GOATSKIN    SPEARHEAD    SPIT    INNOCENCE    DAYZERO  
11.10.2003 @ Schl8hof, Wels

Eine Woche nach dem bestens besuchten „Rock im Pack“-Ereignis sollte also erneut ein kleines Festival im Schl8hof stattfinden, das darauf ausgerichtet war, fünf heimischen Bands die Möglichkeit zu bieten, ihre Musik einer (hoffentlich) größeren Menschenmenge vorzustellen, und diese im besten Falle gar von ihren Qualitäten zu überzeugen. Die Idee zu diesem Event lieferten übrigens die Mitglieder der Welser Band SPIT, die dieses Festival auch mit Hilfe des Betriebsvereines Schl8hof des Schl8hofes sowie einiger Sponsoren, die allerdings großteils quasi als stille Gönner auftraten, als treibende Kraft hinter den Kulissen realisierten. Da man wohl nicht unbedingt davon ausging, dass diese Veranstaltung den Schl8hof auch nur annähernd füllen könne, platzierte man in weiser Voraussicht eine kleine Bühne auf der linken Seite, und trennte die Halle durch einen Vorhang in zwei Teile. Und: Die Einschätzungen sollten sich bewahrheiten, denn bei Beginn des Gigs von DAYZERO war noch nicht wirklich ein allzu großer Zustrom zu registrieren.

DAYZERO, die mittlerweile schon als Stammgäste auf der Schl8hof-Bühne anzusehen sind, rockten sich routiniert und engagiert wie eh und je durch ihr Set, und wussten dank emotionsgeladener und durchdachter Stücke wie „Desert“ oder „What`s pain“ und so weiter erneut zu gefallen. Der fabrizierte „Fresh Austrian Bio Metal“ (Eigendefinition) stellt sich immer mehr als durchaus eigenständige und gefühlvolle Verquickung aus verschiedensten Stilen (Grunge/Alternative Rock/Metal) heraus, der sich live besonders gut entfaltet, und stets dementsprechende Würdigungen seitens der Audienz nach sich zieht.

Als zweite Band enterten INNOCENCE (EX-CRUSTOMERIA) die Bühne. Diese noch relative junge Formation aus Eferding (OÖ) widmet sich voll und ganz dem Death Metal, der eher in Mid-Tempo-Gefielden angesiedelt ist, und zumindest live äußerst druckvoll erschien, auch wenn man mit Sicherheit für diesen Sound keinen Originalitätspreis gewinnen wird, was man auch von einer jungen Kombo nicht unbedingt erwarten darf. Dennoch wirkte die Band äußerst bemüht, und besonders der finale Song, die PRO PAIN-Coverversion „The beast is back“ lies doch ein beachtliches Feedback seitens der Fans folgen.

Mittlerweile hatte die Besucherzahl akzeptable Dimensionen erreicht, und die Vorzeichen für einen erfolgreichen Gig der Lokalmatadore von SPIT standen daher denkbar günstig. Und: Die fünfköpfige Band aus Wels schaffte es einmal mehr die Gunst der Stunde zu nutzen, und das Interesse einen Teil des Publikums zu erobern, und bot einen musikalischen Streifzug durch ihr bisheriges Schaffen (u.a. „Spit“, „Shitheads“, „Different“, etc.), wobei bei den neueren Stücken eine deutliche Weiterentwicklung weg vom Crossover/New Metal früherer Tage zu modernen, vielseitiger und kompakter in Szene gesetzten Thrash Metal, was auch von den Mitgliedern selbst ähnlich gesehen wird, festgestellt werden konnte.

Als SPEARHEAD mit ihrer Show begannen, hatte die Besucheranzahl wohl ihren Höchststand erreicht, was bedeutet, dass der (halbierte) Saal eigentlich mehr oder weniger fast zur Gänze gefüllt war. Und: SPEARHEAD ließen nichts unversucht, die Audienz von der Klasse ihres urtypischen Sounds (brachialer und anspruchsvoller Thrash Metal) zu überzeugen, und beeindruckten erneut mit einer soliden und intensiven Show, wobei neben einigen neuen Songs auch Stücke der beiden bisher erschienen CDs („Spearit“ und „Promo 2001“ zum Besten gegeben („Burst of hatred“, „Malevolant“, usw.), und auch das mittlerweile unverzichtbare SLAYER-Cover „Raining blood“ keinesfalls fehlen durften. Sänger Hartwig bemühte sich auch redlich die Fans zu Begeisterungstürmen zu animieren, was auch auch ziemlich gut gelang.

Als letzte Band dieses Tages durfte mit GOATSKIN eine der unbestritten besten Alternative Metal-Bands des Landes aufgeigen, und trotz der Tatsache, dass das Feedback der Fans ruhig etwas emotinaler und überschwenglicher ausfallen hätte können und leichte Soundprobleme auftraten, konnte man mit einer ansprechenden Show aufwarten, die gewohnt gekonnt in Szene gesetzt wirkte, was bedingt durch die langjährige Liveerfahrung der Jungs aber auch keiner Überraschung gleichkam. Neben dem Titeltrack des Erstlings „Last Sunbeam“ und den Beiträgen zum letztjährigen Traun-Sampler "Subnoize" („Red planet“, „My device“) wurden neue Songs in rohen Mengen präsentiert, die Lust auf Mehr machten, und auf ein neue Veröffentlichung der Band in naher Zukunft hoffen lassen.

Fazit: Ein erfreulich gut besuches kleines Festival mit toller musikalischer Umrahmung, das hoffentlich in geraumer Zeit in irgendeiner Form fortgesetzt wird.


Hutti
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Beitrag vom 21.10.2003
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