MFG OPEN-AIR: FIRESTORM   EYE OF BETRAYER    SYMPATHY FOR STRAWBERRY   COCKROACH       SPEARHEAD      
16.08.2003 @ Sägewerk Kreuzeder, Vorchdorf

Nachdem das vorjährige MFG-Fest ob des beachtlichen Besucherandranges als
voller Erfolg verbucht werden durfte, war die Motivation der Verantwortlichen eine weitere Neuauflage der beliebten Festivität auf die Beine zu stellen, vermutlich nicht gerade gering. Als Location durfte wieder das direkt am Almfluss gelegene Betriebsgelände des Sägewerkes Kreuzeder herhalten, wobei man nicht nur wie gewohnt Bars (auch das Welser Musicpub Fred Sega war wieder vertreten.) und einen Kebapstand installierte, sondern auch mittels eines geräumigen Zeltes vermieden werden sollte, dass ein möglicher Wolkenbruch das Konzerterlebnis negativ beeinträchtigen konnte.

Der Startschuss zum musikalischen Teil des Abends fiel mit der Show von SPEARHEAD, einer Thrash/Death-Formation aus Eferding (OÖ), die kurzfristig für die deutsche Band ZODIAC ASS eingesprungen waren, und neuerdings mit Drummer Martin Zeller auch ein Mitglied von OLEMUS in ihren Reihen haben. Und diese legten sich von spärlichen Menschenkulisse vor der Bühne unbeeindruckt ordentlich ins Zeug, um der Meute jede Menge „hard stuff“ um die Ohren zu blasen. Neben einigen Tracks wie „Malevolent“ oder “Bloody ways“, die sich auch auf deren letzten Demo-CD wiederfinden, und weiteren Stücken („„Suffocate in filth“ usw.), wurden auch die Thrash-Helden SLAYER mit einer Coverversion („Raining blood“) gewürdigt. SPEARHEAD, die schon mehrfach in den USA Gigs absolvierten, präsentierten sich jedenfalls in äußerst guter Verfassung, und hinterließen auch einen durchaus positiven Eindruck.


Es folgten COCKROACH, die ich schon bei der letzten Ausscheidung zum YBC beäugen durfte, und einmal mehr konnte eine sehenswerte Show abgeliefert werden. Die Thrash/New Metal-Mixture der Band aus Windischgarsten (OÖ)wurde erneut durch female (backing-) vocals der Bassistin Manuela aufgewertet, und Sänger Peter, der wie gehabt mit einem Schottenrock auftrat, wurde nicht müde, das Publikum zu mehr Feedback zu animieren. Diese Animationen zeigten auch Wirkung, indem die Schar vor der Bühne nach Ende des regulären Sets eine Zugabe forderte. Dieser Wunsch ging auch in Erfüllung: Und zwar in Form des FALCO-Klassikers „Rock me Amadeus“, der aber natürlich in einer entsprechend metallischen Version dargeboten wurde, und erwartungsgemäß sehr gut aufgenommen wurde.

Es folgten SYMPATHY FOR STRAWBERRY aus Wien, die erst seit 2002 existieren, aber dennoch eine ganz ordentliche Portion Indie Pop bzw. Alternative Rock garniert mit female vocals darboten. Der Gig ging also durchaus in Ordnung, doch da der Großteil der Besucher wohl eher Musik der härteren Gangart bevorzugte, hielten sich die Resonanzen von wenigen Ausnahmen abgesehen doch stark in Grenzen. Ob die Band mit dem besonderen Faible für Erdbeeren diese Vorbliebe auch bei ihren Songtexten auslebt, konnte aber leider nicht eruiert werden.

Es folgten die Pechvögel vom Vorjahr, nämlich EYE OF BETRAYER aus Wels, deren Darbietung ja damals von der Exekutive ob eingegangen Anzeigen seitens empörter Anrainer wegen Lärmbelästigung für beendet erklärt wurde. Doch der heutige Gig lies die Malaise vom Vorjahr endgültig in Vergessenheit geraten, denn EYE OF BETRAYER agierten in Bestform, und konnten mit wohlklingenden Stücken wie „There ain't no sunbeams, when you're dead“, „Katharsis“ oder „The Warlocks brave bride“ die Audienz rasch in ihren Bann ziehen. Die Welser Formation bot mit einem abwechslungsreichen Programm, das sowohl brandneue als auch altbekannte Nummern enthielt, einmal mehr ihre ureigene Version von (facettenreichen) Gothic/Dark Metal dar, was die Leute auch spürbar goutierten. Nachdem man Veranstalter Martin Kreuzeder, der Geburtstag feierte, (das Kürzel MFG steht übrigens nicht für die bekannte Grußformel, sondern schlicht und einfach für „Martin feiert Geburtstag“.), auf die Bühne bat, um ihm ein Präsent (Tätowiergutschein) zu überreichen, durfte die Menge Zeuge einer Livepremiere werden: Es handelt sich um einen alten Hit der E.A.V. (!), nämlich „Liebe, Tod und Teufel“, das freilich entsprechend umarrangiert wurde, und denkbar gut ankam. Nach dem Ruf nach einer Zugabe laut wurde, kehrte die Band noch einmal zurück, um sich mit „Call to Arms“ endgültig zu verabschieden.

Als letzte Band durften die Niederösterreicher FIRESTORM ihr Bestes geben, und selbstverständlich hatte man sich nicht nur wieder die betont futuristisch erscheinende Bühnenkluft angelegt, sondern ließ auch sonst nichts unversucht, um eine richtiges Rockfeuerwerk zu zünden, was auch gelang. Neben zahlreichen Titeln der neuen CD „Back from hell“ („Tears of fire“; „Heading for tomorrow“; „War“ etc.) wurde auch Songmaterial vom Erstling „VR-1“ („Beyond stormwind“ und „Sattelite Spring“) zum Besten gegeben. Trotz der sehr guten und agilen Show blieb leider gebührendes Feedback, von wenigen Ausnahmen, welche die Band dafür richtiggehend abfeuerten abgesehen, eher Mangelware. Dennoch handelt es sich um eine beachtliche Show der fünfköpfigen Band aus dem Weinviertel, und auch die obligaten Coverversionen („METALLICA meets BACKSTREET BOYS“ und "Wild boys" von DURAN DURAN) durften nicht fehlen, und als letzte Zugabe wurde mit „The Look“ gar ein alter ROXETTE-Hit aus dem Talon gekramt. Leider war das mangelnde Feeback nicht das einzigste Ärgernis, das FIRESTORM heute belasten sollte, denn äußerst unverschämt agierende Langfinger hatten einfach das zum Verkauf angebotene Merchandising der Band vom Verkaufsstand entwendet.

Fazit: Zusammengefasst kann von einer gut organisierten und musikalisch interessanten Veranstaltung gesprochen werden, wenngleich die Besucheranzahl leider nicht einmal annähernd jene des Vorjahres erreichte, was wohl auch damit zu tun hat, dass dieses Mal im Gegensatz zum Vorjahr, wo mit DESPERATE CRY, WUNSCHKINDER, BURNING TOO sowie LOXODROME mehrere Bands aus der näheren Umgebung auftraten, die naturgemäß etliche Fans anzogen, keinerlei lokale Gruppen aus der näheren Umgebung von Vorchdorf mit von der Partie waren. Trotz der Tatsache, dass die Besucheranzahl mit rund 150 Zahlenden unter den Erwartungen blieb, war die Stimmung am Festivalgelände durchaus nicht von schlechten Eltern und als sehr entspannt zu bezeichnen, wenngleich die behördlich wohl vorgeschriebene Securitytruppe wohl so manchem Besucher bzw. so mancher Besucherin die Veranstaltung etwas vermieste. Dass es am Eingang Durchsuchungen geben muss und Ordner, die bei möglichen, aber bei solch einer Veranstaltungen mit Sicherheit unwahrscheinlich erscheineinenden Handgreiflichkeiten einschreiten, leuchtet ja noch ein, und soll auch nicht unbedingt kritisch hinterfragt werden. Dennoch: Der engagierte Wachtdienst lies wahrlich jegliches Fingerspitzengefühl vermissen, und agierte stellenweise so dermaßen rabiat, autoritär und penibel, dass man sich ernsthaft fragen musste, ob so ein Vorgehen den zahlenderen und durchaus friedlicher agierenden Besuchern gegenüber noch fair und akzeptabel ist. Schließlich galt es an diesem Abend nicht etwa ein Konfrontation von gewaltbereiter Fußballfans bzw. Demonstranten zu verhindern, sondern es handelt sich um ein stinknormales Fest mit auftretenden Livebands. Der traurige Höhepunkt des Fehlverhaltenes des Wachdienstes markierte jene Aktion, wo vier uniformierte Herren eine junge Dame außerhalb des Geländes in die Zange nahmen, nur weil diese angeblich die Frechheit besaß, besagte Herren bei einem anderen Vergehen zu fotografieren. Diese suchten erst das weite, als die erwähnte Dame ihnen mit der Polizei drohte. Sicherheit hin oder her – aber nicht nur von den BesucherInnen kann eine gewisse Form von Selbstdisziplin und übliche Umgangsformen erwartet werden, sondern auch von der Security, denn schließlich müssen diese vom Veranstalter bezahlt werden, um für Ordnung zu sorgen und die Sicherheit zu gewährleisten, und nicht um genau das Gegenteil zu bewirken. Dies soll allerdings ausdrücklich nicht als Kritik am Veranstalter verstanden werden, dem man selbstverständlich nicht für das Verhalten dieser Herren verantwortlich machen kann.


www.m-f-g.org

Hutti
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Beitrag vom 27.08.2003
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