OYMING   SQUALOR      
08.05.2004 @ Fred Sega

An diesem Samstagabend sollte eigentlich die mittlerweile bundesweit bekannte Wiener Band FUNKALICIOUS (zusammen mit der bayrischen Rockband OYMING) erstmals die Messestadt mit einem Gastspiel beehren, aber da deren Sänger anderwärtige Verpflichtungen (Casting) nachzukommen hatte, sahen sich die Hauptstädter nur wenige Tage vorher gezwungen, ihren Gig zu stornieren. An deren Stelle rückten kurzerhand die Lokalmatadore von SQUALOR, die das Vorprogramm zu OYMING bestreiten durften, auch wenn die beiden Bands stilistisch gesehen Welten trennen. Aber: So dermaßen streng sollten die Trennlinien zwischen Stilen sowie den dazugehörigen Szenen ohnehin nicht gezogen werden, wie ich meine, denn der Sound beider Bands ist der Großfamilie der Rockmusik zugehörig, und somit artverwandt.

SQUALOR sollten also zuerst die Bühne entern: Diese Darbietung stellte erst die dritte ihrer Art in der noch jungen Geschichte dieser somit eher noch unerfahrenen Kombo dar, und von solch einer Band, die eben erst das Anfangsstadium ihrer Karriere durchläuft schon Wunderdinge zu erwarten, grenzt wohl an Realitätsverweigerung. Dennoch: Wenn man obige Feststellung beherzigt, ist zu konstatieren, dass das servierte Death/Black Metal-Soundgemisch (im Rahmen der Möglichkeiten) durchaus variantenreich (Melodieanteile, wechselnde Spielgeschwindigkeit sowie Soli) in Szene gesetzt wirkte und durchaus zu munden vermochte. Auch was das Stageacting angeht, gab man sich sichtlich Mühe, eine der Musik entsprechende Show auf die Beine zu stellen. Im Mittelpunkt natürlich naturgemäß Sänger Chris Eder, der ganz nebenbei als ältestes Bandmitglied das Durchschnittsalter der Jungs erheblich noch oben korrigiert, und nach Jahren des Daseins als gestandener Metaller, der seiner Leidenschaft allerdings nur passiv nachkam, nunmehr in eine aktive Rolle schlüpft. Insgesamt jedenfalls eine solide Darbietung der Welser, die in Zukunft auch auf die Dienste eines dritten Gitarristen (Ex-SAMHAIN-Gitarrist/Sänger „Nero“) bauen, der zwecks Vorstellung für einen Songs als Gastsänger auf die Bühne gebeten wurde. Auch das in mitreißend-eigenständiger Version dargebotene THE CRANBERRIES-Cover „Zombie“ wurden von der Audienz ebenso mit entsprechend Feedback bedacht wie so manche Eigenkompositionen. Auch SQUALOR kann bescheinigt werden, bei konsequentem Ausbau ihrer Fähigkeiten früher oder später einen qualitativen Sprung noch vorne zu schaffen, denn das Potential dazu ist auf alle Fälle vorhanden, auch wenn ihr selbst auferlegtes, bitterböses Image doch ziemlich überzogen erscheint.

Es folgten OYMING aus Niederbayern, die – wie bereits angedeutet – auf einem musikalisch völlig unterschiedlichen Dampfer unterwegs sind. Grob umrissen erweist sich der Überbegriff "Rock `n`Roll" wohl am passendsten. Um eine genaue Zuordnung vorzunehmen, sei am besten die Eigendefinition der Band herangezogen, die da lautet: „Mischung aus KYUSS, MONSTER MAGNET, DANZIG und AC/DC“. Dem kann man natürlich bedenkenlos zustimmen, und die 1997 ins Leben gerufene Formation zeigte sich als vorzüglicher und energiegeladener Livebact, die es vorzüglich versteht, das unvergleichliche Rock `n` Roll-Flair zu verbreiten und die Zuhörerschaft in ihren Bann zu ziehen. Letzteres gelang aber leider nur teilweise, da sich die Publikumsreaktionen doch in Grenzen hielten, wären da nicht eine handvoll mitgereister Fans präsent gewesen, die begeistert das Tanzbein schwangen, und den durchaus gelungenen Gig von OYMING ordentlich honorierten.


Hutti
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Beitrag vom 28.05.2004
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