CHILDREN OF BODOM   SOILWORK   SUIDAKRA  
16.05.2003 @ Rockhouse

An jenem Freitag fuhr ich mit dem Zug nach Salzburg, wo ich studiere. Es ging aber nicht zur Uni, sondern zum Rockhouse natürlich. Dort um 19.20 Uhr angekommen, warteten schon zahlreiche Leute, viele auf den aufgestellten Bierbänken sitzend. So fängt ein Konzert gut an, wenn die Sonne scheint, es warm ist und man draußen gemütlich bei Bier und Hartroll, Rottroll und Mettroll beinander stehen kann. CHILDREN OF BODOM-Sänger und Leadgitarrist Alexi tummelte sich auch schon herum und wurde von so manchem auf Photo gebannt.

Um 20 Uhr ging es mit SUIDAKRA in einer gefüllten Rockhousehalle los. Positiv fiel sofort der Vorteil der Salzburger Location gegenüber dem Schl8hof auf, in dem ich normalerweise zugegen bin - der Top-Sound! Die Gitarren krachten, der Bass wummerte, die Drums donnerten, die Deutschen kamen mit ihrem Set wirklich gut an. Ihre Songs verbinden grundsätzlich Black Metal mit Melodic- und Folkelementen, doch ihr neues Material schien etwas stakkato-thrashig-orientiert zu sein. Die Stimmung kochte von Anfang bis Ende und SUIDAKRA, die zum ersten Mal in Salzburg gastierten, waren hinsichtlich solcher Publikumsreaktionen sichtlich überrascht. Was ich nicht verstehen konnte, war die Tatsache, dass einige Songs vom Nachfolger zu "Emprise to Avalon" geboten wurden - sie waren gerade im Studio und stellten die neuen Songs vor, nur leider kannte sie ja noch keiner, da das Album eben erst erscheinen wird. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten stattdessen den einen oder anderen Song der genialen Alben "Emprise to Avalon", "The Arcanum" oder "Lays from Afar", die ich besitze, gespielt, und nicht brandneues Material, das noch niemand kennt und noch gar nicht auf CD zu haben ist.

Nach circa 35 Minuten war ihre Zeit leider schon zu Ende und nach der Umbaupause ging es mit SOILWORK weiter. Ich kenne nur wenige Songs der Band, hatte sie aber als reinen Death Metal in Erinnerung. Doch die dargebotenen Songs beinhalteten zusätzlich auch eine Portion Hardcore á la PRO PAIN oder gar härteren Nu Metal. Der Sänger legte sich jedenfalls ordentlich ins Zeug und feuerte die Meute euphorisch an, die Gitarrenwand der Schweden wurde von einem Keyboard untermalt, das mich gelegentlich auch an FEAR FACTORY erinnerte. Dennoch waren SOILWORK nicht unbedingt mein Ding.

Obwohl das Rockhouse ohnehin total voll war, wurde es jetzt so richtig eng, schon zig Minuten vor Anpfiff des Gitarren vs. Keyboardduells sicherten sich viele die besten Plätze in den ersten Reihen. Ich zog es lieber weiter hinten vor, da die Leute wie Sardinen gepresst standen. Nach einer etwas längeren Umbaupause wurde es schließlich dunkel, grüne Laserlichter schwenkten durch die Halle und ein sehr seltsames, aber geniales Intro kündete die finnischen Metalgrößen CHILDREN OF BODOM an, die gemeinsam mit DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH wohl zu den bekanntesten Bands der härteren Musik gehören. Im Publikum ging es von Anfang bis Ende des Gigs mächtig rund, ein einziges Meer an Metalfans schwappte auf und nieder, hin und her. Der Sound war super und die charakteristischen Duelle von Leadgitarre und Keyboard faszinierten. Zudem wunderte ich mich über den Keyboarder, dessen Instrument nicht normal positioniert war, sondern die Tasten standen senkrecht, also im 90-Grad-Winkel, zum Boden. Ich bin selber Keyboarder/spiele Klavier, doch was für einen Sinn dies hatte, weiß ich bis heute nicht - ich glaube auch nicht, dass man so schneller oder besser spielen kann. Die Halle stand natürlich bei "Lake Bodom" Kopf, aber trotzdem sah man nach dem Gig einige enttäuschte Gesichter, denen einfach gewisse Klassiker der Finnen fehlten.

Mir persönlich gefiel der Abend, aber bei CHILDREN OF BODOM blieb es etwas unter den Erwartungen.

www.rockthenation.at

Leander
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Beitrag vom 21.05.2003
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