THERION   VOIVOD   FLOWING TEARS   ETERNAL PASSION  
18.03.2000 @ Alter Schl8hof

Diesmal fand im guten, alten Schl8hof, der bald sein fünfzehnjähriges Bestehen feiert, ein etwas seltsam gemischtes Konzert statt, nicht wie oft nur Black Metal Acts oder Gothic Bands, nein, es wurde ein sehr kontrastreiches und deshalb auch nicht schlechtes Line-Up geboten.

Den Autakt machten wie schon vor Subway to Sally die Passauer Eternal Passion, die nicht lange Reden hielten und gleich ans Eingemachte gingen, sprich Äxte umschnallen, Drumsticks krallen und there you go! Die Hoschis gefallen mir ehrlich gesagt von mal zu mal besser, der Stil so Thrash-Death-mäßig, mit Gothic Einschlag von früheren Zeiten. Ihr diesmaliger Gig strotzte nur so von geballter Kraft und Enthusiasmus. "Bleed" machte den Anfang, gefolgt von "My private nightmare", "Holy love" und anderen, ehe als Schlußsong "Final curtain" das Publikum zum Ausflippen brachte, welches zu Beginn sich zwar zurückhielt, aber dann im Laufe der Songs immer mehr mitging und letztendlich
sogar eine Zugabe forderte.

Nach den Deutschen wurde es ruhig, sehr ruhig sogar. Ihre Landsmänner (plus Frau) von Flowing Tears entführten uns in melancholische, düstere und somit auch ziemlich getragene Klangwelten. An den Vocals die eigentlich recht sympathische Sängerin, die mich aber mit ihrem tieferen Gesang nicht beigeistern konnte, da ich nunmal Sopran ala Vibeke Stene von Tristania bevorzuge. Das Keyboard war ebenfalls etwas unnötig, außer ein paar eingespielten Samples konnte man kaum Melodien vernehmen, vielleicht war es auch nur zu leise gemischt. Zwar konnten die Songs gefühlvoll überzeugen, doch nach dem Kraftpaket von Eternal Passion fielen einem beinahe die Metaläuglein zu. Nichtsdestotrotz ernteten die fließenden Tränen viel Applaus, wenngleich ich schon froh war, als sie Platz für Voivod machten. Gute Vorstellung, aber live etwas zu einschläfernd, meiner Meinung nach.

Die Kanadier Voivod, die nur drei Mannen in ihren Reihen haben, bliesen des Sandmanns Körnchen wieder weg, und zwar mit einer sehr eigenständigen Interpretation von Thrash Metal, der aber nicht von Anfang bis Ende gleich lärmt, sondern wirklich strange Passagen beinhaltet. Auch irritierte mich die Gitarre bzw. die Distortion etwas, da sie leicht grungig und daher nicht recht metalmäßig-krachend wirkte, Kurt Cobain läßt grüßen. Die Songs wurden von der Band enthusiastisch vorgetragen, die Stimmung im Publikum deswegen auch recht gut, zumal die Voivoder zahlreiche Fans in den Schl8hof locken konnten, also Daumen nach oben! Dieses Spektakel konnte natürlich nur mehr von einem Act überboten werden, und zwar von Therion.

Christopher Johnsson beehrte die Metalhallen von Wels mit seinen Sessionmusikern, zur allgemeinen Freude teilte sich den Platz der Bühne aber nicht bloß die Grundbesetzung von vier Leuten, nein, ganze sechs Chorsänger (drei Frauen, drei Männer) zwängten sich zusätzlich auf ein erhöhtes Podest. Zuerst ein Song des neuen Albums mit dem Namen "Deggial", später eine sehr ausgewogene Mischung eben dieser CD, des Vorgängers "Vovin" (unter anderem wurde "Wine of Aluquah" gejammt) und wie kann es auch anders sein, der grandiosen Theli. Den Augenblick, an dem "To Mega Therion" ertönte, werde ich wohl so schnell nicht mehr vergessen, es war einfach Kult! "Cults of the Shadow" und "Nightside of Eden" erfreuten ebenso, schon der Anblick des Chors ließ mein Herz höherschlagen.
Nach einem wirklich superben Programm verschwand Therion erstmal, die Grundbesetzung

(also ohne Chor) ließ sich aber natürlich nicht lange bitten und warf uns noch ca. drei Zugaben entgegen, darunter eine Coverversion von good-old Iron Maiden.
Alles in allem einfach nur toll, super, genial, eines der besten Konzerte, das ich je gesehen habe!




Leander
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Beitrag vom 08.04.2000
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