SUIDAKRA   BLESSMOON   FUROR DIABOLIS   IMPURITY    GODDAMNED X    SANGUIS   
12.03.2004 @ HOT Mürzzuschlag

Am Freitag, dem 12. März war es soweit. Im HOT in Mürzzuschlag durften sich alle Metalheads auf einen intensiven Abend mit vorwiegend lokalen Bands inklusive den deutschen SUIDAKRA freuen. Doch das Line-up sorgte im Vorfeld für etwas Verwirrung. Es gab circa drei verschiedene Flyer beziehungsweise Plakate, auf welchen die unterschiedlichsten Bands angekündigt wurden. Lediglich SUIDAKRA schien jedes Mal als Headliner auf. Also machte ich mich auf die Suche nach dem richtigen Billing, welches sich wie folgend las: BLESSMON, FUROR DIABOLIS, IMPURITY, GODDAMNEDX, SANGUIS und SUIDAKRA.

Als ich gegen 19 Uhr 30 im HOT ankam, spielten bereits die zuvor erwähnten BLESSMON. Zu diesem Zeitpunkt dürften so um die 50 Zuschauer vor Ort gewesen sein. Leider wurden es auch im Laufe des Abends nicht viel mehr. Die Atmosphäre war dementsprechend gedämpft. Doch nun zurück zum Auftritt von BLESSMON. Die im Jahre 2000 gegründete heimische Black Metal Formation spielte ihr Set etwas lustlos herunter. Da half auch nicht das sehr böse wirkende Corpsepainting und die vielen Nietenarmbänder. Ich hätte mir schon etwas mehr Einsatz erwartet. Musikalisch gesehen ging der Gig in Ordnung.

Mit GODDAMNEDX spielten eine mir unbekannte Band. Leider bekam ich von ihrem Auftritt nicht viel mit, da ich mich mit dem Frontman von SUIDAKRA im Backstage Bereich unterhielt...

Als nächstes enterte eine mir bis dato noch unbekannte Band namens FUROR DIABOLIS die Bühne. Die Steirer konnten mit ihrer technisch sehr versierten Mischung aus Death und Black Metal überzeugen. Auch die kreischende Stimme des Sängers kann man unter die Kategorie hörenswert, problemlos einordnen. Doch eines störte mich doch beträchtlich: die Mucke der vier Steirer kann man getrost als extremen Metal bezeichnen. Aber ihr Aussehen passte so überhaupt nicht zum musikalischen Auftreten. Erstens haben alle Bandmitglieder kurze Haare, sind sehr adrett gekleidet und schauen eher wie brave Studenten denn wie Extremmetaller aus. Ich weiß, man soll nicht so viel auf Klischees setzen und in erster Linie die Musik bewerten. Trotzdem erschien mir der Anblick etwas seltsam. Nichts desto trotz konnten FUROR DIABOLIS mit ihrem Gig überzeugen und ein paar Metaller zum Headbangen animieren.

Die nächste Band sind altbekannte Haudegen: IMPURITY beglückten uns mit ihrer Mischung aus Melodic/ Death /Black Metal aus dem Norden der Steiermark. Musikalisch gesehen kann man sie am ehesten noch mit SUIDAKRA und GRAVEWORM vergleichen. Außerdem sind sie schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr und haben nun nach etlichen Line-up Wechsel endlich die richtige Mischung Musiker gefunden. Ihr Auftritt war sehr energiegeladen und konnte durch das temperamentvolle Stageacting von Sänger Thomas Spiwak durchaus überzeugen. Da können sich einige Kollegen eine Scheibe davon abschneiden. Ansonsten ließ der Sound etwas zu wünschen übrig, was aber im Großen und Ganzen nicht so schlimm war. Als Resümee kann man behaupten, dass man den Auftritt von IMPURITY als gelungen ansehen kann.

Bevor der Headliner SUIDAKRA die Bühne in Anspruch nahm, spielte mit SANGUIS eine weitere steirische Band. Dass diese längst keine unbekannte Größe mehr sind, merkte man vor allem an der Reaktion des Publikums, welches sich inzwischen um circa 20 Personen vergrößert hatte. Trotzdem konnte der entscheidende Funke aus mir unerklärlichen Gründen nicht auf die Besucher überspringen. Aus gesundheitlichen Gründen musste Sänger Umbra an diesem Abend zu Hause bleiben. Deswegen übernahm Aries die Vocals und spielte wie gewohnt den Bass. Meiner Ansicht nach ist das sehr lobenswert - andere Bands hätten ihren Auftritt einfach gecancelt. Doch nun zurück zu ihrem Gig. SANGUIS` derbe Mischung aus Death und Black Metal ist technisch nach wie vor auf höchstem Niveau und man kann sie ohne schlechtem Gewissen als eine der besten österreichischen Metalacts bezeichnen. SANGUIS sind ja bekannt für ihre energiegeladenen Gigs, bei welchen selten ein Auge trocken bleibt. Sie wurden ihrer Rolle als Vorgruppe der deutschen SUIDAKRA mehr als gerecht und unterhielten das Publikum sehr gut.

Letztendlich gegen Mitternacht stürmten SUIDAKRA die Bühne und spielten vor allem Tracks ihres letzten Outputs „Signs For The Fallen“. Messerscharfe Riffs und eine kalte Atmosphäre zogen die Zuschauer sofort in ihren Bann. Ein wichtiges Detail am Rande ist, dass es sich bei Matthias um einen neuen Gitarristen handelte, der auch bei der deutschen Dark Metal Band STILL IT CRIES die Klampfe bedient. Auf jeden Fall hat er die Feuertaufe mit Bravour bestanden und konnte auf ganzer Linie überzeugen. Positiv viel mir auch der charismatische und sehr sympathische Frontman auf. SUIDAKRA spielten ihr Set mit vollem Einsatz und konnten so auch den Großteil des Publikums für sich gewinnen. Leider schafften es nur zwei Tracks vom Album „Lays From Afar“, dem meiner Meinung nach besten SUIDAKRA Album, in die Setlist. Doch zum Glück konnten die deutschen auf ein großes Repertoire an guten Songs zurückgreifen und somit zu jedem Zeitpunkt das Publikum in ihren Bann ziehen.

Im Großen und Ganzen war die Metalnacht in Mürzzuschlag ein Erfolg. Die Mischung aus lokalen und internationalen Acts war gut abgestimmt und ansonsten hat auch alles gepasst. Bleibt nur zu hoffen, dass uns das HOT bald wieder mit einem solchen Event beglückt und die Zuschauer einen besseren Tag erwischen.


Gunther
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Beitrag vom 24.03.2004
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