JABA    NEC   BLENDED  
06.12.2003 @ Hyrtl Haus

Was macht man denn als Jugendlicher samstagabends in Perchtoldsdorf? Es gibt zwei Alternativen: Entweder man bleibt zu Hause oder man geht ins „Hyrtl Haus“: Dort wo der Bär steppt, dort wo die Musi spielt, dort wo Party ist für Jung.
So traf man sich auch zum Tag des Nikolaus in besagter Location, um dem Spielen der drei Bands NEC, BLENDED und JABA zu lauschen.

Den Anfang machten NEC, eine Formation, die sich eher der neueren Richtung des Rocks verschrieben haben. Man kann sich leicht vorstellen, dass kurz nach sieben Uhr noch recht viel, sagen wir, Bewegungsfreiheit im Publikum herrschte und der Grad der Ausgelassenheit seitens der Audienz sicher noch nicht dessen Zenit erreicht hatte. Das hielt aber NEC nicht davon ab, trotzdem Gas zu geben. Eine durchaus passable Fusion aus Punk Rock, Rock und Nu Metal wurde geboten, die trotz des augenscheinlich jungen Altersdurchschnitts auch entsprechend zu Bühne gebracht wurde. Manch ein Timing-Problem mag wohl im Laufe des Auftritts aufgetaucht sein, das soll hier allerdings nicht in Haarspalterei ausufern. Jedenfalls kamen die vier zusammenfassend gut rüber und erhielten auch wohl verdienten Applaus.

Ruckzuck ging es nach einer kurzen Umbauphase auch schon mit BLENDED weiter, bei denen auch die ältere Generation (also in diesem Fall 20+) im Publikum zum Handkuss kamen. Musikalisch wusste die Band absolut zu überzeugen, man präsentierte sich als eingespielte Einheit, die sowohl Instrument als auch Musik voll im Griff hat. So hatte man auch wenig Probleme, etwa zweistimmige Einlagen zu schieben. Stilistisch lassen sich BLENDED in den popigen Ableger des Rocks einordnen. Einziger Wermutstropfen stellte jedoch die Performance dar. So gut auch die Stimme des Sängers sein mag, so sehr verkriecht er sich hinter seinen Mikroständer und scheint Deckung zu suchen. Ich denke mal, dass im Rock Extravertiertheit mit einem Schuss Manie sicher nicht schaden würde, zumal man sich bei solch einer exzellenten gesanglichen Leistung um Himmels Willen nicht zu verstecken braucht. Auch die Coverversion von 3 DOORS DOWNs „Kryptonite“ wusste zu überzeugen, obwohl die Gecoverten diesen Song selber wohl eine Spur besser hinbekommen. Wieder wurde diese Leistung entsprechend vom Publikum honoriert, vielleicht sogar etwas beherzter noch als zur Vorband. [Hansi]

Die oben erwähnte Perchtoldsdorfer Wohnzimmerrunde war bereits schwer beschäftigt, Gesprächsstoff für den Dienstagmorgen zu sammeln (ihr wisst schon: wie viel hat wer von was getrunken, um sich danach mit dieser/m und jener/m aufzuführen…). Das zu beobachten empfanden die einen im Earshot-Expeditionsteam als ganz nett, andere eher als unangenehme Erinnerung an längst vergessen geglaubte Zeiten. Egal, ich schweife ab.
Für Konzerte, die eher an öffentliche Proben erinnern, bei denen zwischen Show und Aftershow nicht klar getrennt wird und die dazu auf diese gewisse Garagenatmosphäre angewiesen sind, ist das Hyrtl Haus ein Bombentreffer. Vorausgesetzt man hat ein Auto, anders ist das Ganze für Nicht-Perchtoldsdorfer zu vergessen und wird deswegen wohl kaum jemanden anziehen, der nicht aus der Gegend ist oder keine der spielenden Bands schon einmal erlebt hat.
Na gut, jeder sollte das selbst beurteilen, indem er sich mal einen Gig dort gibt. Genug vom Hyrtl Haus, jetzt endlich JABA:
Die Wiener Kombo war klar der Routinier des Abends, keine Frage: Der Headlinerposten war gerechtfertigt, das bewies nicht zuletzt das zum Zeitpunkt des Auftrittes vorhandene Maximum an Zuschauern.
Anfangs gab’s nichts Überraschendes, den JABA-üblichen Alternative-Rock/Pop eben, als dann Sängerin Kati die Bühne für eine Nummer verließ, wunderte ich mich allerdings schon ein wenig. Sie kam aber wieder zurück, um mit Verstärkung (ein Gitarrist aus den Reihen von BLENDED) allen klar zu machen, wer die (Latex)hosen anhat. Solche G’schichtn (Gastmusiker, nicht die Hosen) kommen immer gut, gerade bei kleinen Clubgigs wie diesem.
Ein Publikum, das vielleicht nicht mit Begeisterung, aber doch mit Freude mitging, bewies, dass die Wiener Band auch auf einer kleinen wie der Hyrtl Haus-Bühne zu überzeugen weiß.
[Kronos]

www.jaba.at

Hansi
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Beitrag vom 12.12.2003
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