ENTOMBED   NINE   DISFEAR  
10.10.2003 @ Arena

“Ja wer ist denn das auf der Bühne? Na wenn das nicht der Tompa mit seinem Kapperl ist.” Erschreckend lange hat es gedauert, bis ich zu dieser Erkenntnis kam und eigentlich ist es ja schon erschreckend genug, dass ich nicht im vorhinein schon wusste, dass es sich bei DISFEAR um die Band des geschassten THE CROWN-Schreihalses handelt. Eher an sein Projekt LOCK UP erinnert DISFEAR nur mit dem Unterschied, dass das hier mehr rockt. Es rockt sogar so, dass der Gitarrist gerne mal à la Schweine-/Rotzrocker, oder wie man diese zeitgeistige Erscheinung nennen will, in die Luft kickte und die Burschen überhaupt eher an eine extreme Version einer Old School Punkband erinnerten als an ein Grindcore-Metzel-Kommando.
Was beim Posing des Gitarristen begann, ging beim absolut auf das nötigste beschränkte Schlagzeugset, das im extremen Metalbereich wohl erst recht den Rekord an Minimalismus bedeutet, weiter und Meister Tompa ist, wie ja auch die Burschen von ENTOMBED, sowieso seit geraumer Zeit ein waschechter Rock’n’Roller. Hoffen wir nur, dass er und seine Mitstreiter das nicht in dem Sinne verstehen wie einst Nicke von den eben erwähnten Ex-Death Metallern, und beginnen vergleichsweise weichen Rock im eigentlichen Sinne zu machen. Denn DISFEAR bewiesen, das man auch mit extremer Musik so lässig daher kommen kann wie einst THE CLASH oder THE RAMONES.
Wo THE HELLACOPTERS ein künstlich auf Retro hergerichteter erbärmlicher VW Beatle sind, sind DISFEAR ein 1973er Volvo 244GL mit einem Raketenmotor aus der Zukunft unter der Haube...
[Kronos]

Nummer Zwei im Bunde des schwedischen Bandtrios waren NINE, die natürlich nicht hinter der energetischen Vorgabe der Herren Lindstrand & Co. nachstehen wollten. Umso mehr legte sich das Quintett ins Zeug und knüpfte, was den Einsatz auf der Bühne und die musikalische Marschrichtung anbelangt, nahtlos dort an, wo DISASFEAR zuvor aufgehört hatten. Die Mannen rund um Sänger Johan Lindqvist - der trotz eines einbandagierten, weil offensichtlich lädierten linken Fußes wie wild poste - rockten und rollten so motiviert und druckvoll, dass es eine rechte Freude war. Trotz aller Parallelen zur vorhergehenden Band - nicht umsonst hatte man DISFEAR freundlicherweise für die letzten Nummern den zweiten Gitarristen zur Verfügung gestellt - konnten NINE durchaus eigene Akzente setzen und vor allem Frontman Johan tat sich durch seine Leistungen hervor; die Anleihen bei AC/DCs Brian Johnson, die er hie und da anklingen ließ, kann ich mir allerdings auch eingebildet haben. Gesegnet mit einem kräftig drückenden und dennoch differenzierten Sound bot man dem Auditorium einen Abriss über die Bandgeschichte und bekam es von den ziemlich begeisterten Anwesenden mit viel Applaus gedankt.
[Christoph]

ENTOMBED dann genau wie von mir im Vorbericht zu diesem Konzert vorausgesagt ein böse grinsender Gnom mit Eiern so groß wie Wassermelonen, der geschützt von einem Todesstahlpanzer seine Schandtaten begeht.
Schandtaten wie das viel zu selten gespielte “Stranger Aeons”(diese Nummer sollten sie mindestens drei und nicht ein einziges lächerliches Mal spielen) und andere Klassiker wie “Damn Deal Done”, und zu guter letzt “Left Hand Path”. Man sieht also, dass ENTOMBED trotz ihrer rein musikalisch (der Sound ist ja eine Konstante bei dieser Band und natürlich auch ein Stockholm-Kennzeichen am böse donnernden ENTOMBED-Monster Truck) eher auf sperrige Rockmusik schielenden Ausrichtung noch immer gerne ihre Wurzeln ausgraben.
“Abnormally Deceased” vom ersten Album und nicht zuletzt der abschließende Titelsong eben dieses Albums standen stellvertretend für diese Geisteshaltung.
Aber auch einiges vom aktuellen Output “Inferno” gab es zu hören. Man verzeihe mir an dieser Stelle, dass mir dieses Material noch nicht geläufig ist.
[Kronos]
[Das Material vom neuen Album, das ja einen recht "gewöhnungsbedürftigen" Sound hat - und das ist jetzt eine Beschönigung - kam live um Längen besser als auf Tonkonserve. Besonders hervorzuheben sind meiner Meinung nach noch die Songs vom "Wolverine Blues" Album, die wieder einmal zeigten wo der Hammer hängt. Ich sage nur "Out Of Hand". Wie Kollege Koronos schon gesagt hat, der der Gnom hat Stimmung ohne Ende verbreitet - es wurde gerockt bis zum Umfallen und wer nicht dort war, ist selber schuld! - Gore]


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Kronos
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Beitrag vom 24.10.2003
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