EYE OF BETRAYER    FBI    PEKARI    DAYZERO   AKUSMA    VITRIOL   KRAUTSCHÄDELN  
04.10.2003 @ Alter Schl8hof

Das Kulturzentrum Alter Schl8hof in der Welser Dragonerstraße ist vielen vor allen Dingen als Austragungsort zahlloser Konzertdarbietungen ein Begriff, aber es bietet auch in Form von insgesamt neun Proberäumen zahlreichen, stilistisch verschiedenartigsten Bands aus der Region den nötigen Raum, um ihre Kreativität entsprechend ausleben zu können und ihre musikalischen Fähigkeiten bedeutend zu erweitern. Was lag als näher als einigen der in den Katakomben des Schl8hofes probenden Gruppen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken? Auf Initiative von Werner Bauer, der im Schl8hof als eine Art Hausmeister fungiert und in den rund 20 Jahren seines Musikerdaseins als Bassist unzähliger Welser Bands wie u.a. ARMOURGEDDON, MEGATIV usw. tätig war, fanden sich insgesamt sieben Bands, welche die unter dem Titel ROCK IM PACK laufende Veranstaltung zu einem echten Highlight werden ließen.

Als Opener trat das Trio KRAUTSCHÄDELN in Aktion, das sich als groovig rockende Funkrockkombo (mit Sinn für Humor) entpuppte, deren Frontmann und Gitarrist Philipp offenbar nach seinem (kurzen) Engagement bei PEKARI und einer weiteren hiesigen Death Metal-Band eine musikalische Neuorientierung vollzogen hat. Und diese, übrigens mit deutschen Texten garniert, erwies sich als durchaus bekömmlich, und kam beim Publikum auch gut an.

Es folgten VITRIOL, die als Nachfolgeband von GEGENWEHR/PRISON 46 (Album „Misled Youth“ (2002)) angesehen werden können, und eher simpel gestrickten, aber auch durchaus melodischen Punk spielen, der musikalisch exakt den von der Vorgängerformation vorexerzierten Sound weiterverfolgt. Insgesamt eine ganz annehmliche Show, wenngleich die Resonanz ob der geringen Anzahl anwesender Punks denkbar bescheiden ausfielen.

AKUSMA, die als nächste Band die Bühne erklommen, tanzten stilistisch gesehen deutlich aus der Reihe, denn: Man agierte als Duo, und bot eine ziemlich anspruchsvolle Fusion aus Rock- und Elektrosounds mit Hang zu Experimenten unter Verwendung eines Drumcomputers und ohne jegliche Gesangsparts. Eine durchaus gewagte Mischung, die zwar bestimmt nicht jedermanns Sache ist, aber durch die augenscheinlichen Faible zur musikalischen Progressivität vor allem bei anwesenden Musikern durchaus wohlwollend aufgenommen wurde.

DAYZERO bedürfen wohl keiner näheren Vorstellungen mehr, denn die Band um Sänger Güga und Bassist Horny zählt mit absoluter Sicherheit zu den tourfreudigsten (Alternative) Rock/Metalbands aus dem Großraum Wels und Umgebung, agierte dementsprechend gekonnt und routiniert und hatte auch eine gar nicht so kleine Fanschar im Schlepptau, welche die Band gar mit einem Transparent würdigten. Neben vielen bereits von vergangenen Gigs bekannten Stücken, die wie gewohnt äußerst leidenschaftlich und versiert in Szene gesetzt wurden, auch ein nagelneuer Song namens „Hate“ wurde der Audienz vorgestellt.

Bei der nächsten Band durfte der Veranstalter und Bassist Werner Bauer selbst in Erscheinung treten, denn die Welser Death Metaller PEKARI wurden extra für diesen Anlass (erneut) wiederbelebt, und der höchst anspruchsvolle, aber auch kompromisslos derbe Death Metal, dem Sänger Oliver Pfordte, Drummer Clemens Pierer (Beide auch bei EYE OF BETRAYER tätig.) und Co. dem Publikum verabreichten, verfehlte seine Wirkung wahrlich nicht und wurde auch durchaus positiv aufgenommen. Neben bekannten Standards wie „The Mask“ oder „Guts Pave My Way“ wurde (wie bei jeder Show dieser Band) auch das MALEVOLANT CREATION-Cover „Eve Of The Apocalypse“ zum Besten gegeben.

Als vorletzte Band des Abends enterten FBI, die vor einiger Zeit einen neuen Bassisten namens Alex in ihre Reihen aufgenommen haben, die Bretter, die bekanntlich die Welt bedeuten. Bei dieser Show wurden vorwiegend brandneue Stücke dargeboten, die FBI als vielschichtiger New Metal–Act auswiesen, der sich zwar am Puls der Zeit bewegt aber deren Kompositionen nicht zwanghaft trendorientiert, sondern durchaus authentisch durchdacht und vor allem groovy erscheinen. Aber auch alte Hits wie „187“ wurden keineswegs außen vor gelassen und auch sonst wirkte die Band sehr bemüht eine ordentliche Performance abzuliefern, um bei den Fans zu punkten. Alles in allem handelte es sich auch um eine beachtliche Darbietung der Band um die Szeneveteranen Konrad Wurm (Voc.) und Hans Bogl (Guit.) und den bekannten Drummer Bernhard Welz.

In die Rolle des Headliners duften an diesem Abend die Dark Metaller EYE OF BETRAYER schlüpfen, und das sicher nicht zu Unrecht, da es durch permanente Livepräsenz in den letzten Monaten mittlerweile gelang, den Bekanntheitsgrad um ein Beträchtliches zu erhöhen. Prinzipiell waren bei diesem Gig im direkten Vergleich zu den bisherigen (von mir mitverfolgten) Darbietungen der Betrayers im heurigen Jahr nicht sonderlich viele besonders auffällige Unterschiede zu orten, wenn man davon absieht, dass diese Show den ersten Gig der Band ohne das Mitwirken einer Sängerin überhaupt markierte, da die bisherige Vokalistin Kerstin Weber kürzlich ihren Ausstieg erklärt hatte. Dieses Faktum fiel aber nicht großartig ins Gewicht, was bedeutet, dass die Jungs Stücke wie „Ikare“ oder „Weeping At An Empty Grave“ gewohnt gekonnt intonierten, und auch (wie gehabt) mit einem passenden Stageachting aufwarten konnten. Auch die mehr als gelungene EYE OF BETRAYER-Interpretation des EAV-Hits „Liebe, Tod und Teufel“ lies nicht lange auf sich warten, und man konnte einmal mehr durchaus gute Resonanzen seitens der Fans ernten.

Fazit: Eine Veranstaltung, die hoffentlich in einem Jahr wieder stattfindet (Zitat Konrad Wurm v. FBI.), und das Potential einiger im Schl8hof probender Bands schön offen legte und überraschender Weise äußerst erfolgreich verlief. (Die Schl8hof-Halle war so gut gefüllt wie bei so manchem Gig internationaler renommierter Bands.) Warum wohl dieser Zustrom? Ganz einfach: Der Vorverkauf wurde über die Bands selbst abgewickelt, und diese erwiesen sich darin als äußerst fähig, und es gelang eben, zahlreiche Personen zu ihrem Kommen zu bewegen, was ganz nebenbei auch beweist, dass die Mundprobpanda wohl nach wie vor als eine der effiziente Formen der Werbung für Gigs gelten darf.


Hutti
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Beitrag vom 12.10.2003
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