TOTAL ECLIPSE FESTIVAL: THIRD MOON   CREMATION    STAND ABLAZE    SCARECROW    LORDS OF DECADENCE    DUSK RITUAL    VANITAS    DEMOLITION   MIDGARD    SUNTERRA   AZRAEL    DIABOLICA    WARLORDS   EYE OF BETRAYER    GODDAMNED  
03.09.2004 @ Volksheim, Windischgarsten

Das Total Eclipse Festival stand wieder einmal vor der Tür, mit einer Neuerung: Dieses Jahr sollte es zweitägig sein, nämlich am dritten und vierten September. Eigentlich wollte ich aus Zeitgründen (Diplomarbeit) kein Review schreiben, sondern ganz normal Karten kaufen, Bier saufen, gemütlich ein Konzert sehen, aber auf Anfrage mancher Bands habe ich mich dann doch entschlossen, zumindest ein paar Zeilen zu schreiben, auch wenn ich nicht alle Bands gesehen habe und auch nicht auf alles genau eingehen werde bzw. eben nicht als Reviewer anwesend war, sondern als normaler Besucher, der eben dann - obwohl es nicht geplant war - doch aus Supportgründen ein kleines Review verfasst. Hier ist noch anzumerken, dass erinnerungstechnisch natürlich nach zwei Tagen Biergenuss auch nicht mehr alles so gut funktioniert. ;-)

Soweit so gut, Total Eclipse Festival Windischgarsten, zwei Tage, 16 Bands insgesamt. Nach der Anreise und dem üblichen Stau in Kirchdorf wurde die Location unter die Lupe genommen. Das Volksheim kannte ich eh schon von diversen Gigs, aber hier sei mal festgehalten, was abseits der Bands zum Festival zu sagen ist: Die Kartenpreise waren völlig in Ordnung, für Verpflegung war auch gesorgt, in Form von Leberkässemmerl, Würstl, Grillhendl. Zwar gab es keine Happy Hour wie früher bei diesem Events, aber ein Bierpreis von 2.20€ macht Spaß. Ansonsten gab es noch allerlei Getränke inklusive Met und einen Merchandisestand, bei dem es teilweise äußerst günstige CDs zu erwerben gab. Was zudem für Anfang September positiv war, stellte das Wetter dar, angenehm, sommerlich, warm, bis auf einen kurzen Regenguss.

So ging es dann irgendwann mit DUSK RITUAL los, eine junge Band, die sich aus Mitgliedern von STAND ABLAZE und AZRAEL zusammmensetzt und mit drei Gitarren ordentlich Gas geben will. Sänger Rottroll kam gleich mit einer Palette Bier auf die Bühne gestürmt, das sogleich verteilt wurde. Wie bei STAND ABLAZE wird viel auf Melodie gesetzt, gewisse Ähnlichkeiten der beiden Bands sind auf jeden Fall zu erkennen, nur fällt das ganze thrashiger aus und trolliger. Leider waren nicht alle Gitarren genau zu vernehmen, besonders Hartroll ging etwas unter, aber der Gig zeigte die trollig-saufische Tanzbarkeit von DUSK RITUAL auf.

Es folgten LORDS OF DECADENCE, deren Drummer verhindert war (Verletzung?), doch die Band zeigte trotzdem Engagement und jammte mit Drumcomputer im Gepäck. Musikalisch frisch wirkend, gehörten die Jungs zu den Bands bei diesem Event, die mich am meisten beeindruckten. LORDS OF DECADENCE erinnerten mich an eine Mischung aus FEAR FACTORY und MNEMIC, bei der Rhythmus, Samples und Synths im Vordergrund stehen. Auf jeden Fall eine super Darbietung!

An SCARECROW kann ich mich leider nicht mehr besonders erinnern, nur, dass sie mit Keyboard black-bombastisch klangen, cleanen chorartigen Gesang mit Gekreische vermischten. Ich bekam nur wenig vom Auftritt mit, da ich mich essenstechnisch stärkte und mich auf den Auftritt der nächsten Band "vorbereitete".

Dann war es auch soweit, die Hausherren plus Frau von STAND ABLAZE traten auf. Wie gewohnt hatten sie das Publikum auf ihrer Seite, die Stimmung war gut, was bei einer lokalen Band auch nahe lag. Hartroll dudelte wie immer seine Soli, doch diesmal schaute ich ihm nicht begeistert auf die Finger, sondern bangte, wie man bei STAND ABLAZE und herrlichem Bierwetter einfach bangen muss. Abgesehen davon, dass der Gesang von Mazi irgendwie übersteuert wirkte (Mischpult?), ein gewohnt guter Gig.

CREMATION hatten im Anschluss eine Portion Death Metal im Gepäck, der ganz gut rüberkam, den ich aber auch nur abseits der Bühne verfolgte.

Es folgten die Linzer THIRD MOON, die bei diesem Gig nur mit zwei (statt sonst drei) Gitarristen spielten. War der letzte Gig im Fred Sega Wels so energetisch und gelungen, so fand ich es schade, dass viele Leute bei den Linzern nicht in der Halle waren, obwohl musikalisch und vom Bekanntheitsgrad her eigentlich alles klar sein dürfte. Wer sich THIRD MOON entgehen lässt, ist selber Schuld.

Nach THIRD MOON war dann Schluss...und irgendwann irgendwie war es dann Samstag und ich fand mich ausgeschlafen, aber verkatert am zweiten Tag des Total Eclipse Festivals wieder.

Den Anfang machten IN CREPO, die mir bisher unbekannt waren. Dass die Band am Vortag ordentlich dem Alkohol fröhnte, war unübersehbar und auch nachmittags wurde schon kräftig getrunken, was dem Gig eine humoristische Note verlieh. Ein Gitarrist fiel während des Gigs mehrmals um, spielte am Boden liegend, bangend, weiter, und auch musikalisch wurde folglich nicht zu genau gespielt. Die Mannen von IN CREPO klangen in etwa wie SIX FEET UNDER und für die Bühnenshow sorgte der Sänger, der einen speziellen Totenkopf-Mikroständer hatte, den er auf der Bühne herumtrug. Zum Abschluss eines ganz passablen Auftritts gab es noch SEPULTURAs "Roots Bloody Roots" zu hören.

Im Anschluss spielten die Wiener GODDAMNED X, mit Kronos am Mikro (was ich vorher nicht wusste). Neben LORDS OF DECADENCE überzeugten mich GODDAMNED X am meisten, ihre tighte Spielweise und das perfekte "Synchronklampfing" dröhnten hochwertig aus den Boxen, wobei mich ihr Stil am ehesten an SLAYER erinnerte, der aber auch deathige Anleihen hatte.

EYE OF BETRAYER folgten und zu ihrem Auftritt ist eigentlich nicht mehr viel zu sagen, außer, dass sie wie gewohnt stimmungsvoll und überzeugend rüberkamen. Lediglich die Mischung war nicht so gut, was aber bei einer Band, wo mit zwei Keyboards, zwei Vocals, Gitarre, Bass, Drums gearbeitet wird, auch nicht so einfach zu bewerkstelligen ist. Doch, etwas war anders: Keyboarder Budi durfte bei einem Song zwei Mal kurz mitkreischen, das "Ja ja". Der Gig der Welser zählte zu den bestbesuchten auf dem Festival. Leider fielen EYE OF BETRAYER on stage relativ kurz aus, da sie am selben Tag noch einen weiteren Auftritt zu absolvieren hatten und wahrscheinlich deswegen ihr Set eher kurz hielten.

Nun war die Zeit für die WARLORDS gekommen, die für die nötige Portion 80er Metal sorgten: Sänger mit Stirnband, Keyboarderin im 80er Look, die zudem auf einem Panasonic-Keyboard spielte...Panasonic, häää? Korg, Roland, Yamaha, ja, aber Panasonic? Mit den WARLORDS wurde kräftig mitgesungen, da sie extrem auf Coverversionen setzten. Einerseits macht man es sich leicht, bekannte Metalsongs zu spielen, man hat das Publikum sofort auf seiner Seite, andererseits war der Gig einfach - um es direkt auszudrücken - verdammt geil. So wurden METALLICAs "For Whom The Bell Tolls" und "Seek & Destroy" zum Besten gegeben, IROAN MAIDENs "Fear Of The Dark" (nur mehr Kult!) und ein Song (keine Ahnung, welcher, bin kein Fan der Band) von MANOWAR. Da kam natürlich auch Lord Elk, der ansonsten beim Ausschank tätig war, gleich angestürmt!

Von den Wienern DIABOLICA bekam ich nur abseits etwas mit, da ich mit Reden, Essen und Trinken beschäftigt war.

Es folgten die Local Heroes von AZRAEL, die relativ viele Leute anzogen. Der Sänger hatte sich mit Blut übergossen, was eher...naja... aussah, aber sein Organ konnte voll und ganz überzeugen. Eine Mischung aus Black- und Death Metal (eher ersteres) schallte durchs Volksheim, die beim Publikum gut ankam.
Das Bier wirkte schon ordentlich, mehr kann ich zu AZRAEL nicht mehr schreiben.

Die letzte Band, die ich sah, waren SUNTERRA, die ich auch nur halb mitverfolgte, wobei mir aber der Einsatz der Querflöte positiv auffiel, sowohl musikalisch, als auch innovativ für den Metalbereich.

MIDGARD, DEMOLITION und VANITAS konnte ich nicht mehr ansehen, da wir schon heimfahren mussten. So wurde noch im Auto weitergetrunken, ehe ich mir in Wels noch einen Kebap und ein weiteres Bier genehmigte.

Als Fazit kann man sagen, dass das Festival einfach super war, besonders der zweite Tag war genial, gute Bands, schönes Wetter, noch benommen vom ersten Tag, warmes Schwechater, yeah, da kam Urlaubsfeeling auf!
Die Bands konnten alle mit guten Auftritten punkten, ohne Ausnahme, allerdings waren im Bühnenbereich meist nur 10-30 Leute, es sah fast immer relativ leer aus...an beiden Tagen waren in etwa nur 150 Leute insgesamt. Aber ansonsten hatte ich sehr viel Spaß, Total Eclipse 2004 bleibt mir äußerst positiv in Erinnerung und hats euch nicht gefallen, so bohrt euch doch ein Loch ins Knie!





www.totaleclipsefestival.tk/

Leander
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Beitrag vom 12.09.2004
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