NERF HERDER   NO COMPLY   NO MORE ENCORE   
07.07.2003 @ Arena

Als erste Band an diesem Abend war NO MORE ENCORE dazu auserkoren die Stimmung des - zu diesem Zeitpunkt erst spärlich vorhandenen - Publikums anzuheizen.
Zugegeben, sie bemühten sich redlich dieses Ziel auch zu erreichen und noch dazu ihrem Ruf als Spass-Truppe gerecht zu werden: Angefangen bei Mitzähl und "Ihr seid Scheisse" Spielchen über Toilettenpapier als Setlist sowie einer eigenwilligen Tanzchoreographie bis hin zum Hechtsprung des Bassisten von der Bühne ins Publikum (und anschließendem Hindernislauf ins Freie und wieder zurück) war alles vorhanden. Mit der Zeit gestalteten sich die Zwischenansprachen allerdings einigermaßen anstrengend, noch dazu wo sie oft auch nicht so witzig waren bzw. nicht so gut ankamen.
Die Emergenza Gewinner des Jahres 2002 in Österreich präsentierten sich live mit nicht gerade überragender Klangqualität: Schlagzeug und Bass waren viel zu dominant, als dass Gitarren oder Melodien eine Chance gehabt hätten, sich der Zuhörerschaft mitzuteilen. Interessant zu beobachten aber, dass dreiviertel des Publikums älter war als die Band selbst - bei kolportierten Vorbildern wie BLINK 182, SUM 41, DONOTS oder GREEN DAY aber auch kein Wunder.
Nicht viel später stürmten NO COMPLY die Bühne und mit ihnen endlich wieder einmal eine spuckende Frontfrau. Dass sie kurze Zeit darauf inmitten eines Songs auf die Bühne kotzte setzte noch eins drauf. Sie gab dann zwar noch zu, sich "sick" zu fühlen, auf die Bühnenshow, die höchst energetisch war, wirkte sich das allerdings nicht aus.
Musikalisch gesehen bewegen sich die Briten NO COMPLY irgendwo zwischen Punk und heftigem Bläsereinsatz (Trompete und Posaune). Zwischendurch werden noch einige uptempo Scream bzw. Lärmeinlagen eingestreut, was zusammengenommen viele Breaks und verschachtelte Songs ergibt. Dieses "nicht-wissen-wies-im-nächsten-Moment-weitergeht" kann aber auch durchaus reizvoll sein.
Anschließend gaben sich endlich die Headliner NERF HERDER die Ehre. Der Running Gag am Beginn waren wohl die Geschlechtskrankheiten von Courtney Love und Mr. Spock, mit Fortschreiten des Abends wurden die "Jungs" aber leider schweigsamer und ihre höchst amüsanten deutschsprachigen Zwischenbemerkungen wurden seltener. Enttäuschend dabei, dass sich scheinbar nur so wenige Leute an diesem Abend für NERF HERDER interessierten, aber vielleicht lags ja am Sommerloch. Wirklich bewegungsfreudig waren die ZuhörerInnen noch dazu auch nicht, was eigentlich schon verwunderlich ist, schließlich war das Konzert nicht so schlecht . Nur - wie bereits angedeutet - gegen Ende fehlte irgendwie der Biss, die Songs wirkten einfach nur schnell runtergeschrammelt - beinahe lieblos. Da konnte auch das gelungene Outfit, die gehörige Portion Selbstironie und der Schlagzeuger, der bei jeder Gelegenheit sein Sticks durch die Luft warf, nichts ändern.
Musikalisch gesehen war es also durchaus passabel, nur die richtige Stimmung wollte nicht so recht aufkommen.
www.nerfherder.net

Doris
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Beitrag vom 11.07.2003
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