon drei Mal nach der Herkunft gefragt, aber immer wieder verhält es sich nicht gerade einfach, deswegen erkläre ich es mal für die Leser/Innen. Also da ist einmal der Alex. Der Alex spielt Gitarre und kommt aus Bad Goisern. Klingt komisch, ist aber so. Dann gibt es noch drei andere, die zuvor schon länger bei der Band waren. Und die kommen alle aus Deutschland, hörte man auch an den Ansagen des Sängers. Doch den Proberaum haben sie in der Schweiz. Klingt komisch, ist aber so. Um es zu vereinfachen, nennen wir es einfach Thrash-Metal aus Trashmetalhausen. Klingt komisch, gibt es auch nicht, den Ort, aber egal jetzt. Denkt euch selber als interaktive Hirnzellenbetätigung aus, woher die ganzen BITTERNESS-er kommen. Jedenfalls dauerte es nach SPIT eine Weile, bis die Instrumente startklar waren. Außerdem gab sich Oliver von EYE OF BETRAYER, der hinter dem Mischpult saß, viel Mühe, einen ordentlichen Sound hinzubekommen. Ein Basskabel streikte, was zu einer zusätzlichen Verzögerung führte. Dann aber war es so weit und obwohl ich die Musik der Band nicht kannte, sprang der Funke sofort über. Die Musik war ziemlich heftig, aber obwohl es sich um Thrash Metal handelte abwechslungsreich. Eine interessante Liveband, die ordentlich Stimmung erzeugt, sollte eben gekonnt in den musikalischen Gängen herumschalten, mal Gas geben, mal Gas zurücknehmen. Besonders die Doublebass-Arbeit des Drummers war ein Wahnsinn. Ansonsten (Achtung, Hutti, jetzt kommt's) krachten die Gitarren und der Bass wummerte. Die Setlist beinhaltete Songs wie "Architect of Apocalypse", "Sweet Suicide", "Trash", "Eve of Destruction" und auch eine knallende Coverversion, nämlich SLAYERs "Raining Blood". Abgesehen davon, dass BITTERNESS das Lokal leerspielten (macht auch nichts, da die Anwesenden meist so kleine Rumhüpfkiddies waren) und nur mehr wenige Zuschauer answesend waren, glänzte die Stimmung trotzdem und bei mir haben sie einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, ein wahrliches Liveerlebnis!
-Leander-


Leander
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Beitrag vom 10.05.2003
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