TESTAMENT   DEMOLITION  
16.06.2004 @ Planet Music

Unter schlechten Vorzeichen stand der TESTAMENT-Gig (Gitarrist Eric Peterson hatte sich am Vortag einen komplizierten Beinbruch zugezogen), doch die Thrash Metal-Veteranen aus der Bay Area verstanden es, das denkbar Beste daraus zu machen.

Zunächst enterten jedoch die österreichischen Thrash Metal-Veteranen DEMOLITION die Bühne und machten gleich einmal klar, wo der Hammer hängt, was heimischen Metal angeht. Trotz des schlechten Sounds meine ich herausgehört zu haben, dass keine andere Undergroundband der Alpenrepublik Spielwitz und Wiedererkennbarkeit so gut unter einen Hut bringt wie die an diesem Abend von EMPYRE-Gitarristen Eugen unterstützten DEMOLITION. Wer auf straighten Thrash Metal steht, braucht seinen Blick nicht all zu fern schweifen zu lassen, um Abhilfe für die Post-THE CROWN-Depression zu finden.

Mit TESTAMENT wurde das Level dann natürlich noch einen Tick erhöht. Trotz des bereits erwähnten Ausfalls des langjährigen Gitarristen Eric Peterson konnte das dadurch zum Quartett geschrumpfte Thrash-Konglomerat der Superlative mehr als nur überzeugen.
Schon einzeln betrachtet lieferten die vier eine Show, die man nicht verpasst haben sollte: Chuck Billy mit seinen typischen Posen und Mikroständer-Luftgitarren-Einlagen, Steve DiGiorgio mit seinen doppelhälsigen Bässen, Paul Bostaph als solider Drummer, der sich gut macht in der Ahnengallerie (für kaum eine andere Band haben so viele illustre Trommler gewerkt wie für TESTAMENT… John Tempesta, Chris Kontos, Gene Hoglan, Dave Lombardo,…) und – Held des Tages – Mike Chlasciak, der neue Gitarrist. Der einstmals für Rob Halfords Projekt FIGHT tätige Gitarerro spielte mit einer unglaublichen Lockerheit überlange und technisch perfekte Soli und konnte, so gut das möglich ist, den eigentlich auf zwei Gitarren zugeschnittenen Stil TESTAMENTs alleine rüberbringen. Umso bemerkenswerter ist das, weil er erst in der Woche davor zum ersten Mal live mit den anderen Jungs gespielt hatte.
Gespielt wurde natürlich alles, was sein muss: „Disciples Of The Watch“, „Dog Faced Gods“, „Electric Crown“, „Into The Pit“ und einiges mehr, aber im Endeffekt eben doch wieder zu wenig. Ich weiß jetzt nicht mehr, wie lange das Konzert gedauert hat, all zu lang war es jedoch nicht. Aber wer kann es den Burschen übel nehmen, andere Bands hätten ganz abgesagt, läge eine ihrer treibenden Kräfte im Spital.
Deswegen: ein kräftiges Prost nicht nur an Eric, sondern auch an die restlichen TESTAMENT-Mitglieder. Hoffen wir, dass uns diese Band in diesem Line Up noch eine Zeit lang erhalten bleibt und dass sie bald zu fünft nach Wien kommen, um noch ärger Arsch zu treten.


FOTOS + E-CARDS
www.testamentlegions.com

Kronos
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Beitrag vom 09.07.2004
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