AUSTRIAN BAND CONTEST: RANDOM   THE BLOWING LEWINKSKY   STEREOWATSCHN   BEREAVEMENT    MEDUSAE    LK4   NEVER BEEN FAMOUS    NOTAUS   GRIEVOUS EASE    RASTAFAHNDA  
29.11.2003 @ Alter Schl8hof

Der zweite Teil des ABC am Samstag sollte sich zu einem wahren Marathon entwickeln, denn an diesem standen nicht wie am Vortag sieben Bands (sowie der Vorjahressieger) auf der Bühne, sondern ganze zehn Gruppen kämpften um den Einzug in die nächste Runde.

Den Anfang setzte die (Gitarren-)Reggaeband mit dem kultigen zweideutigen Namen: Nämlich RASTAFAHNDA aus dem Großraum Linz, deren facettenreiches Musikspektrum freilich nicht bei Reggae Halt macht, sondern gezielt stilistische Grenzen überwunden werden, was zur Folge hatte, dass man sich somit stilistisch von den übrigen Bands deutlich abhob und nebenbei natürlich karibisches Flair in der Halle verbreitete, und alles in allem eine recht ordentliche Performance hinlegte.

Weiter ging es im Programm mit GRIEVOUSE EASE aus Braunau, deren Musik als Alternative Pop/Rock bezeichnet werden kann, und die ganz eindeutig nach Meinung der Jury und vermutlich auch so manchem Augenzeugen noch nicht ganz das erforderliche spielerische/kompositorische Niveau, um beim ABC (halbwegs) bestehen zu können, erreicht haben, was aber auch nicht überbewertet werden sollte. Denn der ABC sollte meiner Meinung nicht nur als Sprungbrett für besonders talentierte Gruppen dienen, sondern auch als Gradmesser für junge Band aufgefasst werden, wo diese die Klasse der eigenen Musik und der Performance auf der Bühne eben spielend anhand der Reaktionen von Außenstehenden ablesen und somit abschätzen können, was natürlich nach einer selbstkritischen Analyse den Weg für Verbesserung und Weiterentwicklung jeglicher Art im Proberaum ebnet.

Es folgte mit NOTAUS eine Band, die ihren Stil als eine Melange aus Grunge, Punk und Rock festsetzt, und diese mit deutschen Texten versieht, und dieses Konglomerat aus verschiedenen Musikrichtungen ging durchaus gut auf, und man konnte einen guten Eindruck hinterlassen.

NEVER BEEN FAMOUS (Losenstein) lautete der Namen der nächsten auftretenden Band, und nach dem dargebotenen Sound zu urteilten, der als hörenswerter Melodic-Punk der US-Schule (NOFX usw.) gelten darf, agierte man bei der Namenssuche doch etwas zu pessimistisch. Zumindest auf nationaler Ebene hat man durchaus das Potential, sich einen Namen zu machen.

Es folgten LK4 aus Ebensee, eine vierköpfige Band, deren Existenz sich jedenfalls bisher noch nicht zu mir durchgesprochen hatte, aber nichtsdestotrotz wurde dem Publikum eine überraschend hochwertige, groovige und routiniert in Szene gesetzte Packung (Alternative-)Rock serviert, die durch die tolle Stimme der Sänger natürlich zusätzlich aufgewertet wird und dabei auch eigenständig erschien und somit voll und ganz zu überzeugen wusste.


Mit MEDUSAE aus Linz startete danach einer der stilistisch bemerkenswertesten Teilnehmer des ABC seine Show. In musikalischer Hinsicht versuchte die Band wohl unbeirrt ihren eigenen Wege zu beschreiten und zu finden, was eine konkrete stilistische Zuordnung freilich erschwert. Dennoch sei der Form halber erwähnt, dass (meiner Meinung nach) richtungsweisend der Begriff melodischer Metalcore Anwendung finden sollte. Auf alle Fälle konnte diese Formation mit einer äußerst durchdachten und auch versierten Show bei Fans und Jury im wahrsten Sinn des Wortes voll punkten, und glänzte vor allem durch den Facettenreichtum der Songs, was übrigens auch den Gesangsbereich betrifft, den sich der eigentliche Frontmann und der Gitarrist teilen. Dies verstärkte natürlich den Eindruck, dass man es hier mit einer Combo zu tun hatte, die mit Fug und Recht den Anspruch anmelden konnte, in die nächste Runde zu kommen.

Danach sollte die Band BEREAVEMENT aus Wels ein waschechtes Heimspiel bestreiten. Wie wohl nicht allzu schwer zu erraten sein dürften, steht dieser Name für heftig böllernden und kompromisslosen (Old School-) Death Metal, und man hat es keineswegs mit Frischlingen zu tun, denn deren Drummer Dave trommelte einst bei den legendären Welser Thrashern ZENITH ZERO, und der Mann am Mikro, Alex Malachuth, ist nicht nur durch seine (Black Metal-)Band ELYMAS, sondern unter anderem auch durch seine Funktion als Veranstalter von Konzerten im berühmt-berüchtigten Rockwerk Stadl Paura (R.I.P.) sowie als DJ vielen bestens bekannt. Alles in allem lieferte diese Band, die übrigens ohne ihren Bassisten auftreten musste, eine grundsolide Performance ab, die leider allerdings von lautstark vorgetragenen, antisemitischen „Witzen“ seitens einiger weniger Fans vor der Bühne überschattet wurde, die natürlich ohne jeden Zweifel als mehr als überflüssig gewertet werden sollten.

Als nächstes stand der Gig einer Hard Rock/Rockband mit dem klingenden Namen STEREOWATSCHN auf dem Programm, und – der Name lässt es ja schon erahnen –neben der Musik wurde auch dem Humor ein wichtiger Bestandteil im Konzept der Band eingeräumt, was sich naturgemäß in Form von einigen humorvollen Einlagen bemerkbar machte. Musikalisch vermochte man zwar nicht großartig für Furore sorgen, aber auch nicht qualitativ allzu abzufallen.

Die vorletzte Band, die Publikum und Jury mit ihrem Schaffen konfrontierte, hörte auf den schlichte und einfach skandalösen Namen THE BLOWING LEWINSKY. Auch deren Bestrebungen laufen darauf hinaus, mehr oder weniger Punkrock der bereits erwähnten amerikanischen Machart zu produzieren, und wenngleich man nicht ganz das Niveau so mancher an diesem Abend auftretender Bands erreichte, ging der Gig dennoch großteils in Ordnung.

Den Schlusspunkt durften dann die Herren von RANDOM setzen, die früher unter den Namen PRIDE & SHAME firmierten und in dieser Phase auch durch einige CD-Produktionen und Tourneen für Aufsehen gesorgt hatten, ehe man sich nach dem Ausstieg des Sängers für einen Namenswechsel entschied. Musikalisch ist das Linzer Quartett allerdings seinen Wurzeln weitgehend treu geblieben und mit dem Begriff (Melodic) Punkrock lässt sich deren Musik damals wie heute am treffendsten beschreiben. Und: Dass die Jungs nicht erst seit gestern Musik machen und gemeinsam auf der Bühne stehen, war naturgemäß nicht zu überhören, und dass sich die Punkrockvariante, die diese Band zu spielen bevorzugt, wirklich hören lassen kann, dürfte zumindest für Kenner der oberösterreichischen Musikszene keinem Geheimnis mehr gleichkommen. Lobend sei zu guter Letzt noch das Statement der Band erwähnt, dass man (sinngemäß) von (bei solchen Bewerben eventuell aufkommenden) Konkurrenzdenken allgemein nicht viel halte, weil viel mehr ein Zusammenhalt innerhalb der alternativen Szene angestrebt werden sollte.

Die Aufsteiger ins Viertelfinale:

1. LK4 ( 56 30 86 1. 3.
2. MEDUSAE ( 27 49 76 3. 1.

Die Aufsteiger in die "2nd Chance":
3. BEREAVEMENT 10 48 58 8. 2.
4. NEVER BEEN FAMOUS 23 17 40 4. 7.

Weitere Ergebnisse:

5. RANDOM 33 4 37 2. 8.
6. NOTAUS 18 18 36 6. 6.
7. THE BLOWING LEWINSKY 12 23 35 7. 4.
8. STEREOWATSCHN 9 21 30 9. 5.
9. RASTAFAHNDA 22 3 25 5. 10.
10. GRIEVOUS EASE pop 8 4 12 10. 8.

Legende:Gesamtplatzierung/Band/Bundesland/Jury/Publikum/Gesamtpunkte/Juryplatzierung/
Publikumsplatzierung
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Hutti
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Beitrag vom 13.12.2003
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