DISTASTE    STAND ABLAZE    REVENANTS DAWN    CRUSADE    LOST DREAMS      
02.10.2004 @ Andino

Den Abend eröffneten DISTASTE, deren Musikstil dem Grind n’ Roll zuzuordnen ist. Ob es am undankbaren Platz als Opener lag oder nicht, wirklich begeistern konnten sie das Publikum nicht, das bis zum Schluss des Gigs im hinteren Bereich des Saals verweilte. Übel konnte man es ihm nicht nehmen, denn zwischendurch kam dem Zuhörer der ungeheure Gedanke in den Kopf, die Band nehme das was sie machen selbst nicht ernst. Aufgeschnapptes Kommentar vom Sänger der Band nach dem Auftritt: „Wir waren ungefähr so gut wie Hämorrhoiden.“ Naja. So schlecht wars auch wieder nicht....

Zweite Band des Events: STAND ABLAZE. Frauenpower-YEAH! Die oberösterreichische Progressive Melodic Metal Band mit ihrer Sängerin als Frontfrau schaffte es, dass sich die ersten von den billigen hinteren Plätzen zum Headbangen zur Band in die ersten Reihen gesellten. Nicht unerwähnt und unbeachtet bleiben sollte ein Bursche, der wohl noch nicht so viele Jährchen auf dem Buckel hatte und von der zweiten bis zur letzten Band ärgstens headbangend vor der Bühne verharrte (Weiter so, Junge, aus dir wird noch mal was ganz Großes!).
Beeindruckend war auch der Gitarrist der Band, der mit seinen Solos wahrscheinlich bei einigen die gedankliche Beförderung zum Gitarrero erntete. Um aber auch ein paar Schattenseiten der Show von STAND ABLAZE aufzuwerfen, muss gesagt werden, dass bis auf den eben genannten Gitarrero alle ziemlich steif wirkten. Außerdem wäre es vielleicht angebracht beim Songwriting auf etwas abwechslungsreichere Liedschemen zu achten.

Als nächstes erklommen die Death Metaller REVENANTS DAWN die Bühne, deren Sänger trotz Grippeerkrankung solide seinen Part erledigte. Der Bassist, der zusätzlich für die clean vocals zuständig ist, erinnerte von seiner Stimme her einen leichten Hauch an den ehemaligen STRATOVARIUS-Sänger Timo Kotipelto. Wenngleich mir persönlich der Musikstil nicht wirklich zusagte, muss ich zugeben, dass REVENANTS DAWN zeigten, dass sie es wirklich drauf haben. Sie vermittelten eine gewisse Spielfreude, die man bei so manchen anderen Bands vergeblich sucht.

CRUSADE, die vergangenen Sommer als Support ihrer Idole FEAR FACTORY beim Mind Over Matter `04 im Planet Music aufgetreten waren, waren nach REVENANTS DAWN dran. Auch wenn die Kombo etwas befangen wirkte und wahrscheinlich schon bessere Gigs erlebt hat, merkte man an ihrem Bühnenauftreten, dass sie schon viel Live-Erfahrung gesammelt hat. Der Sänger brachte ziemlich viel Pep in die Show rein... Apropos Pep: Ob der Sänger nur deshalb so geniale Grimassen schneiden konnte, weil er von der nächsten Band, einem Import aus Mexiko, Chilis angeboten bekommen hatte, bleibt wohl für Außenstehende für immer ein Rätsel. Merkwürdigerweise sahen die spanisch sprechenden Gesellen, die nach CRUSADE mit Sombreros auf dem Kopf und mit Tüchern verhüllten Gesichtern die Bühne stürmten der davor aufgetretenen Band verdammt ähnlich…Bleibt wohl auch ein Rätsel, woran das gelegen haben könnte…Auf jeden Fall brachten sie bei ihrem Kurzauftritt jede Menge Stimmung mit und das Publikum war begeistert. HULA!

LOST DREAMS aus Tirol, die den Abend im Andino beendeten, verbinden genickbrechenden Death und Black Metal Passagen mit Gothic Metal und so konnte auch jemand, der nicht unbedingt auf brettelhärtesten Metal steht, der Musik etwas abgewinnen. Allerdings schien der Drummer nicht ganz im Takt bleiben zu wollen, außerdem würde ich behaupten, dass der Band ein wenig Originalität fehlt, aber darüber kann man wohl streiten.
Durchaus gelungen war jedoch das Cover von SEPULTURAs "Territory", das sie uns präsentierten.

Insgesamt war es ein ganz nettes Konzert. Einige Bands hatten zwar mit Soundproblemen zu kämpfen und das Publikum war etwas lahm, aber die meisten Bands hatten sichtlich Spaß am Spielen und vermittelten das auch weiter.


FOTOS + E-CARDS


Kristina
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Beitrag vom 06.10.2004
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