METAL MELTDOWN CHAPTER 2 MIT ASPHYXIA   CRUSADE   
19.12.2003 @ Culture X Club

Der Culture X Club ist - für diejenigen, die diese Location nicht kennen - eine überaus nette Bar mit kleiner Bühne und viel Atmosphäre im Keller eines Gasthauses in Nitzing, welches wiederum in der Nähe Tullns liegt. Diesen Ort suchten sich CRUSADE aus, um zum ersten Mal seit gut zwei Jahren (wenn man jetzt einmal von dem Miniauftritt als LAS MARIQUITAS im Sommer dieses Jahres absieht) wieder auf der Bühne zu stehen. Als Headliner für den Abend jedoch waren die Black Metaler von ASPHYXIA angetreten. Zwei Bands, die verschiedener nicht sein können. Eine dritte, FATE, hätte eigentlich auch spielen sollen und somit noch mehr Abwechslung reingebracht, der Auftritt der Stockerauer fiel aber aufgrund der Erkrankung eines Bandmitgliedes leider ins Wasser.

Für Abwechslung war aber trotzdem gesorgt und mit CRUSADE sollte zunächst die Death Metal-/Metalcore-Fraktion ihr Futter vorgeworfen bekommen.
Der Vierer aus Wien startete mit "Inuit" und machte damit gleich klar, dass man in den letzten zwei Jahren nicht untätig gewesen ist: Verglichen mit altem Material wie "Once Upon The Abbatoir" wirkten neue Songs wie "Reaping Tempest" (der "Weltpolizei" gewidmet...) um einiges filigraner, dabei aber noch stärker in die Fresse tretend. Einfach besser.
Leider war der Sound ein wenig verwaschen, einen besseren Eindruck bekommt man da schon von den auf der CRUSADE-Homepage angebotenen Mp3s.
"Bleeding Incision" und das offensichtlich und mit einem Zwinkern an FEAR FACTORY angelehnte "Fear Injection" waren weitere Knaller, die die Band deutlich gereifter präsentierten. Bin schon gespannt auf die Demoaufnahmen, die bei den Crusados noch vor Weihnachten auf dem Terminplan stehen.
Immer wieder ein Erfolg waren die Zwischenrufe des ortsansässigen Hirschimitators, auch dem Rest des Publikums schien der Comebackauftritt des einstmals unter der Kategorisierung "Fadl Power Death Core" tätigen Quartetts zu gefallen. Besonders beim abschließenden "Seiscientos seiscenta y seis (Cervezas)", der in spanisch gehaltenen, Bands wie BRUJERIA oder ASSESINO Tribut zollenden und wahrscheinlich bald zum Kult avancierten Mexicore-Oper, war es ziemlich voll vor der Bühne.

Gleich im Anschluss etwas ganz anderes: melodischer Black Metal mit Keyboards und allem was sonst noch dazu gehört. ASPHYXIA fegten den Wüstensand, den Los Crusados hinterlassen hatten, gleich einem eisig kalten Nordwind fort. Die Wahl des Openers war mit "Crying Sister" äußerst gut gelungen, immerhin sprechen wir hier echt von einem Klassiker, denn dieser Song besitzt einen derart mitreißenden Refrain, dass mir gleich wieder klar wurde "die Band hab ich schon einmal erlebt".
Auch im weiteren Verlauf des Auftrittes konnte das Quintett überzeugen: besserer Sound als CRUSADE und das obwohl hier zwei Instrumentalisten mehr auf der Bühne waren, solide Songs und ein Optimum an was bei dieser Musik und Bühne an Bühnenshow geht rundeten das Ganze ab.
Damit man nicht nur zufrieden zu den Klängen ASPHYXIAs wippte oder bangte, sondern auch voll Erstaunen die Kinnlade hinunterfallen ließ, gab es als Zuckerl "Slave New World" von SEPULTURA. Wer hätte das gedacht? Offensichtlich gibt es doch mehr musikalische Schnittstellen zwischen den zwei Bands dieses Abends als auf den ersten Blick erscheint.
Auch das Publikum erwies sich als Metal-Publikum, das Krach will statt Kategorisierungen: wer bei CRUSADE gejubelt hatte, zeigte sich auch von ASPHYXIA begeistert.

Also kurz und gut: ein toller Abend, Organisator Schärfi hat gemeinsam mit den beiden Bands dafür gesorgt, dass der Metal Meltdown Chapter 2 (unter dieser Überschrift lief der Abend) den guten Ruf, den Konzerte im Geheimtip Culture X Club inzwischen genießen, ausgebaut hat.


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Kronos
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Beitrag vom 25.12.2003
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