DAYZERO   THE INVALIDEN  
06.09.2003 @ Le Freak, Wels

Von dieser Veranstaltung erfuhr ich zwar erst äußerst kurzfristig, aber da der Beginn dieser erst mit 23 Uhr festgelegt war, und es somit möglich war, das EM-Qualifikationsspiel Niederlande gegen Österreich (und durch glückliches Zapping sogar Rudi Völlers verbale Entgleisungen im ARD-Studio) zur Gänze mitzuverfolgen, entschied man sich ganz spontan, sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Als Ort des Geschehens war das Le Freak, ein kleines am Welser Stadtplatz gelegenes Kellerlokal auserwählt worden.

Als ich über die Stiege in das Lokal gelangt war, hatte die Show der Vorgruppe THE INVALIDEN bereits begonnen. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine relativ neue zweiköpfige Formation aus Wels, die mit Akustikgitarren bewaffnet, nicht nur als Welser Pendant von CHRISTOPH & LOLLO durchgehen kann, sondern vielmehr gar als CHRISTOPH & LOLLO-Coverband beschrieben werden kann, weil sie eben Stücke von erwähnter Band mit selbst verfassten Texten darbieten, wozu man natürlich die Erlaubnis der Urheber einholen musste, die auch erteilt wurde. Während „CHRISTOPH & LOLLO“ bekanntermaßen in ihren Kompositionen das Leben von Schispringern besingen, porträtieren die beiden Protagonisten von THE INVALIDEN, Heidlbär und Conscience, auf textlicher Ebene vorwiegend diverse Nationalstaaten, und erweisen sich darin als durchaus ähnlich talentiert und humorvoll wie ihre Vorbilder. Neben dem Liedgut der FM-4-Stars wurde aber auch noch ein bekannter Queen-Hit („Crazy little thing called love“) zum Besten gegeben. Dass sich das Wirken des Duo sich in naher Zukunft wohl nicht nur mehr das Nachspielen von Fremdkompositionen beschränken wird, bewiesen die beiden selbstkomponierten, auf der CD „Live im Kerker“ befindlichen Stücke, die übrigens im Anschluss an den Gig kostenlos an Interessierte verteilt wurde. Bei entsprechenden Weiterentwicklung hin zu einer eigenständigeren Kombo, die auf eigene Kompositionen setzt, kann aus dieser Formation ja durchaus noch etwas werden.

Danach waren DAYZERO an der Reihe, deren Gig natürlich für den Großteil der Besucher der wichtigste Beweggrund für ihr Erscheinen darstellte. Und: Die Mannschaft um Sänger Güga (Ex-ZENITH ZERO)verstand es, die Audienz keinesfalls zu enttäuschen, sondern eine solide Performance zu bieten, die somit auch durchaus den Erwartungen entsprach. Auch der Veranstaltungsort erwies sich ob der vorherrschenden, intimen Clubatmosphäre (ähnlich wie im Fred Sega) als geradezu ideal für einen Gig dieser Art. Ihren Stil definieren die Welser zwar selbstbewusst als „Fresh austrian bio metal“, aber im großen und ganzen erscheint mir die Stilschublade(n) Grunge/Alternative Rock/Metal weiterhin zur Beschreibung ihr Musik als mehr oder weniger passend, wenngleich man auch einräumen muss, dass DAYZERO bei den brandneuen Stücke auch einen gewissen Hang zu Experimenten an den Tag legen, und allgemein keine allzu einseitige Kompositionsschiene fahren, sondern bewusst vielseitige Stücke, die in punkto Härte und Melodieanteilen variieren, schufen und sicherlich auch weiterhin schaffen werden. Ansonsten gab es jede Menge ziemlich durchaus hörenswerter Tracks von der im Proberaum aufgenommen Demo-CD („Feel“ ;“Beautiful day“ usw.) zu hören, die von Vokalisten Güga stilecht auf einem Barhocker sitzen gewohnt gut intoniert wurden. Aber auch die übrigen Bandmitglieder standen dem um nichts nach, und erwiesen sich als wahrhaft spielfreudig und motiviert. Die Fans dankten es der Band mit viel Applaus, und auch ich muss ehrlich gestehen, dass mir der Sound sowie die Performance der Band von Gig zu Gig mehr zusagt.


Hutti
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Beitrag vom 14.09.2003
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