SKELETON BASH TAG 1 MIT TESTAMENT   RE:AKTOR   VANITAS    DEATHCHAIN   LORDS OF DECADENCE   
18.06.2004 @ Hafen

Es war ein schöner, recht angenehm warmer Vor-Sommerabend an diesem Freitag. Fröhlich zwitscherten die Vögel vor sich hin und die Welt schien in sanfter Ruhe vor sich hin zu schlummern.
Nur irgendwo, etwas außerhalb vom Zentrum der Tiroler Hauptstadt, in einem Gebäude das man "den Hafen" getauft hatte, trafen sich ganz viele böse, schwarz angezogene Gestalten um ihrer dunklen Teufelsmusik zu lauschen...

Schon beim Opener des ersten Skeleton Bash Festival-Tages, nämlich bei den Österreichern LORDS OF DECADENCE, war man etwas spät dran. Zwar wurde die bis jetzt noch recht kleine Meute an Metallern schon um etwa 18:40 in die größte Halle des Hafens eingelassen, doch begonnen wurde erst so um kurz vor Sieben und schon da schien es unmöglich den Zeitplan einzuhalten, der doch mit jeweils nur zehn Minuten Umbau recht knapp berechnet war.
Nun ja, egal, zurück zum eigentlich Thema. Auch wenn anfänglich ein paar leichte Soundprobleme vorhanden waren, gab die Band sichtlich ihr bestes und ihre Mischung aus melodischem Death Metal und Gothic kam gar nicht mal so schlecht bei den Zuschauern an und auch mir gefiel es recht gut. Trotz der klar vorhandenen technischen Fähigkeiten wirkten LORDS OF DECADENCE aber noch etwas schwach und unbeholfen auf der Bühne, was aber durchaus zu verzeihen ist. Nach ziemlich genau 30 Minuten räumten sie dann das Feld, und als ich um mich herum schaute, staunte ich nicht schlecht, denn die Halle war zu diesem Zeitpunkt schon fast so gefüllt wie bei einem kleineren bis mittleren Konzert. Die Österreicher jedenfalls hatten ihren Job als Opener sehr gut gemeistert und die Atmosphäre für ein gutes Wochenende schien geschaffen zu sein.

Während der Umbaupause gönnte ich mir schnell das Fußballspiel, welches in der Eingangshalle auf einer Videowand live übertragen wurde, bevor nach ungefähr einer viertel Stunde DEATHCHAIN aus der Halle zu hören waren. Die Finnen ließen es um einiges direkter, schneller und härter zur Sache gehen, als ihre Vorgänger. Mit ihrer Mischung aus Death Metal mit thrashigen Elementen, der zwar wiederum durch den zu dichten und undifferenzierbaren Sound etwas an Qualität verlor, wussten sie das immer mehr gewordene Publikum sehr gut zu unterhalten. Selbstbewusst und nicht unerfahren was Bühnenpräsenz anbelangt schien die Band zu sein, und so schafften sie es, sogar vor laufender Kamera (ihr Auftritt wurde nämlich von einem mitgeführten Kameramann mitgefilmt), eine sehr gute Figur zu machen.

Die nächsten an der Reihe waren wiederum Österreicher. Nämlich die Niederösterreicher VANITAS, die anscheinend schon einen kleinen Fanclub hinter sich herzogen, denn direkt hinter der Absperrung hatten sich schon zuvor ein paar VANITAS-Rufe hören lassen. Nachdem ich diese Gruppierung erst unlängst auf dem Festival For Free (ebenfalls im Hafen) miterlebt hatte, hielten sich meine Erwartungen in Grenzen, da sie mich schon damals nicht begeistern konnten. Auch diesmal sollte es nicht anders sein. Nicht nur, dass mir die Musik nicht zusagte, auch waren in meinen Ohren die Drums viel zu vordergründig und die Leistung der Sängerin einfach nur schwach. Bis auf den zufriedenen Mini-Fanclub in den ersten Reihen erschien mir auch die allgemeine Stimmung nicht mehr so gut, wie beim Auftritt der Finnen zuvor.

Nach einer kleinen Essenspause kam ich dann mit kleiner Verspätung bei RE:AKTOR an. Überrascht, welch gute Atmosphäre schon aufgebaut war, kämpfte ich mich an zahlreich vorhandenen Metalheads vorbei, etwas weiter nach vorne. Auch wenn die Musikrichtung (experimenteller Industrial Metal) normal nicht hundertprozentig mein Ding ist, muss ich doch zugeben, dass die Portugiesen eine unglaubliche Live Show ablieferten. Mit der sehr guten Stimme des Sängers, dem gerade so zum Bangen einladenden Sound und der mehr als gelungenen Lichtshow brachte man die Menge tatsächlich ordentlich ins Schwitzen. Sehr beherzt und überzeugt wirkte die Band über ihre ganze Spielzeit hinweg und zum ersten Mal an diesem Abend bildete sich auch eine kleine Moshpit. Besonders ausgeprägt war diese beim SEPULTURA Cover Song "Refuse/Resist", der natürlich sehr gut beim Publikum ankam. Um 22:05 verließen die Portugiesen dann die Bühne und dann kam das lange Warten.

Geplant wäre gewesen bereits um 21:45 mit LEAVES' EYES zu beginnen, doch nach ungefähr einer halben Stunde Wartezeit verkündete Bruder Cle, dass LEAVES' EYES' an diesem Abend nicht mehr performen würden und dass nun gleich mit dem Headliner TESTAMENT weitergemacht werde. Doch auch dieses "gleich" war noch etwas länger als nach dieser Aussage erwartet. So betraten TESTAMENT erst gegen 23:05 und nach einer Stunde des Wartens die Bühne. Verständlich, dass man, bedingt durch dieses zuwarten, nicht sofort eine sehr gute Stimmung aufbauen konnte, aber die Ur-Thrasher bemühten sich sichtlich. Bald war also auch das Ambiente recht passend und so bot man, mit einer recht guten Soundeinstellung und zahlreichen Fans vor sich, eine routinierte und solide Bühnenshow, die wohl alle recht zufrieden stellte und unter anderem Klassiker wie "The Haunting", "Over The Wall" oder "Practise What You Preach" beinhaltete.

Insgesamt fand ich den Abend zwar ganz OK, auch wenn durch verschiedene Umstände, wie etwa die langen Wartezeiten oder die für meinen Geschmack nicht ideale Band Zusammenstellung, nie vollkommene Begeisterung in mir aufkommen ließ. Als beste Bands des Abends sind für mich klar DEATHCHAIN und RE:AKTOR zu nennen.
www.skeleton-bash.com

shark
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Beitrag vom 01.07.2004
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