AUSTRIAN BAND CONTEST: HOTCHPOTCH   CEPHALIC    DINA4   REAP    TORRID    COMPILED    COCK THE GUN    GALLERY OF SOUND  
28.11.2003 @ Alter Schl8hof

Jedes Jahr Ende November beginnt nicht nur die neue Punschsaison sowie der jährliche vorweihnachtliche Kaufrausch, sondern auch die oberösterreichische Vorausscheidung zum Austrian Band Contest, die sich auch in diesem Jahr über zwei Tage dehnte, erlebt ein Neuauflage. Es erübrigt sich wohl mittlerweile, erneut näher zu erläutern, welche Faktoren bei der Ermittlung des Ergebnisses eine Rolle spielen, denn dass neben einer Fachjury, die sich (wie gehabt) aus Musikern, Veranstaltern, Onlineredakteuren und im Bereich des Musikbusiness tätigen Personen zusammensetzte, auch das Publikum mittels Stimmzettel mitvotieren konnte, sollte mittlerweile als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Die Reihenfolge der jeweiligen Auftritte wurde (wie gewohnt) der Anzahl der verkauften Karten angepasst.

Als Opener traten die aus Perg stammenden GALLERY OF SOUND in Erscheinung, deren Bassist Roland Geyer sich auch bei den bekannten Hardrockern von DR. ROCK für die tiefen Töne verantwortlich zeichnet. Allerdings tendieren GALLERY OF SOUND (im Gegensatz zu der erwähnten Zweitband des Herrn Geyer), am ehesten in Richtung Power Metal, der dank Frauenstimme und Keyboarduntermalung dazu verleitet, den Vergleich mit NIGHTWISH, STRATOVARIUS etc. zu bemühen, die aber natürlich qualitativ in einer völlig anderen Liga spielen. Dennoch: Trotz des ziemlich basslastig erklingenden Sounds hinerließ diese sicherlich mit viel Talent gesegnete Mühlviertler Formation alles andere als einen schlechten Eindruck und bei stetiger Weiterentwicklung sowie der nötigen Portion Durchhaltevermögen erscheint ein Aufstieg zumindest in die oberste nationale Power Metal-Liga durchaus im Bereich des Möglichen.

Als nächster Act enterte mit COCK THE GUN eine routinierte Band aus Wels die Bühne, welche schon vor geraumer Zeit mit der Zielsetzung gestartet war, hörenswerte Alternative Rock-Songs with female vocals zu kreieren, und nach einer längeren Schaffenspause bedingt durch Bassistensuche und ein Auslandssemester eines Mitgliedes ein Comeback auf der Schl8hofbühne zelebrierte, das leider nicht wirklich vom Erfolg gekrönt war, da man trotz sicherlich ordentlicher Kompositionen und den unbestrittenen und durchaus beachtlichen Fähigkeiten der Akteure, was das Beherrschen ihrer Instrumente angeht, vielleicht nicht den besten Tag erwischte, und es somit nicht gelang, bei Jury und Audienz ausreichend Eindruck zu schinden.

Es folgte das Trio COMPILED, das heuer bereits unter der bewährten Regie von Claus Prellinger in dessen CCP-Studio ein Mini-Album namens „3 Hole Wedges“ realisierte, und auf musikalischer Ebene für eingängig erscheinen Punkrock steht, der jedenfalls nicht von schlechten Eltern ist, wobei die Stimme des Sängers übrigens stellenweise etwas an den urtypischen Gesangsstil eines gewissen Herrn Billy Corgan (SMASHING PUMPKINS) erinnert.

Danach war TORRID, eine im Bezirk Vöcklabruck ansässige Band, an der Reihe, die eigentlich aus zwei männlichen und zwei weiblichen Mitgliedern besteht, allerdings bei diesem Gig ohne ihren Gitarristen auskommen musste, und überraschenderweise scheinbar generell auf die Dienste eines Bassisten verzichtet. Die Musik selbst wird von der Gruppe, die ihre Gigs normalerweise auch mit zahlreichen Coverversionen unter anderem von Megasellern wie BRYAN ADAMS oder LENNY KRAVITZ aufpeppt, als „Melodic Pop/Rock“ dargelegt, der zwar (noch) nicht bahnbrechend spektakulär ausfällt, aber dank der langjährigen Ausbildung der Akteure an ihren Instrumenten ganz gut in Szene gesetzt wirkte und auch keinesfalls Anlass zu ausufernder negativer Kritik gab.

Danach betraten REAP aus Hartkirchen die Bretter, die für so viele die Welt bedeuten. Besagte Band ist in der heimischen Szene eigentlich nicht mir mehr als reiner Insidertipp anzusehen, denn zahlreiche Gigs in den knapp vier Jahren Bandgeschichte wie beispielsweise jener als Vorgruppe der EMIL BULLS im April dieses Jahres trugen das ihrige dazu bei, den Bekanntheitsgrad dieser Combo Schritt für Schritt nach oben zu schrauben. Die musikalische Ausrichtung der Band kann ganz klar als Metalcore/New Metal in der Tradition von Bands wie SOULFLY oder MACHINE HEAD kategorisiert werden und dieser Sound vermag sich naturgemäß live on stage besonders gut zu entfalten. Mit anderen Worten: Man ließ es gehörig krachen, und das auf beachtlichem Niveau, und vermochte dementsprechend zu überzeugen, was wohl auch das Jurorenteam ähnlich sah.

Als vorletzte Gruppe dieses Tages (im Bewerb) fungierten DINA4, die heuer im April (zusammen unter anderem mit den eben erwähnten REAP) in Eferding im Vorprogramm der EMIL BULLS aufgeigen durften, und meines Erachtens definitiv zu den fähigsten Bands des Abends zählten, denn der dargebotene Alternative Grunge Rock (Eigendefinition) konnte sich jedenfalls nicht nur hören lassen, sondern erschien auch erfrischend inspiriert, professionell arrangiert und wurde fast schon internationalen Anforderungen gerecht. In dieser Band schlummert auf alle Fälle jede Menge Potenzial, das es zu nützen gilt.

Danach sorgte die Show der Linzer CEPHALIC dafür, dass die Extremmetallunatics im Publikum auch auf ihre Kosten kamen und boten wie eh und je jenen Sound, den man von dieser Band gewohnt ist und erwartet. Nämlich: Flotten, anspruchsvollen, aber auch extrem derben/brachialen Death Metal, der naturgemäß für eine Handvoll kreisende Matten am Bühnenrand sorgte. Alles in allem eine ansprechende Darbietung von CEPHALIC, die mit ESCHATON-Drummer Armin einen neuen Sänger in ihre Reihen aufnahmen, der eben für CEPHALIC (wie bei seiner zweiten Band DISTATE) die Drumsticks gegen das Mikrofon eintauscht. Um die Stimmung im Publikum zu heben, bewiesen CEPHALIC insofern Originalität, indem sie jene Person, die „am meisten Gas gibt“ unter anderem mit einem Bandshirt bedachten.

Während die Verantwortlichen sich der Stimmeauszählung widmeten, durfte sich der Vorjahressieger, die Tiroler Band HOTCHPOTCH, mittels eines Gigs dem oberösterreichischen Publikum etwas näher bringen. Ihren Stil benennen die Hauptstädter übrigens mit dem kreativen Titel „Westsideoldschoolsatanicrock`n` roll“, und dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht, dass diese Band sicherlich nicht zu Unrecht den vorjährigen Bewerb für sich entscheiden konnte, wie man anhand der Professionalität ihrer Darbietung und natürlich auch was die Qualität des Songmaterial angeht feststellen durfte.

Die Aufsteiger ins 4telfinale:
1. REAP 45 45 90 1 1
2. DIN A4 41 40 81 2 2

Die Aufsteiger in die 2nd Chance:
3. CEPHALIC 36 28 64 3 4
Weitere Ergebnisse:

4. COMPILED 18 25 43 4 5
5. TORRID 12 30 42 6 3
6. GALERY OF SOUND 17 5 22 5 7
7. COCK THE GUN 11 6 17 7 6

Legende:Gesamtplatzierung/Band/Bundesland/Jury/Publikum/Gesamtpunkte/Juryplatzierung/
Publikumsplatzierung

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Hutti
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Beitrag vom 12.12.2003
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