ENSENADA   ANAROID   
01.05.2004 @ Ann and Pat

An diesem historischen Tag, an dem die Osterweiterung der EU um zehn neue Mitgliedsstaaten vollzogen wurde, nahmen die Linzer Hoffnungsträger ENSENADA den Release ihrer neuen 4-Track-CD "Born In The Heat of Linz" zum Anlass, diese im Rahmen einer CD-Präsentation der Öffentlichkeit lautstark näherzubringen.

An diesem Wochenende sollte auch der traditionsreiche „Urfahraner Markt“ am Ufer der Donau seine Pforten öffnen, und die Situation an der Straßenbahnhaltestelle unweit des Martgeländes sowie des JUZ Ann & Pat sollte bestens veranschaulichen, dass Rockkonzerte jeglicher Art (noch dazu mit heimischen Bands) in der Beliebtheitsskala der bevorzugten Freizeitaktivitäten noch immer ein Stiefmütterchendasein fristet, da nur wenige Auserwählten sich in Richtung Ann and Pat bewegten, während die große Masse es lieber vorzog, zum „Urfahraner Markt“ zu pilgern, um sicher der obligatorischen „Bierzeltgaudi“ hinzugeben. Jetzt aber genug der Schwarzmalerei, denn: Schlussendlich füllte sich das JUZ Ann & Pat aber doch (fast) zur Gänze, und somit stand einem angenehmen Konzertabend eigentlich nicht mehr allzu viel im Wege.

Als Vorgruppe waren die Linzer ANAROID auserwählt worden, deren musikalische Visitenkarte die stilistische Ausrichtung am ehesten als authentisch erscheinende, dreckige Rock `n` Roll-Variante ausweist, die vom Publikum überaus positiv aufgenommen wurde. Im heurigen Februar entstand im hauseigenen Studio der Kapu in Linz ein 3-Track-Demo, das die Herrschaften auch zum Spottpreis von 3 Euro vor Ort veräußerten. Apropos Spottpreis: Auch der Eintrittspreise verdient diese Bezeichnung mit ziemlicher Sicherheit, da man lediglich zwei Euro (!) zu berappen hatte, um diesem Ergeignis beiwohnen zu dürfen. Nachahmenswert, keine Frage! Aber zurück zur Show von ANAROID, die durchwegs hörenswerten Stücken wie „The Policeman“ oder „My Best Friend Is A Demon“ im Talon haben, sowie mittels einer bemühten Show Pluspunkte sammeln konnten. Bei konsequenter Verfeinerung ihres Stils wird man auf der Erfolgsleiter bestimmt auch mal ein paar Sprossen nach oben gelangen könnten.

Es folgten ENSENADA, die (heimlichen) Headliner dieses Abends, welche ebenfalls den Vorteil hatten ein lupenreines Heimspiel absolvieren zu dürfen und von der Audienz auch dementsprechend abgefeiert wurden, was auch keiner Überraschung gleichkam: Zumindest nicht für jene Personen, die das Debutalbum „Wie auch immer“ ihr Eigen nennen und dessen Klasse zu schätzten wissen. Dieses enthält nämliche jede Menge superbe Stücke a la „fahradfarn“, das natürlich auch dargeboten wurde, die musikalisch in Richtung (facettenreichen) Emo-Core tendieren und mit spaßig-kritischen Dialektlyrics versehen wurden. Beim neuen Werk „Born In The Heat Of Linz“, das die Herren eben an diesem Abend zu präsentieren gedachten, wurde das bereits weiter oben skizzierte Soundspektrum noch um Stilelement aus dem Rock `n` Roll-Bereich erweitert, was keinesfalls zu einem Rückschritt qualitativer Natur führte, sondern viel eher das Gegenteil bewirkte. ENSENADA ließen jedenfalls nichts anbrennen und nutzten die Gunst der Stunde vor einem so loyalen Publikum auftreten zu dürften und rockten, was das Zeug hält. Auch die live vorgestellten neuen Tracks (u.a. "Casablanca" usw.) vermittelten einen durchaus positiven Eindruck, und die Fans sparten auch beim neuen Material nicht mit entsprechenden Feedback. Natürlich blieb dieses nicht unbelohnt, da man sich nicht lange bitten ließ Zugaben zu gewähren.



Hutti
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Beitrag vom 23.05.2004
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