KRABATHOR   FLESHCRAWL   ESOPHAGUS    PUNISHMENT      
25.03.2000 @ Arena

Wo sind die Zeiten, in denen jedes Monat eine internationale Death-Band in Wien gastierte, und sich mindestens alle 2 Wochen der Wiener Underground zu Worte meldete? Acts der brutaleren Liga sind rar geworden, sehr rar und um so mehr lechzt der eingefleischte Todesmetaller nach den Abenden, an denen seine Eingeweide von rasenden doppelpedal Gewittern und auf H gestimmte Gitarren zermürbt werden.
Am 25. 3. war es dann so weit! Namen wie Punishment, Esophagus, Fleshcrawl und Krabathor offerierten eine gesunde Kombination aus Death-Metal und Grindcore, und nach was verlangt der eingefleischte Todesmetaller? Genau, nach Death-Metal und Grindcore...

Punishment oblag es die obskure Fangemeinde auf diesen Event einzustimmen, was ihnen auch gelang, denn ihr Midtempo-Death, versüßt mit einigen melodischeren und einigen flotteren Passagen, geht einem jeden ins Ohr und verursacht dieses bestimmte Zucken im Nackenbereich und im rechten Fuß. Außerdem ist es immer wieder ein Fest zu hören, wie die unverwechselbare Röchelstimme des Sängers durch die wuchernde, beinahe am Boden schleifende Mähne dringt und sich ihren Weg in unsere Lauscherchen bahnt.

Doch nach 30 Minuten war der Spaß auch schon zu Ende und eine 30-minütige (!) Umbauphase wurde eingeleitet. Nachdem das "Zeugl" komplett (extra Snare zum Einzählen!!) und die Schlagzeugeinstellerei beendet waren, wurde man für die lange Wartezeit entschädigt. Es ist zwar nicht so leicht zu definieren was die Jungs von der Speiseröhre (=Esophagus) einem da um die Ohren schmetterten, sicher ist nur, daß es jenseits von gut und böse war! Angefangen von der Subwoofer-Röhre des Frontman über das Riffing bis zum ultraschnellen Schlagzeug. Beim high speed Cover von "Hammer Smashed Face" würde sogar den Corpse selbst die Spucke wegbleiben. Also nicht unbedingt jeder Manns Sache und auf keinen Fall etwas für Warmduscher und Headbanger (außer man steht auf Nackenkrämpfe)...einfach nur brutal!!

Nach weiteren 30 Minuten Umbau- und Schlagzeugeinstellzeit *krfz* waren die deutschen Fleshcrawl an der Reihe. Obwohl sie live keinen Bass verwenden, kamen die Jungs dank ordentlich verzerrtem Gitarrensound al a Dismember, voll und mächtig rüber. Das durchwegs flotte Tempo (ganz wie man es vom Old School Death gewohnt ist!), das die Herren aus Ulm vorlegten, trug ebenfalls dazu bei. Sie profitierten sichtlich von dem zuvor schon ordentlich angeheizten Publikum und hatten es nicht schwer die Stimmung zu steigern.

Dank einer weiteren halbstündigen Unterbrechung war die Zeit schon sehr fortgeschritten und das Publikum um die öffentlich angereisten dezimiert, als unsere tschechischen Nachbarn ein Totesschwadron namens Krabathor auf die verbliebene Fangemeinde los lies, um über gut und böse zu richten. Und sie richteten gerecht, was ihnen mit einem Maximum an Stimmung gedankt wurde. Eine gelungene Mischung aus größtenteils kompromißlosem Geknüppel und Power-Parts in Pantera Manier, sowie dem aggressiven Grunzduett (Bassist und Gitarrist) machten die teilweise ZZ-Top bebärteten Krabathor zur Band des Abends.

Also insgesamt ein wirklich gelungener Event mit super Bands, wenn man von der etwas zu laschen Organisation und dem damit verbundenen späten Ende der Veranstaltung absieht, was für eine exponierte Location wie die Arena nicht optimal ist. Stay brutal!!!


Martin
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Beitrag vom 08.04.2000
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