INFERNAL   FARMER BOYS  
07.09.2001 @ Posthof

Da die "Bauern Buam" aus Stuttgart ihr Posthofgastspiel im Oktober letzten Jahres leider kurz vorher stornieren mussten, blieb es ihnen heuer vorbehalten, die lästige Sommerpause mit diesem Konzert ein für allemal zu beenden. Und der Andrang war nicht gerade klein an diesem Abend. Bevor sich die Posthofbesucher allerdings an der Musik der Deutschen erfreuen durften, wurde die Menge noch mit Hilfe eines Local Supports eingestimmt. Dieser hörte auf den Namen INFERNAL und man kann den verantwortlichen Veranstaltern zu der Wahl nur gratulieren, denn einen stilistisch besser passenden Supportact hätte man kaum engagieren können. Auch der Nerv der Audienz wurde definitiv getroffen, denn nicht jede Vorgruppe wird so abgefeiert, wie an diesem Tag INFERNAL.
Die Almtaler zählen sicher zu den originellsten Vertretern der New Metal-Spezie in ganz Österreich. Die Mutation von einer innovativen Death/Thrashcore-Gruppe zu einer eigenständigen New-Metal-Kapelle scheint wahrlich geglückt, wenn auch die von früheren Gigs bekannte Intensität nicht mehr in dieser Form vorhanden ist. Aber: Alles hat eben seinen Preis, und ich würde lügen, würde ich behaupten, INFERNAL hätten in kompositorischer Hinsicht in den letzten Jahren keinen Zahn zugelegt. Präsentiert wurde den Fans an diesem Abend fast ausschließlich Material (u.a. "genus shock"; "silent sadness" etc.) vom aktuellen "Proberaum Demo", das extra für diesen Anlass als special edition (inkl. 4 weiteren neuen Songs) neu aufgelegt wurde. In Erinnerung bleibt einmal mehr eine äußerst routinierte und kraftvolle Perfomance, für die das Trio mittlerweile allseits bekannt ist.
Nach der obligatorischen Umbaupause, starteten die FARMER BOYS ihren Gig, und hatten dabei nicht einmal im Ansatz Schwierigkeiten das übrigens bunt gemischte Publikum in den Griff zu bekommen. Im Gegenteil! Dieses erwies sich als äußerst begeisterungsfähig und loyal, und nahm die Show mit Wohlwollen auf. Das Programm setzte sich aus älteren Stücken ("When pigs fly" etc.) sowie Liedern vom aktuellen, dritten Album "the world is ours" ("this good life"; "end of all days" usw.), das fast zur Gänze präsentiert wurde, zusammen. Von den äußerst positiven Begleitumständen (glasklarer Sound, entsprechendes Feedback seitens der Fans) wurden die 5 Musiker natürlich noch zusätzlich angespornt. Die Mannen um Sänger Mathias Sayer boten eine eher spartanische Bühnenshow, d.h. eher kurz gehaltene Ansagen und (wenn man vom spontanen Hantieren Sayers mit einem Scheinwerfer absieht) wurde auf zusätzliche Showelemente eigentlich gänzlich verzichtet, was der guten Stimmungen aber keinen Abbruch tat. Kein Wunder, denn die FARMER BOYS bedürfen dank ihrer gelungenen und ausgeklügelten Symbiose von (New-) Metal und 80er-Jahre-Synthie-Pop keinerlei zusätzlichen Attraktionen, um ihr Publikum von ihren Qualitäten zu überzeugen. Den Abschluss dieses furiosen Konzertes bildete neben "while god was sleeping", das unvermeidliche "here comes the pain" sowie ein brandneuer Track namens "home is where the stars are".


Hutti
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Beitrag vom 10.11.2001
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