PIPEDOWN   DARKEST HOUR   ANTI FLAG  
08.03.2004 @ Arena

In der von uns allen geliebten Arena ist der Umbau der großen Halle unübersehbar, somit werden größere Konzerte kurzerhand in die Halle hinter der Open Air Bühne verlegt, um den Bands und den Kids den angemessenen und erwünschten Rahmen bieten zu können.

Politische Bands wie ANTI FLAG spalten die Meinungen Musikinteressierter und polarisieren nicht selten die Anhängerschaft, die an jenem achten März in unglaublicher Zahl vorhanden war.
Selten trifft man in Wien tausende bis zur absoluten Unzurechnungsfähigkeit betrunkene Jugendliche an, Ausnahmen sind Konzerte von Bands wie ANTI FLAG.
Da wird schnell die Ausgehuniform umgeschnallt, da ein Gegen – Nazis - Aufnäher, dort ein paar „Ich – bin - eine – Rockschlampe/Harte Sau“ – Buttons aufgesteckt und wie ein Jäger zur Treibjagd zieht es sie dann zielstrebig in Richtung Spirituosenregal um sich genug Saft für die Batterie zu besorgen.
Tags darauf geht es dann wieder in Mamas warme Stube zum Frühstück um so gleich die am Vortag getragenen modischen Highlights gegen alltagstaugliches Schuloutfit zu tauschen, um in der Schule vor seinen Kollegen die besten Geschichten des Abends im konzentriert lauschenden Sesselkreis zum Besten zu geben.

Doch besser halblustige Rebellion mit 14 gegen die Etikette, als eine nie enden wollende Rebellion als 55 jähriger, ewig Junggebliebener, Hitradio - Ö3 Midlifecrisis - Jogger.

Der Ansturm war dermaßen groß, dass die Arena Securities drei Eintrittskartenchecks einrichteten, um ein Reinschmuggeln unmöglich zu machen.
PIPEDOWN eröffneten den Abend und sind auch weiters nicht besonders positiv aufgefallen, im Gegensatz zu DARKEST HOUR, die neben all den ANTI FLAG - Kids den zweiten Platz für ihre mitgebrachte Fangemeinde erhielten.
Die Ausnahmeband DARKEST HOUR lieferte eine sehr anspruchsvolle Show, die keine Ecken zeigte und sowohl durch die Fingerfertigkeit der Musiker, als auch deren Showtalent beeindruckte. Gespielt wurden dabei alte als auch Lieder der neuen CD „The Mark of the Judas“. Bei dem Versuch DARKEST HOUR in eine der allzu beliebten Schubladen zu stecken, fände man sie wahrscheinlich irgendwo zwischen Metal und New School Hardcore.

Headliner und deutlicher Favorit der Anwesenden war ANTI FLAG, die ihre Fans nicht enttäuschten und einen sehr lautstarken Empfang erhielten. Von einem Lied ins nächste Lud sich die Menge mehr auf und Frontman Justin Sane deichselte sie mit Anti – Bush und Anti – Kriegs Weisheiten. Das vorgetragene Liedgut war ein Mischmasch aus neuen und alten Liedern, darunter mittlerweile wahre Hymnen wie „Police Brutality“, „Die For The Government“ und viele mehr.

Im Großen und Ganzen ein zu gut besuchtes Konzert, das gerade durch die Mischung der Musikstile der unterschiedlichen Bands interessant war.


Nemo
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Beitrag vom 15.04.2004
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