EYE OF BETRAYER    FIRESTORM    ASPHYXIA    MORTUS    GALLERY OF SOUND   SQUALOR      
08.10.2004 @ Alter Schl8hof

Dass es nach dem Weggang von RTN doch noch Metal im Welser Schl8hof gibt, wurde am 8. Oktober unter dem Motto "Metal over Wels" lautstark bewiesen. Das von EYE OF BETRAYER und dem Schl8hof organisierte Event bot ingesamt sechs Acts die Möglichkeit, dem Schl8hof wieder einmal ordentlich einzuheizen, darunter einige Location-erprobte Bands aus Oberösterreich, aber auch weiter angereiste aus Niederösterreich oder Wien.

Der Reigen wurde von SQUALOR begonnen, die bereits in den vergangenen Monaten mit einigen guten Auftritten punkten konnten. Leider verpasste ich die ersten paar Songs, sodass ich nur mehr zwei oder drei hören konnte, aber was sie spielten, hatte wie immer Hand und Fuß. Die Gitarren waren zwar - was leider fast immer zum Schl8hof dazugehört - nicht so klar wie auf ihren vorherigen Gigs, aber das störte auch nicht besonders. Es wurde eine druckvolle Mischung aus Death- und Black Metal geboten, bei der von Konzert zu Konzert mehr Zuhörer mitbangten. Besonders der Schlusstrack mit der genialen Tremolomelodie blieb sofort im Ohr hängen. Mehr weiß ich auch nicht mehr zu sagen, außer, dass der Auftritt wie immer gut war.

Als nächstes geigten GALLERY OF SOUND auf, aus Linz, die ich bisher immer für eine Salzburger Formation gehalten hatte. Wahrscheinlich, weil ich sie in Mozarts Stadt mal auf einem Konzertplakat sah. Die Frontfrau sprach von einer Steigerung des Publikumsandrangs, weil sie auch schon mal nur vor vier Leuten spielten...aber recht viel los war trotzdem nicht. GALLERY OF SOUND spielten eher traditionellen Heavy Metal mit kraftvollem Gesang, der mich aber nur stellenweise überzeugte. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich solche Musik privat nur sehr selten höre, weil sie nicht besonders mein Ding ist. Der Auftritt war ganz passabel, nur traf er eben nicht meinen Geschmack.

MORTUS kennt wohl schon fast jeder, der sich mit heimischen Metal beschäftigt. Die Band, die bereits über viel Live-Erfahrung verfügt, jammte dementsprechend routiniert und motiviert und konnte die Fans sogleich überzeugen. Sie erinnerten mich dabei leicht an die Kollegen von OLEMUS, von der erzeugten Stimmung. Jedenfalls kam ihr Auftritt sehr gut an, aber ich konnte ihn nicht ganz verfolgen, da dringend ein Kebap seinen Weg in meinen Magen finden musste.

Als ich gestärkt wiederkam, tobten bereits die Wiener ASPHYXIA auf der Bühne. Bierbedingt kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, ob sie einen Keyboarder dabei hatten, aber das ganze habe ich recht knallend und episch in Erinnerung. Melodischen Thrash mit ein bisschen Power und gelegentlichen Screams. Das ist aber leider schon alles, was ich noch weiß, sorry.

Meine Erinnerung setzt bei FIRESTORM wieder ein, die mit eigenem Outfit die Bühne enterten. Zum ersten Mal an diesem Abend war der Schl8hof relativ voll, FIRESTORM rockten, was das Zeug hielt, wobei ihre Musik von ihrem Outfit unterstützt richtig cool rüberkam. Der Sound drückte ordentlich, die Gitarren krachten, der Bass wummerte, jediglich das Umhängekeyboard hörte ich irgendwie kaum. Umhängekeyboard? Ach, dieses Ding, das man von LIQUIDOs "Narcotic" sicher aus dem Video kennt. Oder auch von SPORTFREUNDE STILLER - "Ich, Roque". Jedenfalls war die Stimmung prächtig, FIRESTORM mischten bekannte Elemente wie METALLICAs "Enter Sandman" in ihren Soundstorm, fidelten Material aus ihrem "Back from Hell"-Album runter und glänzten als Zugabe nochmal mit einer Coverversion von ROXETTEs "The Look". Gut gelungen!

FIRESTORM aus Laa/Thaya im niederösterreichischen Weinviertel gehören zweifelsohne nicht nur zu den schlichtweg besten Vertretern ihrer Zunft (Melodischer, traditionsbewußter Heavy Rock/Metal), sondern sicherlich auch zu den tourfreudigsten Gruppen hierzulande. Nachdem die Niederösterreicher bisher schon etliche Mal im Raum OÖ live on stage bewundert werden konnten, durfte an diesem Freitagabend auch erstmals der Schl8hof mit einer mitreißenden Darbietung beehrt werden. Und: Das Quintett vermochte die (hohen) Erwartungen erneut vollends zu erfüllen: In gewohnt futuristisch-spacigen Klamotten gehüllt sowie mit einem überdimensionalen Maß an Spielfreude ausgestattet, rockte man bis zum Abwinken, was die Fanschar auch mit entsprechenden Resonanzen zu würdigen wußte. FIRESTORM live on stage sind jedes Mal ein Erlebnis der besonderen Art, keine Frage, und auch die Setlist, die sowohl Songs vom Debut "VR-1" ("Beyond Stormwind"), vom aktuellen Ouput "Back From Hell" ("Titelsong"; "The Final Contest" usw.), als auch neues, qualitativ gewohnt hochwertiges Material ("Feed Me") umfasste, ließ prinzipiell keinerlei Wünsche offen. Und: Jene Besucher (also wohl der überwiegende Teil) konnten mit der obligaten "Songverknüpfung" (Eine METALLICA- und eine BACKSTREET BOYS-Nummer vereinigen sich zu einem Song) wieder gekonnt in die Irre geführt werden. Ach ja, wohl um die Verbundenheit zwischen den Bands zu untermauern, durfte der Sänger von ASPHYXIA einem Stück mit Death-Grunts verfeinern. Klasse Show!
[Hutti]

Nun war es aber an der Zeit für die Hausherren plus Sängerin von EYE OF BETRAYER. "Great music as usual", kann man sagen. Ansonsten "Liebe, Tod und Teufel", das neue "Xenophobia" und noch ein neuer Song, der wie schon "Xenophobia" die schnellere, härtere Seite von EYE OF BETRAYER betonte, verglichen mit dem anderen Material der "Reflections of Despair". "There Ain't No Sunbeams When You're dead" war natürlich auch wieder dabei! Volles Haus, zufriedene Leute, super Stimmung und ein besoffener und bangender Leander mittendrin. Was gibts sonst noch zu schreiben? Naja, vielleicht "there ain't no memory when you're drunk"...alles in allem eine super Veranstaltung mit erfreulich vielen Leuten!


Leander
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Beitrag vom 15.10.2004
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