FULL OF HITS FESTIVAL: QUEENS OF THE STONE AGE   DISTURBED   MOTHER TONGUE UVM.  
04.06.2003 @ Arena

Zu meiner großen Überraschung musste ich kurz bevor ich mein Domizil Richtung Arena verlies feststellen, dass mich ein anderes Line Up erwartete, als eigentlich angekündigt war. Statt PACIFIER und SEETHER standen BIFFY CLYRO, die mir nicht einmal vom Namen her bekannt waren, am Spielplan.

In der Arena angelangt, gab es dann erst mal MOTHER TONGUE zu hören und die vier Wüstentemperatur-erprobten Texaner waren genau die richtige Wahl für den Opener dieses Festivals. In der sengenden Hitze rockten sie, was das Zeug hielt und gefielen mir persönlich mit ihrer äußerst expressiven und kontrastreichen Musik irgendwo zwischen ROLLINS BAND, den RED HOT CHILI PEPPERS (Bassist Davo dürfte nicht nur musikalisch sondern auch was das Outfit angeht sehr von CHILI PEPPERS-Flea beeindruckt sein) und Seventies-Rock (war das der auferstandene John “Bonzo” Bonham an den Drums?) sehr gut. Gespielt wurden sowohl Songs des 1994 erschienenen, selbstbetitelten Debütalbums als auch Material vom aktuellen Comeback-Output “Streetlight”. Auf der Bühne ging’s wie gesagt wild zu, auch wenn die beiden Gitarristen neben ihrer Rhythmsection etwas gesichtslos dastanden. Vor der Bühne waren noch nicht all zu viele Leute versammelt, die die sich schon eingefunden hatten, ließen sich jedoch von Davo ordentlich motivieren und gegen Ende des Auftritts war es dem Gitarristen mit dem ulkigen Bart-Zöpfen schon möglich während eines recht noisigen Solos auf dem Mob der Zuschauer zu schwimmen...

Nächste Band in der ständig voller werdenden Arena war dann BIFFY CLYRO, die mir völlig unbekannt waren. Von mir recht skeptisch beobachtet - immerhin ist die Mischung aus ruhigen Alternative-Teilen und kraftvollen, leicht punkigen Passagen, die diese englische Band spielt, nicht unbedingt das meine - muss man den drei Jungs doch zugestehen, dass sie eine einwandfreie Show geliefert haben und ein paar ihrer Songs haben echt Ohrwurmqualitäten, vor allem ihr Opener (und ihre bis jetzt einzige Singleauskopplung) "Toys, toys, toys, choke, toys, toys".

Waren MOTHER TONGUE für mich der erste Highlight des Abends, der dann erst von den Headlinern QUEENS OF THE STONE AGE überboten werden konnte, galt dasselbe bei vielen für THE COOPER TEMPLE CLAUSE zu. Sechs Junge Herren, wie schon BIFFY CLYRO ebenfalls von der Insel, schick gekleidet und mit einer Lastwagenladung Gitarren ausgestattet, kamen auf die Bühne, ließen den Bass so unerträglich wummern, dass es fast schon weh tat, wechselten ständig ihre Instrumente, was zu unnötig langen Pausen zwischen den Songs führte, machten unnötigen Lärm auf den Keyboards, hatten überhaupt nicht gerade einen tollen Sound und außerdem einen Sänger, der nach einem der Gallagher-Brüder klang und spätestens an diesem Punkt meiner Aufzählung sollte klar werden, dass ich absolut nichts mit TCTC anfangen konnte. OK, gegen Ende rockten sie etwas weniger britisch, dafür aber härter und der Bass wummerte auch nicht mehr gar so arg, alles in allem für mich jedoch die schlechteste Band des Abends, zu einer anderen Meinung bin ich absolut nicht zu bewegen.

Wenn ich schon am Meckern bin: Die Schlangen bei den Getränke-/Bierständen waren inzwischen auch keinem Menschen mehr zumutbar. Positiv erwähnen möchte ich dann aber auch, dass wieder Apfelsaft gespritzt gratis ausgeschenkt wurde.
-Kronos-

Die Wartezeiten an den Getränkeständen verhielten sich ungefähr proportional zur Länge der Umbau/Soundcheck-Zeiten. Man ließ sich zuhnemend Zeit mit dem Umbau was aber angesichts des herrlichen Wetters und der Volksfeststimmung in der Arena verkraftbar war. Mit DISTURBED enterte eine Band die Bühne, die vielen noch recht lebhaft vom letzten 2 days a week in Erinnerung war. Mit "Voices" wurde das Set begonnen und mit druckvollen Drums und hartem Gitarrensound begleitet brachte Sänger David Draiman die PA der Arena hart an ihre physikalischen Grenzen. Mit seiner fast operntauglichen Stimme die sehr hoch gepegelt war sang er seine Bandkollegen in den Hintergrund. Die ausgezeichnete heavy-metal Ballade "Remember" mußte aus irgendeinem Grund in der Mitte ohne double-bass Achtelnoten auskommen, Drummer zu müde oder zu feig (weil schwer zu spielen), aufgefallen ist es eh nur wenigen. Auf die Frage, ob Vienna "down with the sickness" ist antworteten die Fans auf ihre Art und die Stimmung erreichte beim darauffolgenden gleichnamigen Lied ihren Höhepunkt. "Stupify" war der krönende Abschluss des Stundensets und obwohls diesmal nicht ganz an das (noch) bessere Konzert damals in Wiesen gereicht hat durfte man sich als Fan wieder beruhigt in die Warteschlange einreihen und auf sein nächstes Bier warten.
-Paul-

Durch eine klare, wunderbar warme Sommernacht hört man von einer Bühne, über der ein Sichelmond seine Bahn entlang wandert, das geniale Klangritual “Spiders And Vinegaroons” vom Band. Und dann: Endlich QUEENS OF THE STONE AGE und was wäre ein besserer Opener als der “Feel Good Hit Of The Summer”? Und könnte man eine bessere Taktik haben, als gleich zu den nächsten Songs überzugehen? Keine unnötigen Pausen, wie bei mancher Band zuvor, stattdessen Höllentempo und als nächstes Geschoss “Quick And The Pointless”. Eine Wucht.

Danach gab es, was mich nicht wirklich erstaunte, vornehmlich Material von der letzten CD “Songs For The Deaf” zu hören. Was mich dabei mehr erstaunte, war der häufige Einsatz der Keyboards, um die der Gitarrist, der nicht Josh Homme ist (gibt es irgendjemanden der sich bei den ständigen Line-Up-Wechseln dieser Band noch auskennt?), sich kümmerte. Der Typ, der für einige Songs auf die Bühne kam um sich das Mikro mit Nick Olivieri und Josh Homme zu teilen, wird wohl Mark Lanegan gewesen sein, von meinem Platz aus war das angesichts des durch eine Kappe verdeckten Antlitzes des Frontmannes nicht wirklich zu erkennen.

Teilweise ging es minutenlang nur instrumental zur Sache, denn dann und wann wurden auch sehr psychedelisch angehauchte Improvisationen in die Songs eingebaut. Mit sowas kann man hoffentlich nicht nur mich begeistern, irgendwer muss ja die alten Werte des Rock’n’Roll noch zu schätzen wissen.

Natürlich gab es alle wichtigen Songs der Band zu hören und nach dem letzten Song des regulären Sets (“Noone Knows”) war klar: die Zugaben werden “Monsters In Your Parasol” und “The Lost Art Of Keeping A Secret” sein und so war’s dann auch, dann war aber leider unwiderruflich Schluss.

“Mexicola” oder “You’re So Vague” hätten mir diesen ohnehin tollen Gig noch ein wenig versüßt, aber leider....
Zu den herrschenden Temperaturen hätte auch noch ein Song der QOTSA-Vorgänger-Band KYUSS, die man ja gerne als “Wüstenrock” bezeichnete, gepasst, aber war eigentlich eh klar, dass die Bandchefs Homme und Olivieri ihrer Vergangenheit kein Live-Denkmal in Wien setzen werden. Schade, denn dann hätte es sich nicht mehr um ein Konzert sondern ein Ereignis sondergleichen gehandelt.(Kronos)


Kronos
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Beitrag vom 07.06.2003
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