NO MERCY IV   DEICIDE   IMMORTAL   CANNIBAL CORPSE   MARDUK   VADER   DARK FUNERAL   HATE ETERNAL   VOMITORY  
28.04.2000 @ Arena

Einlaß 17.00 / Start 17.30 - doch daraus wurde nichts! Die Tourbusse samt Bands stecken im Stau hieß es, und immer später und später wurde es und man bekam immer mehr fragende, verärgerte aber auch betrunkene Gesichter zu sehen. Ja zu sehen gab es viele! Selten zuvor habe ich die Arena so voll erlebt, aber selten gab es auch solch ein Aufgebot an exzellenten Bands auf einmal. Die Schlange vor dem Karteneintauschschalter wurde nicht kleiner und die Menschenmenge vor dem Eingang der großen Halle schon gar nicht.
Der Zeiger meiner Uhr bewegte sich schon gegen 3/4 9 als mich die Nachricht ereilte, daß der Einlaß schon begonnen habe, obwohl dies an den Massen vor der Halle nicht zu erkennen war! Doch zuvor mußte ich mir noch meine Karte holen, was ja mittlerweile keine 30 Minuten mehr dauern sollte, und ich hatte recht. Es waren nur mehr 20 Minuten!? Nun mußte ich nur mehr in die große Halle. Nach weiteren 25 Minuten, einer Menge Gedränge und Geschiebe war es geschafft!


Es war nun halb 10 geworden und als Dark Funeral die Bühne betraten, mußte ich feststellen, daß Hate Eternal und Vomitory bereits gespielt hatten! Viel Gelegenheit zum Ärgern hatte ich nicht, denn allzu schnell bliesen mir Dark Funeral den Frust aus dem Hirn. Majestätisch und böse zugleich bewiesen sie, daß sie nicht zu unrecht eine der erfolgreichsten Black-Bands sind, denn nicht nur auf CD sondern auch live glänzen sie durch Präzision und Straightness, die ihren Stil so maßgeblich auszeichnen.


Nun sollten Vader klarstellen, daß guter Death nicht unbedingt aus dem hohen Norden oder den Staaten kommen muß. Die Polen wußten ihr Potential gekonnt einzusetzen und die Mengen damit zu begeistern. Es ist wahrscheinlich die Kombination aus Geschwindigkeit und Brutalität, die diese Band, vor allem live, zu einem Leckerbissen der besonderen Art macht. Ich traue es mich fast nicht zu sagen/schreiben, aber ich hatte den Eindruck, daß Vader das meiste Publikum begeistern konnten, und auch wenn sie mit Corpse und Deicide gleich auf gewesen wären, wäre das eine beachtliche Leistung!!!


Das bei Marduk die Stimmung etwas nachließ, lag sicher nicht an der angegriffenen Stimme des Sängers sondern einfach nur daran, daß die Zahl der Deathmetaler die der Blackmetaler übertraf. Unbeirrt dessen ließen sie ihr Programm, unbarmherzig und ohne Gefangene zu nehmen, auf das Publikum nieder prasseln und zeigten was Sache ist. Doch als es einem Mädel gelang, nicht von den viel beschäftigten Securities abgepaßt zu werden, den Sänger zu besteigen und mit Küssen zu übersähen, setzte auch der bitterböse Marduk-Sänger ein breites Grinsen auf und war sichtlich überrascht.


Schade, daß der Sound erst verbessert wurde als Cannibal Corpse an der Reihe waren. Die Gitarren, Baß und Schlagzeug erhielten mehr Druck und wurden der Stimmlautstärke angepaßt. Ansonsten spielten Cannibal Corpse in gewohnter Perfektion die Sahnestückchen ihrer 8 Scheiben, und wie gewohnt war der Teufel los. Was soll man sonst über eine Band berichten die den Death Metal quasi erfunden hat...?!


Immortal sind sicherlich nicht die kreativste Band und auch nicht die Band mit dem höchsten technischen Niveau, aber sicherlich eine Band auf die die Bezeichnung kultig absolut zutrifft. Schon alleine deshalb sollte man diese Band gesehen und gehört haben. Die Stimme, das Auftreten, einfach nur kultig. Kein weiterer Kommentar erlaubt...


Als Deicide mit (obligat?) finsterer Mine die Bühne betraten, streifte der Stundenzeiger schon die Zwei. Die Stimme dröhnte noch tiefer als bei "Serpents of the light" durch die Lautsprecher und die Gitarren kamen extrem satt. Insgesamt ein Anmut zu dem nur wenige Bands fähig sind. Doch daß die bösen Blicke nicht gestellt, sondern nur Ausdruck ihres Mißmutes waren, bewiesen mit der Aussage: "The PA sucks, the promoter sucks, everything sucks except you!" gleich nach der 1. Nummer, worauf die noch immer voll gefüllte große Halle in tosendem Jubel ausbrach. Danach folgten die greatest Hits und als bei "Dead but dreaming" das Mikro ausfiel, wurde dies samt Ständer der Deicide-Fangemeinde überlassen. Als anschließend noch die Gitarren ausfielen, reichte es der Band und sie verließen erzürnt die Bühne. Daß dies nach einer halben Stunde Spielzeit geschah ist mehr als sad but true!!!


Sicher waren die 3 Stunden Wartezeit nicht unbedingt toll, ebensowenig der Minieingang der großen Halle, aber das ist nichts im Vergleich dazu, was einem bei diesem Megakonzert geboten wurde. Jeder, der nicht dort war, ist selber schuld! Stay brutal!!!


Martin
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Beitrag vom 09.05.2000
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